Info

Glüxpiraten Segeltalk - Der Podcast für Genuss-Segler

Der Glüxpiraten Segeltalk beschäftigt sich mit allem, was Segeln zu dem großen Genuss macht: Wind, Wetter, Langsamkeit, Schnelligkeit, Weite, aber auch Technik, Sicherheit und Recht. Babsi und Eric begrüßen hier regelmäßig interessante Interviewpartner, die etwas zu sagen haben. Vom Weltumsegler bis zum Yachtbroker kommen hier alle zu Wort und lassen uns an ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung teilhaben. Dabei sammeln sie in jeder Episode neues Wissen, das sie auf dem Weg zur langen Segelreise und dem Leben auf dem Wasser brauchen können.
RSS Feed
Glüxpiraten Segeltalk - Der Podcast für Genuss-Segler
2017
June
May
April
March
February
January


2016
December
November


All Episodes
Archives
Now displaying: March, 2017
Mar 24, 2017

Alle Jahre wieder im ausgehenden Winter stellt such der geneigte Segler die gleichen Fragen:

  • Ist mein Schiff fit für die nächste Saison?
  • War da nicht noch eine Reparatur zu machen?
  • Welche Produkte verwende ich für eine gute, haltbare Oberflächenversiegelung meines Gelcoats?
  • Ich bräuchte noch ein, zwei Schapps im Salon. Wie baue ich so was am besten?

Das sind die Fragen, die sich Jan-Christoph Athenstädt vor einiger Zeit auch gestellt hat. Er ging im Internet auf die Suche nach einer Plattform, die solche Infos bietet. Ohne Erfolg.

Kurzerhand gründete Jan das Portal klabauterkiste.de und sammelt dort eine Menge hilfreiche Tipps und Tricks zu den Themen Reparaturen, Segeln, Bootsausstattung und berichtet dort auch über ganze Refit-Projekte, zum Teil auch mit Artikeln von Gastautoren.

Neben den Themen der Klabauterkiste sprechen wir mit Jan auch über seine Reisen auf großen Traditionsseglern in der ganzen Welt und über seine Pläne zu einer langen Segelreise auf der Barfussroute. Oder doch woanders?

Jan Christoph Athenstädt privat:

Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee
Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee

Ich arbeite als Informatik-Doktorand, bin aber Weltenbummler im Herzen. Darum ist mein Promotionsthema auch die Rekonstruktion archäologischer Netzwerke in der Karibik. Während des Studiums habe ich viel auf Großseglern gearbeitet und mir letzten Herbst endlich ein eigenes Boot gekauft! Nach meiner Promotion möchte ich an Bord leben und so lange segeln, wie es mir Spaß macht und das Geld reicht. Vorher gibt es einiges an dem Boot zu tun. Da ich keine gute deutsche Internetseite über Bootrefits finden konnte, habe ich einfach selber eine gegründet: www.klabauterkiste.de. Dort können Besucher Tipps und Tricks für den Bordalltag und auch Refit-Projekte vorstellen oder sich von anderen Projekten inspirieren lassen.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Jans Äquatortaufe
Jans Äquatortaufe

Ich bin leider fernab vom Meer aufgewachsen, aber vielleicht war gerade deshalb das Segeln im Urlaub immer ein Highlight. Die langen Wochenenden in Friesland auf der alten Neptun 22 meines Großvaters und die Sommerferien in der Bretagne mit der Jolle meines Vaters haben in mir schon sehr früh den Wunsch erweckt, einmal die Welt unter Segeln zu erkunden. Im Studium habe ich dann so richtig los gelegt und insgesamt fast ein Jahr auf verschiedenen Traditionsseglern gelebt und gearbeitet. So bin ich als Matrose an Bord der Bark Europa sogar bis in die Antarktis gesegelt.

Charterst Du?

Bisher noch nie. Ich hatte immer das Glück, Hand-gegen-Koje mitfahren zu können bzw. Boote von Freunden gratis nutzen zu dürfen.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Seit letztem Herbst bin ich stolzer Bootsbesitzer! Nach langem Überlegen habe ich mich für eine Laurin 32 entschieden. Das Schiff ist zwar alt, aber der Riss sehr seetüchtig. Und es war selbst mit meinem Doktoranden-Gehalt bezahlbar. Dafür werde ich jetzt einiges an Zeit und Geld ins Refit stecken müssen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Jan im Rigg der Bark Europa
Jan im Rigg der Bark Europa

Eindeutig ein traditionelles Holzboot, am besten ein Schoner oder eine Ketsch. Um die 40 Fuß, sodass man es noch alleine handhaben kann. Im Moment habe ich aber (noch) nicht die nötige Zeit und das Geld, mich um so ein Schiff zu kümmern.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Langfristig am liebsten wo es warm ist. Darum peile ich auch erst mal die Barfußroute an. Aber mich hat auch die Antarktis sehr beeindruckt. Vielleicht schaffe ich es ja mal dorthin zurück auf eigenem Kiel. Dazu fehlt mir aber im Moment der passende schwimmende Untersatz.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Jan in der Antarktis auf Deception Island
Jan in der Antarktis auf Deception Island

Ich würde wahrscheinlich eine Weile auf meinem Traum-Schiff umher schippern und mir dann ein Haus am Meer mit eigenem Bootssteg kaufen, sodass ich mit meinen zukünftigen Kindern nach der Schule eine Runde aufs Wasser gehen kann.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Ich mag alte Petroleumlampen. Die riechen zwar etwas, sorgen aber für eine wunderbar heimelige Atmosphäre unter Deck.

Die KlabauterKiste

Ich möchte mit der KlabauterKiste eine Plattform zu schaffen, auf der alle voneinander lernen können. Ob es jetzt der Hobby-Bootsbastler ist, der eine Halterung für seinen Außenborder präsentiert oder der Profi-Bootsbauer, der zeigt wie man richtig kalfatert: Häufig ahnen am Ende nur wenige, wie viel Arbeit uns Herzblut in ein Winterlager-Projekt geflossen ist. In der KlabauterKiste werden diese Arbeiten gewürdigt und können andere zum Nachmachen inspirieren.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Das Buch der Sailing-Conductors: Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Abgesehen von einigen vergeigten Anlegemanövern mit einem 50-Fuß Langkieler und den sonstigen typischen „Anfängerfehlern“ ist mir zum Glück noch kein wirklich schwerer Fehler passiert. Aber natürlich kann jederzeit etwas passieren. Auf den Traditionsseglern habe ich schon einige brenzlige Situationen erlebt (z.B. einen Mann über Bord), aber auch dort ist es immer glimpflich abgelaufen. Toi. Toi. Toi.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Jollen und Großsegler! In der Jolle lernt man das Grundprinzip des Segelns, auf dem Großsegler die Seemannschaft und den Respekt vor dem Meer. Wer das drauf hat kommt auch auf Yachten gut zurecht.

 

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Kauft kein neues Boot! Der Gebrauchtbootmarkt ist so käuferfreundlich wie nie und es gibt viele Schmuckstücke im Dornröschenschlaf. Die bekommt man mit ein wenig handwerklichem Geschick wieder flott. Der Vorteil ist, dass man nach einem Refit sein Boot zu 100% kennt. Mit allen Stärken und Schwächen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

  • Am besten über die KlabauterKiste ( www.klabauterkiste.de ),
  • auch auf Facebook ( https://www.facebook.com/KlabauterKiste/ ).
  • Ich betreibe auch noch die Websites www.tradisegeln.de, wo ich meine Erfahrungen auf den Traditionsschiffen teile.
  • Und www.ahora.de, mein zukünftiges Segelblog.

[newsletter]

Mar 17, 2017

Alle Jahre wieder im ausgehenden Winter stellt such der geneigte Segler die gleichen Fragen:

  • Ist mein Schiff fit für die nächste Saison?
  • War da nicht noch eine Reparatur zu machen?
  • Welche Produkte verwende ich für eine gute, haltbare Oberflächenversiegelung meines Gelcoats?
  • Ich bräuchte noch ein, zwei Schapps im Salon. Wie baue ich so was am besten?

Das sind die Fragen, die sich Jan-Christoph Athenstädt vor einiger Zeit auch gestellt hat. Er ging im Internet auf die Suche nach einer Plattform, die solche Infos bietet. Ohne Erfolg.

Kurzerhand gründete Jan das Portal klabauterkiste.de und sammelt dort eine Menge hilfreiche Tipps und Tricks zu den Themen Reparaturen, Segeln, Bootsausstattung und berichtet dort auch über ganze Refit-Projekte, zum Teil auch mit Artikeln von Gastautoren.

Neben den Themen der Klabauterkiste sprechen wir mit Jan auch über seine Reisen auf großen Traditionsseglern in der ganzen Welt und über seine Pläne zu einer langen Segelreise auf der Barfussroute. Oder doch woanders?

Jan Christoph Athenstädt privat:

Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee
Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee

Ich arbeite als Informatik-Doktorand, bin aber Weltenbummler im Herzen. Darum ist mein Promotionsthema auch die Rekonstruktion archäologischer Netzwerke in der Karibik. Während des Studiums habe ich viel auf Großseglern gearbeitet und mir letzten Herbst endlich ein eigenes Boot gekauft! Nach meiner Promotion möchte ich an Bord leben und so lange segeln, wie es mir Spaß macht und das Geld reicht. Vorher gibt es einiges an dem Boot zu tun. Da ich keine gute deutsche Internetseite über Bootrefits finden konnte, habe ich einfach selber eine gegründet: www.klabauterkiste.de. Dort können Besucher Tipps und Tricks für den Bordalltag und auch Refit-Projekte vorstellen oder sich von anderen Projekten inspirieren lassen.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Jans Äquatortaufe
Jans Äquatortaufe

Ich bin leider fernab vom Meer aufgewachsen, aber vielleicht war gerade deshalb das Segeln im Urlaub immer ein Highlight. Die langen Wochenenden in Friesland auf der alten Neptun 22 meines Großvaters und die Sommerferien in der Bretagne mit der Jolle meines Vaters haben in mir schon sehr früh den Wunsch erweckt, einmal die Welt unter Segeln zu erkunden. Im Studium habe ich dann so richtig los gelegt und insgesamt fast ein Jahr auf verschiedenen Traditionsseglern gelebt und gearbeitet. So bin ich als Matrose an Bord der Bark Europa sogar bis in die Antarktis gesegelt.

Charterst Du?

Bisher noch nie. Ich hatte immer das Glück, Hand-gegen-Koje mitfahren zu können bzw. Boote von Freunden gratis nutzen zu dürfen.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Seit letztem Herbst bin ich stolzer Bootsbesitzer! Nach langem Überlegen habe ich mich für eine Laurin 32 entschieden. Das Schiff ist zwar alt, aber der Riss sehr seetüchtig. Und es war selbst mit meinem Doktoranden-Gehalt bezahlbar. Dafür werde ich jetzt einiges an Zeit und Geld ins Refit stecken müssen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Jan im Rigg der Bark Europa
Jan im Rigg der Bark Europa

Eindeutig ein traditionelles Holzboot, am besten ein Schoner oder eine Ketsch. Um die 40 Fuß, sodass man es noch alleine handhaben kann. Im Moment habe ich aber (noch) nicht die nötige Zeit und das Geld, mich um so ein Schiff zu kümmern.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Langfristig am liebsten wo es warm ist. Darum peile ich auch erst mal die Barfußroute an. Aber mich hat auch die Antarktis sehr beeindruckt. Vielleicht schaffe ich es ja mal dorthin zurück auf eigenem Kiel. Dazu fehlt mir aber im Moment der passende schwimmende Untersatz.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Jan in der Antarktis auf Deception Island
Jan in der Antarktis auf Deception Island

Ich würde wahrscheinlich eine Weile auf meinem Traum-Schiff umher schippern und mir dann ein Haus am Meer mit eigenem Bootssteg kaufen, sodass ich mit meinen zukünftigen Kindern nach der Schule eine Runde aufs Wasser gehen kann.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Ich mag alte Petroleumlampen. Die riechen zwar etwas, sorgen aber für eine wunderbar heimelige Atmosphäre unter Deck.

Die KlabauterKiste

Ich möchte mit der KlabauterKiste eine Plattform zu schaffen, auf der alle voneinander lernen können. Ob es jetzt der Hobby-Bootsbastler ist, der eine Halterung für seinen Außenborder präsentiert oder der Profi-Bootsbauer, der zeigt wie man richtig kalfatert: Häufig ahnen am Ende nur wenige, wie viel Arbeit uns Herzblut in ein Winterlager-Projekt geflossen ist. In der KlabauterKiste werden diese Arbeiten gewürdigt und können andere zum Nachmachen inspirieren.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Das Buch der Sailing-Conductors: Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Abgesehen von einigen vergeigten Anlegemanövern mit einem 50-Fuß Langkieler und den sonstigen typischen „Anfängerfehlern“ ist mir zum Glück noch kein wirklich schwerer Fehler passiert. Aber natürlich kann jederzeit etwas passieren. Auf den Traditionsseglern habe ich schon einige brenzlige Situationen erlebt (z.B. einen Mann über Bord), aber auch dort ist es immer glimpflich abgelaufen. Toi. Toi. Toi.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Jollen und Großsegler! In der Jolle lernt man das Grundprinzip des Segelns, auf dem Großsegler die Seemannschaft und den Respekt vor dem Meer. Wer das drauf hat kommt auch auf Yachten gut zurecht.

 

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Kauft kein neues Boot! Der Gebrauchtbootmarkt ist so käuferfreundlich wie nie und es gibt viele Schmuckstücke im Dornröschenschlaf. Die bekommt man mit ein wenig handwerklichem Geschick wieder flott. Der Vorteil ist, dass man nach einem Refit sein Boot zu 100% kennt. Mit allen Stärken und Schwächen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

  • Am besten über die KlabauterKiste ( www.klabauterkiste.de ),
  • auch auf Facebook ( https://www.facebook.com/KlabauterKiste/ ).
  • Ich betreibe auch noch die Websites www.tradisegeln.de, wo ich meine Erfahrungen auf den Traditionsschiffen teile.
  • Und www.ahora.de, mein zukünftiges Segelblog.

[newsletter]

Mar 10, 2017

Maren & Matthias Wagener privat:

Maren und Matthias Wagener
Maren und Matthias

Wir sind Maren und Matthias Wagener, Baujahr 1978 und 1968, sind verheiratet, haben zwei erwachsen werdende Kinder, sind voll berufstätig mit eigenem Unternehmen und leben und arbeiten seit zwei Jahren auf unserer Aluminium-Slup VAST.

Wie seid Ihr zum Segeln gekommen?

Maren hat nach ihrem Umzug nach Hamburg entschieden, dass man segeln können muss, wenn man in Hamburg lebt. Das war 2007, und die ersten Manöver wurden natürlich auf der Alster gefahren. Die war dann irgendwann zu klein, dann ging es irgendwann auf die Ostsee.

Matthias hat seinen ersten Segelschein mit 6 Jahren auf der Weser gemacht – er hat aber auch erst mit Maren in Hamburg nach langen Jahren Segelabstinenz und Konzentration aufs Windsurfen mit dem Dickschiff-Segeln begonnen.

Hast Du ein eigenes Schiff?

Die Vast
Die Vast

Wir haben mit unserer VAST, einer Boréal 47 unser zweites Boot.

Das erste war "Black Molly", eine Waarschip 1076, mit der wir auf der Ostsee gesegelt sind.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ehrlich gesagt, ist unsere VAST bereits ein echtes Traumschiff.

Wenn wir träumen, geht es in Richtung Katamaran.

Welches Revier befahrt Ihr im Moment am liebsten?

Bis jetzt immer genau da, wo wir gerade sind. Aktuell also im Mittelmeer. Kommende Saison wollen wir nach Griechenland, für die weitere Zukunft haben wir Pläne, die uns weiter nach Westen bringen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Eure seglerische Zukunft aus?

Wir würden wahrscheinlich weniger Arbeiten als jetzt.

Welches ist Euer Lieblings-Gegenstand am Boot oder welches Teil mögt Ihr besonders und warum?

Wenn es ein Gegenstand und kein Bereich des Bootes sein soll (das wäre der Navi-Platz im Doghouse), dann sind es die Comfort-Seats! Machen es im Cockpit oder irgend woanders an Deck unschlagbar bequem.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Da gibt es so viele :)

Zwei unserer Lieblingsbücher aus dem Bereich Fiktion:

Björn Larsson: Der Keltische Ring Erskine Childers: Das Rätsel der Sandbank

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler habt Ihr mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Unter Segeln
Unter Segeln

Das vorige Boot haben wir mal vor der Ölandbrücke gegen eine Boje gesetzt, eine der großen in der Hafeneinfahrt von Kalmar. Das war im Regen, gegen Wind und Strom unter Autopilot, wir saßen trocken unter der Sprayhood, als es plötzlich krachte. Wir dachten, wir hätten alles im Blick: nämlich einen Frachter, der uns entgegenkam und von dem wir uns frei hielten. Dass und der Strom langsam nach Steuerbord versetzt hat, haben wir nicht gemerkt.

Draus gelernt haben wir natürlich, noch aufmerksamer zu sein.

Was empfehlt Ihr jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Wir fanden es beide super, in einer Segelschule anzufangen, die das ganze Thema vornehmlich mit Spaß vermitteln kann, für uns war das Prüsse an der Alster. Wahrscheinlich ist es hilfreich, Freunde oder ein Team zu haben, mit dem man das gemeinsam macht. Ob es dann Dickschiffsegeln ist, wie bei uns, oder irgend etwas sportlicheres, das hängt wohl von der persönlichen Vorliebe ab.

Welchen „letzten Tipp“ könnt Ihr uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Lebe jetzt und schieb' Deine Träume nicht auf!
Lebe jetzt und schieb' Deine Träume nicht auf!

Wir machen das ja nicht besonders lange, aber wir haben festgestellt, dass wir (auf unserer bisherigen Route) sehr wenige Segler unseres Alters getroffen haben. Darum unser Tipp: wenn ihr irgendwie könnt (egal, wie lange) und das Unterwegssein auf dem Wasser mögt: macht es jetzt.

  • Wartet nicht auf die Rente.
  • Wartet nicht auf das richtige Boot.
  • Wartet nicht ab.

Wie kann man Euch erreichen, wenn man Fragen an Euch hat oder in Kontakt kommen möchte?

[newsletter]

Mar 3, 2017

Sebastian ist 23 Jahre alt und mit Leib und Seele Segler. Mittlerweile ist er sogar mit seinem Hausstand auf sein 22-Fuß-Schiff Bea Orca umezogen! Er erzählt von seiner Reise auf dem Schlau-Segelboot durch Friesland, sein Buch und sein neues Abenteuer mit BEA, seiner Leisure 22.

Sebastian Janotta privat:

Ich bin 23 Jahre alt - und mit Leib und Seele Segler. Nach zwei umzügen fürs Segeln - erst nach München (was mich da geritten hat...) und dann schließlich nach Cuxhaven, an die Nordsee - bin ich jetzt endlich auch auf mein 22 Fuß Segelboot gezogen. Neben meiner Vollzeitstelle in einem chemischen Labor verbringe ich sehr viel Zeit damit meinen Blog www.seglen-ist-leben.de zu betreiben.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Angefangen mit dem Segeln habe ich 2012 während meiner Ausbildung. Damals kam ich gerade ins vierte Lehrjahr und wollte endlich malwieder im Urlaub was unternehmen. Durch einen Tipp meiner Eltern wurde ich auf die DJH-Segelschule in Bad Zwischenahn aufmerksam, bei der ich nicht nur einen schönen Urlaub mit Gleichaltrigen verbringen konnte, sondern auch noch den SBF Binnen machte - und mich mit dem Segelvirus infizierte.

Charterst Du?

Irgendwie ist es bei mir nie wirklich dazu gekommen. Abgesehen von ein paar gemiteten Jollen auf Seen in Bayern habe ich nie gechartert. Nach einem Jahr in München ging es zurück nach Rheinland-Pfalz, wo ich mir bald mein erstes Boot - BEA, ein 8 Fuß Schlauchsegelboot - kaufte. Mit ihr ging es nicht nur auf nahe Baggerseen sondern auch für mehrere Törns nach Friesland, woraus neben meinem Blog auch mein Buch "Schnell kann Jeder", erschienen beim millemari.-Verlag entstanden ist.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Mittlerweile bin ich bei meinem zweiten Boot. Nach meinem Umzug aus dem Binnenland an die Nordsee war klar, das ich etwas neues Brauche. BEA, so toll sie auch ist, war einfach für die Nordsee denkbar ungeeignet. Nach einiger Suche habe ich mich schließlich für eine Leisure 22 entschieden. Nach zwei Urlaubs- und ein paar Wochenendttörns im Sommer und Herbst 2016 bin ich im Januar 2017 dann auch Vollzeit aufs Boot gezogen. Sie ist somit mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes mein Zuhause.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ganz ehrlich? Aktuell bin ich mit meiner Leisure 22 absolut zufrieden und will gar kein anderes Boot. Selbst wenn das Geld da wäre - ich würde es lieber nutzem zum Segeln.

Wenn ich mich aber nach einem größeren Boot umsehen würde wäre entweder ein langes Plattbodenschiff mit wenig Tiefgang oder, fast noch lieber, eine Ovni 28 ein heißer kandidat. Aber wie gesagt: Ich bin noch immer absolut begeistert von der Leisure 22 und plane aktuell keinen Törn, den ich ihr nicht zutraue. Da ist er der Skipper das thema....

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Ich mag raue Reviere, Orte die nach Abenteuer riechen. Somit fühle ich mich auf der Nordsee sehr wohl.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Schwierig. Wenn Geld keine Rolle spielen würde? Ich nehme an ich würde - ganz langsam - Nordeuropa besegeln. Ostsee, Nordsee, Nordatlantik und hoch nach Nordnorwegen bis ins Nordpolarmeer. Anfangen würde ich aber aktuell ganz klar - im Wattenmeer.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Das hängt immer ganz von ab. Im Moment ist mir tatsächlich meine kleine Heizung am wichtigsten. Im Winter ist sie vielleicht das elementare Ausrüstungsstück. Für mal eine Woche ohne mag dies auch ohne gehen - ich habe ja bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schon bei meinem Wintertörn mit BEA draußen gezeltet - aber wenn man an Bord lebt sollte ein wenig Komfort doch sein.

Dies ist einer der Gründe, weshalb ich mir noch eine zweite Heizung (allerdings eine, die vom Landstrom unabhängig ist) kaufen mag.

Unterwegs.... Das Ankergeschirr. Auch hier wird dieses Jahr nachgerüstet (aus Gründen!). Ankern ist für mich etwas ganz besonderes, hat es geschafft innerhalb kürzester Zeit zu einem ganz wichtigen Bestanteil des Segelns für mich zu werden.So ein Ankergeschirr eröffnet einfach ganz neue Möglichkeiten. Zudem gehört es für mich mittlerweile auch zur Sicherheitsausstattung.

Meine Segelabenteuer mit BEA

Mein erstes richtiges Segelabenteuer waren meine Törns mit BEA, meinem 8 Fuß Schlauchsegelboot - ein Boot, das eher für ein paar Stunden auf einem Baggersee gebaut war denn für längere Törns wie ich sie mit ihr unternahm. Während dieser Törns wurde mir recht schnell klar, das ich mehr Meer will. 2016 zog ich daher an die Nordsee und kaufte mir, nach einer längeren Suche, Bea Orca. Nach einer Testphase 2016 kam sie ende Oktober aus dem Wasser und ins Winterlager, wo ich einige Anpassungen vornahm.

Am 16.01.2017 ging es dann  für sie wieder ins Wasser - und für mich an Bord. Seit diesem Tag wohne ich auf ihr. Mittlerweile habe ich (für ab diesem Tag) auch meinen offiziellen Wohnsitz an Bord. Die Wohnung ist gekündigt und wird gerade aufgelöst.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Natürlich zunächst einmal mein eigenes Buch - "Schnell kann Jeder" von mir, Sebastian Janotta. Hier berichte ich von meinen Abenteuern im 8 Fuß Schlauchsegelboot. Ich war, als der Verlag auf mich zukam selbst erstmal skeptisch. Immerhin bin ich weder Segelprofi noch Langfahrtsegler! Doch jetzt, wo ich das Ergebniss kenne kann ich es begeistert empfehlen.

Ein weiteres Buch ist "Mein Boot ist mein Zuhause" von Holger Peterson, erschienen ebenfalls beim millemari.-Verlag. Sowohl Inspiration als auch Information für mein Leben an Bord habe ich reichlich von Holger und aus seinem Buch bezogen.

Und auch Merle Ibachs "Ostseeprinzessin" fand ich ganz toll.


Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Ein Fehler? Schwierig...

Wobei: Selbstüberschätzung und Selbstbetrug.

Beim aller erster Seetörn ging einhand von Hooksiel nach Cuxhaven. Und endete damit, das mich die Seenotretter die letzten Meter geschleppt haben, da ich kurz vor Cuxhaven gegen den Strom stand, nach 16 Stunden an der Pinne komplett übermüdet. Ich hatte mich selbst kronisch überschätzt. Einhand und ohne davor Seeerfahrung auf die Nordsee? Geht. Aber Babysteps - und nicht gleich einen weiten Schlag unternehmen.

Das andere war wohl meine Beinahe-Strandung vor Neuwerk. Es stand eine ordentliche Welle in der Flachen Hafenausfahrt. Mein Bauch sagte mir ganz klar: Nicht rausfahren! Aber mein Kopf hat beschlossen den Zahlen zu vertrauen, die dafür geprochen haben das es klappen sollte. Man ist selbst vor Ort. Natürlich sollte man die Entscheidung nicht nur vom Bauchgefühl abhängig machen. Aber wenn der Bauch schon sagt das etwas eine Scheißidee ist - dann hat das meistens seine Berechtigung. Dieser Selbstbetrug hätte mich auch mein Boot kosten können - erst im letzten Monat kam ich von untiefe neben dem Hafen runter und zurück ins Hafen. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes nur noch wenige Meter von der Hafeneinfahrt entfernt.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Machen! Unbedingt machen. Natürlich kann man erst lange Kurse machen, theoretisieren... Aber am Ende lernt man auf See. Und der Schein mit der mit Abstand steilsten Lernkurve ist der Kaufvertrag des ersten seegehenden Bootes. Aber: Langsam, mit Bedacht. Sprich, nicht als ersten Seeschlag einhand von Hooksiel nach Cuxhaven. Sondern kleine Schläge oder Schläge, bei denen es viele Möglichkeiten gibt kurzfristig den Tag auf dem Wasser zu beenden. Gut geeignet dafür sind zum Beispiel die Niederländischen Binnenreviere. Aber es geht auch auf der Nordsee. Eben da, wo man künftig segeln will.

 

 Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Vergesst "so groß wie möglich". Den Tipp findet man hundertfach im Internet und hört ihn auch in Gesprächen immer wieder. Ich glaube ehr an "So klein wie möglich, so groß wie nötig". Natürlich kann man das Boot im Nachhinein nicht vergrößern. Aber eben auch nicht verkleinern. Jeden Fuß, den so ein Boot länger wird, wachsen nicht nur die Kosten sondern auch der Anschaffungspreis. Bereits ein vergleichsweise kleines 22 Fuß Boot wie meines kann sehr seegängig und zugleich wohnlich sein. Wem dies, so wie mir reich, der sollte sich nicht einreden lassen er bräuchte dreißig oder gar vierzig Fuß. Ein weiterer Vorteil: Man kann es sich früher leisten - und somit früher seinen Traum leben. Ich plädiere ganz klar dafür, as Leben so weit wie möglich zu vereinfachen um jetzt glücklich zu sein, statt in einer viel zu oft fernen und ungewissen Zukunft.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Am besten über

[newsletter]

 

1