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Glüxpiraten Segeltalk - Der Podcast für Genuss-Segler

Der Glüxpiraten Segeltalk beschäftigt sich mit allem, was Segeln zu dem großen Genuss macht: Wind, Wetter, Langsamkeit, Schnelligkeit, Weite, aber auch Technik, Sicherheit und Recht. Babsi und Eric begrüßen hier regelmäßig interessante Interviewpartner, die etwas zu sagen haben. Vom Weltumsegler bis zum Yachtbroker kommen hier alle zu Wort und lassen uns an ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung teilhaben. Dabei sammeln sie in jeder Episode neues Wissen, das sie auf dem Weg zur langen Segelreise und dem Leben auf dem Wasser brauchen können.
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Dec 8, 2017

Thomas ist gelernter Historiker und Germanist. Diese Ausbildung und die daraus resultierenden Perspektiven mündeten in der Verlagsbranche.

Als Verleger kommt man aber nicht zum Schreiben. Das war das Manko.

Trotzdem arbeitet er bereits 28 Jahre mit Spaß in diesem Beruf.

1998 das erste mal beim Segeln in Marmaris. Stand als ahnungsloses Kielschwein am Vorstag. Plötzlich entfuhr ihm ein Schrei. In diesem Moment wusste er: "Das will ich mal machen!"

Das Segel-Feuer war sofort entfacht. Er begann sofort mit der Recherche und der Planung, wie eine seglerische Zukunft nun zu realisieren sei und nahm sich vor: "Wenn das Leben es irgendwann hergibt, dann will ich ein halbes Jahr pro Jahr segeln gehen!"

Zunächst absolvierte er alle Scheine, die er machen konnte:

SBF, SKS, SSS und den SRC

Nachdem er dann 2014 unerwartet  aus seiner Anstellung bei einem Münchener Verlag gekündigt wurde, stand er da. Mit zwei Plastiktüten als Ergebnis der letzten 22 Jahre Verlagsarbeit. Der Beginn eines Umdenkprozess, der darin mündete, dass er nun endlich seinen Traum wahr machte und ein halbes Jahr segeln ging. Der erste Törn führte ihn auf seiner Dehler 31 von Isola nach Antalya. Unterwegs stattete er sein Schiff noch mit einem Bimini aus, genoss aber ansonsten die Einfachheit dieses gut einhand zu segelnden Schiffs.

Die gründliche Vorbereitung über viele Jahre erlaubte ihm, sich bei diesem Törn ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Angesichts der jüngsten Ereignisse stellte er sich so die Frage: "Will ich weiter segeln gehen oder will ich zurück in den Beruf?" Und sobald diese Frage in seinem Kopf aufblitzte, verbat er sich im selben Moment, jetzt daran zu denken. Er wollte diese Frage nach dem Törn bearbeiten und den Törn ohne schlechte und störende Gedanken genießen.

Das konsequente Ausklammern der berufliche Sorgen und Fragen schuf Raum in Thomas' Kopf für neue Themen. Dinge, die früher einmal wichtig waren und die durch die großen Fragen des Lebens eines Mitteleuropäers in den Hintergrund gedrängt wurden kamen jetzt wieder zum Vorschein.

Historisches Mittelmeer

Die Erforschung der Herkunft unserer Zivilisation beschäftigte Thomas schon früh. Hier im Mittelmeer und auf seiner Reise fand er die historischen Zeugnisse großer Denker und Herrscher.

Das halbe Jahr der absoluten Freiheit klingt noch heute in Thomas nach.

Zunächst nur um mit Zuhause und mit seiner Frau seine Erlebnisse zu teilen, schuf er einen Blog, in dem er Fotos und Erlebnisse seiner Reise zu sich selbst veröffentlichte. Eines Tages sprach seine Berufskollegin Susanne in auf seine Texte und Bilder an: "Sag mal, seit wann kannst Du denn so gut schreiben?".

Thomas wies das ernstgemeinte Kompliment zunächst zurück, denn für ihn war zu dieser Zeit das Schreiben und der Blog nur Mittel zum Zweck.

Zurück in Deutschland stellte er sich eines Tages im Gespräch mit Susanne die Frage: "Was machen wir denn jetzt mit dem angebrochenen Nachmittag (unseres Lebens)?". Kurzerhand beschlossen die beiden:

Dann machen wir halt einen Verlag auf!

[caption id="" align="alignleft" width="176"]Einmal München - Antalya, bitte. Thomas's erstes Buch[/caption]

Es entstand sein erstes Buch: "Einmal München - Antalya bitte!"

Viele Kontakte aus den vergangenen Jahren, ein wachsendes Netzwerk und nicht zuletzt viel Arbeit führten zu einem Verlagsunternehmen, das sich auf Segler und Langfahrer eingespielt hat. Berühmte Größen aus der Langfahrer-Szene finden sich heute im Programm des Millemari-Verlags.

Zurück

[caption id="" align="alignright" width="172"]Ein Sommer lang Sizilien Eine Reise rund um die italienische Insel im Mittelmeer[/caption]


Ein halbes Jahr Segeln lässt den Kopf weit werden. Mach Platz für neue Gedanken. Alte Gedanken drängen sich auf und wollen zu Ende gedacht werden. Ein halbes Jahr verbringt Thomas seitdem mindestens auf See.

Und danach kommt er wieder nach Hause. Zurück zu seiner Frau. Zurück in eine andere Welt, von der er ganz bewusst Abstand bekommen hat. Und die ihm vom Cockpit aus oft so fremd vorkommt.

"Es dauert dann immer schon eine Zeit, bis wir uns wieder zusammen raufen.", gibt Thomas zu, "Es gibt Beziehungen, die funktionieren nur, wenn beide 24/7 zusammen sind. Und es gibt Beziehungen, die funktionieren genau anders herum. Da existiert etwas anderes, das immer wieder zum Vorschein kommt, wenn man heimkehrt."

"Einer geht raus. Der andere bleibt. Und wer zurück bleibt, hat's immer schwerer.", und so finden die beiden mit gemeinsamen Leidenschaften zur Zweisamkeit: Kunst, Ausstellungsbesuche und viele Riten des Alltags heben das Paar wieder auf eine Ebene der Gemeinsamkeit und Zweisamkeit.

Die sechs Wochen Jahresurlaub verbringt Thomas's Frau dann auch gemeinsam mit ihm auf dem Schiff. Ihre Idee war es auch, von der kleinen Dehler nun auf eine Sunbeam mit 37 Fuß umzusteigen.

Andere Reviere?

Thomas denkt kurz nach. "Entgegen dem modernen Italienischen Bootsfahrer, der gerne mal den Gashebel auf den Tisch legt, habe ich während eines Aufenthalts in Norwegen die große Verbundenheit der Einheimischen mit dem Meer und dem Segeln kennen gelernt.", erzählt er, "Das hat mir imponiert!". In Trondheim segelt man das ganze Jahr, in Italien nur im August!

Vier Punkte sind mir in einem Segelrevier wichtig:

  • Historie
  • sehr gut Essen und sehr gut Trinken
  • das ganz besonders leuchtende Blau des Wassers
  • die Landschaft

"Trotzdem zieht mich nichts aus dem Mittelmeer heraus. Ich habe hier alles, was ich möchte.", sinniert der Autor, "Ich wüsste im Moment kein Revier, das diese vier Kategorien so zur Deckung bringt, wie das Mittelmeer."

Trotz seiner Begrenztheit verkörpert das Mittelmeer gleichzeitig große Weite:

  • 24 Länder grenzen an das Mittelmeer.
  • In diesen Ländern leben 500 Millionen Menschen.
  • An der Küste des Mittelmeers leben 100 Millionen Menschen.
  • Die haben drei Weltreligionen.
  • Es ist wahnsinnig klein: es passt 3 mal in die Fläche der USA.
  • Trotzdem ist es ein Ballungsraum, in dem alles entstanden ist, was für unsere Kultur prägend ist.

Es war zum letzten mal in der Zeit der Römer unter einer Sprache, unter einer Münze und unter einem Gesetz. Es ist nie mehr gelungen, das noch einmal so zusammen zu führen.

Was muss Dich auf dem Boot immer begleiten?

Zwei hölzerne Wäscheklammern! Wofür? Eine Wäscheklammer ist ein Multitool!

  • sie besteht aus zwei Holzkeilen, die man mit einem kurzen Handgriff von ihrer Klammer befreien kann.
  • mit einem Messer kann man daraus schnell einen Splint oder einen Dorn anfertigen.
  • meine beiden Wäscheklammern an der Reling sind auch meine Begleiter, die mir in brenzligen Situationen wie zwei Freunde Mut verleihen. Einfach, weil sie da sind.

Aus welchem Fehler hast Du beim Segeln nachhaltig gelernt?

Resultierend aus einer zu spät erkannten Dieselpest sprang bei 30 Knoten Wind der Motor nicht mehr an und wir mussten vor der kroatischen Küste auf sehr engem Raum ein Ankermanöver fahren. Nachdem wir den Anker ausgebracht hatten, bemerkten wir, dass das Boot trotzdem nicht aufstoppen wollte. Der Wind drehte an dieser Stelle vor einem Küstenvorsprung und wir befanden uns in einem Windloch. In meiner Verzweiflung versuchte ich den eigentlich funktionslosen Motor noch einmal anzuwerfen und tatsächlich sprang er an! Er lief genau eine Minute und brachte uns die nötigen zwanzig Meter von dieser Stelle weg und wir konnten den Anker einfahren.

Ein Tipp für unsere Hörer?

Ganz einfach und spontan: Machen!

Wenn man von etwas träumt, dann muss man es machen! Es muss nicht sofort sein, doch ein Traum will gelebt werden. Machen. Umsetzen. Erleben, was im Kopf ist! Das gibt einem viel, viel Kraft!

Wo kann man mehr von Dir lesen?

Meinen Blog findet man unter marepiu.blogspot.de Hier gibt's alle Infos, auch über Livetermine, Lesungen und meine gesammelten Segelerlebnisse.

Nov 24, 2017

Auf der Hanseboot konnten wir Thomas treffen! Auf der Fahrt nach Hamburg hatte Eric dessen Buch "Ein Sommer lang Sizilien" fertig gelesen.

im Dreiergespräch erzählt Thomas, wie er zum Segeln kam und was ihn bis heute dabei tief bewegt.

Thomas ist gelernter Historiker und Germanist. Diese Ausbildung und die daraus resultierenden Perspektiven mündeten in der Verlagsbranche.

Als Verleger kommt man aber nicht zum Schreiben. Das war das Manko.

Trotzdem arbeitet er bereits 28 Jahre mit Spaß in diesem Beruf.

1998 das erste mal beim Segeln in Marmaris. Stand als ahnungsloses Kielschwein am Vorstag. Plötzlich entfuhr ihm ein Schrei. In diesem Moment wusste er: "Das will ich mal machen!"

Das Segel-Feuer war sofort entfacht. Er begann sofort mit der Recherche und der Planung, wie eine seglerische Zukunft nun zu realisieren sei und nahm sich vor: "Wenn das Leben es irgendwann hergibt, dann will ich ein halbes Jahr pro Jahr segeln gehen!"

Zunächst absolvierte er alle Scheine, die er machen konnte:

SBF, SKS, SSS und den SRC

Nachdem er dann 2014 unerwartet  aus seiner Anstellung bei einem Münchener Verlag gekündigt wurde, stand er da. Mit zwei Plastiktüten als Ergebnis der letzten 22 Jahre Verlagsarbeit. Der Beginn eines Umdenkprozess, der darin mündete, dass er nun endlich seinen Traum wahr machte und ein halbes Jahr segeln ging. Der erste Törn führte ihn auf seiner Dehler 31 von Isola nach Antalya. Unterwegs stattete er sein Schiff noch mit einem Bimini aus, genoss aber ansonsten die Einfachheit dieses gut einhand zu segelnden Schiffs.

Die gründliche Vorbereitung über viele Jahre erlaubte ihm, sich bei diesem Törn ganz auf sich selbst zu konzentrieren. Angesichts der jüngsten Ereignisse stellte er sich so die Frage: "Will ich weiter segeln gehen oder will ich zurück in den Beruf?" Und sobald diese Frage in seinem Kopf aufblitzte, verbat er sich im selben Moment, jetzt daran zu denken. Er wollte diese Frage nach dem Törn bearbeiten und den Törn ohne schlechte und störende Gedanken genießen.

Das konsequente Ausklammern der berufliche Sorgen und Fragen schuf Raum in Thomas' Kopf für neue Themen. Dinge, die früher einmal wichtig waren und die durch die großen Fragen des Lebens eines Mitteleuropäers in den Hintergrund gedrängt wurden kamen jetzt wieder zum Vorschein.

Historisches Mittelmeer

Die Erforschung der Herkunft unserer Zivilisation beschäftigte Thomas schon früh. Hier im Mittelmeer und auf seiner Reise fand er die historischen Zeugnisse großer Denker und Herrscher.

Das halbe Jahr der absoluten Freiheit klingt noch heute in Thomas nach.

Zunächst nur um mit Zuhause und mit seiner Frau seine Erlebnisse zu teilen, schuf er einen Blog, in dem er Fotos und Erlebnisse seiner Reise zu sich selbst veröffentlichte. Eines Tages sprach seine Berufskollegin Susanne in auf seine Texte und Bilder an: "Sag mal, seit wann kannst Du denn so gut schreiben?".

Thomas wies das ernstgemeinte Kompliment zunächst zurück, denn für ihn war zu dieser Zeit das Schreiben und der Blog nur Mittel zum Zweck.

Zurück in Deutschland stellte er sich eines Tages im Gespräch mit Susanne die Frage: "Was machen wir denn jetzt mit dem angebrochenen Nachmittag (unseres Lebens)?". Kurzerhand beschlossen die beiden:

Dann machen wir halt einen Verlag auf!

[caption id="" align="alignleft" width="176"]Einmal München - Antalya, bitte. Thomas's erstes Buch[/caption]

Es entstand sein erstes Buch: "Einmal München - Antalya bitte!"

Viele Kontakte aus den vergangenen Jahren, ein wachsendes Netzwerk und nicht zuletzt viel Arbeit führten zu einem Verlagsunternehmen, das sich auf Segler und Langfahrer eingespielt hat. Berühmte Größen aus der Langfahrer-Szene finden sich heute im Programm des Millemari-Verlags.

Zurück

Ein halbes Jahr Segeln lässt den Kopf weit werden. Mach Platz für neue Gedanken. Alte Gedanken drängen sich auf und wollen zu Ende gedacht werden. Ein halbes Jahr verbringt Thomas seitdem mindestens auf See.

Und danach kommt er wieder nach Hause. Zurück zu seiner Frau. Zurück in eine andere Welt, von der er ganz bewusst Abstand bekommen hat. Und die ihm vom Cockpit aus oft so fremd vorkommt.

"Es dauert dann immer schon eine Zeit, bis wir uns wieder zusammen raufen.", gibt Thomas zu, "Es gibt Beziehungen, die funktionieren nur, wenn beide 24/7 zusammen sind. Und es gibt Beziehungen, die funktionieren genau anders herum. Da existiert etwas anderes, das immer wieder zum Vorschein kommt, wenn man heimkehrt."

"Einer geht raus. Der andere bleibt. Und wer zurück bleibt, hat's immer schwerer.", und so finden die beiden mit gemeinsamen Leidenschaften zur Zweisamkeit: Kunst, Ausstellungsbesuche und viele Riten des Alltags heben das Paar wieder auf eine Ebene der Gemeinsamkeit und Zweisamkeit.

Die sechs Wochen Jahresurlaub verbringt Thomas's Frau dann auch gemeinsam mit ihm auf dem Schiff. Ihre Idee war es auch, von der kleinen Dehler nun auf eine Sunbeam mit 37 Fuß umzusteigen.

Andere Reviere?

Thomas denkt kurz nach. "Entgegen dem modernen Italienischen Bootsfahrer, der gerne mal den Gashebel auf den Tisch legt, habe ich während eines Aufenthalts in Norwegen die große Verbundenheit der Einheimischen mit dem Meer und dem Segeln kennen gelernt.", erzählt er, "Das hat mir imponiert!". In Trondheim segelt man das ganze Jahr, in Italien nur im August!

Vier Punkte sind mir in einem Segelrevier wichtig:

  • Historie
  • sehr gut Essen und sehr gut Trinken
  • das ganz besonders leuchtende Blau des Wassers
  • die Landschaft

"Trotzdem zieht mich nichts aus dem Mittelmeer heraus. Ich habe hier alles, was ich möchte.", sinniert der Autor, "Ich wüsste im Moment kein Revier, das diese vier Kategorien so zur Deckung bringt, wie das Mittelmeer."

Trotz seiner Begrenztheit verkörpert das Mittelmeer gleichzeitig große Weite:

  • 24 Länder grenzen an das Mittelmeer.
  • In diesen Ländern leben 500 Millionen Menschen.
  • An der Küste des Mittelmeers leben 100 Millionen Menschen.
  • Die haben drei Weltreligionen.
  • Es ist wahnsinnig klein: es passt 3 mal in die Fläche der USA.
  • Trotzdem ist es ein Ballungsraum, in dem alles entstanden ist, was für unsere Kultur prägend ist.

Es war zum letzten mal in der Zeit der Römer unter einer Sprache, unter einer Münze und unter einem Gesetz. Es ist nie mehr gelungen, das noch einmal so zusammen zu führen.

Was muss Dich auf dem Boot immer begleiten?

Zwei hölzerne Wäscheklammern! Wofür? Eine Wäscheklammer ist ein Multitool!

  • sie besteht aus zwei Holzkeilen, die man mit einem kurzen Handgriff von ihrer Klammer befreien kann.
  • mit einem Messer kann man daraus schnell einen Splint oder einen Dorn anfertigen.
  • meine beiden Wäscheklammern an der Reling sind auch meine Begleiter, die mir in brenzligen Situationen wie zwei Freunde Mut verleihen. Einfach, weil sie da sind.

Aus welchem Fehler hast Du beim Segeln nachhaltig gelernt?

Resultierend aus einer zu spät erkannten Dieselpest sprang bei 30 Knoten Wind der Motor nicht mehr an und wir mussten vor der kroatischen Küste auf sehr engem Raum ein Ankermanöver fahren. Nachdem wir den Anker ausgebracht hatten, bemerkten wir, dass das Boot trotzdem nicht aufstoppen wollte. Der Wind drehte an dieser Stelle vor einem Küstenvorsprung und wir befanden uns in einem Windloch. In meiner Verzweiflung versuchte ich den eigentlich funktionslosen Motor noch einmal anzuwerfen und tatsächlich sprang er an! Er lief genau eine Minute und brachte uns die nötigen zwanzig Meter von dieser Stelle weg und wir konnten den Anker einfahren.

Ein Tipp für unsere Hörer?

Ganz einfach und spontan: Machen!

Wenn man von etwas träumt, dann muss man es machen! Es muss nicht sofort sein, doch ein Traum will gelebt werden. Machen. Umsetzen. Erleben, was im Kopf ist! Das gibt einem viel, viel Kraft!

Wo kann man mehr von Dir lesen?

Meinen Blog findet man unter marepiu.blogspot.de Hier gibt's alle Infos, auch über Livetermine, Lesungen und meine gesammelten Segelerlebnisse.

Sep 8, 2017

Der Sommer war bunt

Die hessische Sommerferien sind nun vorbei, Dänemark ist leider wieder weit weg und die Kinder "dürfen" bei schönstem Sommerwetter wieder in die Schule gehen.

[caption id="attachment_868" align="alignleft" width="300"]Kevin und David in der Titanic-Szene am Bug der Hanse 400 Diese Szene war glücklicherweise die Einzige, die wir aus Titanic nachgespielt haben.[/caption]

Auch unser beiden Jungs sind nun wieder im Alltag bestens aufgehoben. Vielleicht denken sie noch ein bisschen an unsere Urlaubserinnerungen, wenn es mal wieder total öde ist in der Schule.

Wie im letzten Newsletter berichtet, waren wir ja eine Woche mit einem Charterschiff auf der Ostsee um Dänemark unterwegs.

Das Wetter war leider nicht wirklich sommerlich und so waren lange Hosen und Jacken eine Woche angesagt. Aber wir hatten guten Segelwind und das war ja eigentlich die Hauptmotivation für den Urlaub: wir wollten segeln!

Aber von Anfang an. Wir konnten die Hanse 400 schon am Freitag Abend kapern und so konnten wir dann am Samstag morgen pünktlich nach der Übergabe durch den Vercharterer schon bald ablegen.

Ab nach Dänemark

Unser erster Schlag ging nach Bagenkop auf Langeland. Babsi stand an der Reling und meinte auf einmal: "Was schwimmt denn da vorne?". Alle Köpfe fuhren herum in die Richtung, in die Babsi deutete. Eine dunkle Rückenfinne tauchte in einiger Entfernung neben unserem Boot auf. Ein Schweinswal begrüßte uns in Dänemark!

Die komplette Flaute zwang uns schon bald, die testweise hochgezogenen Segel wieder einzuholen und den Jockel anzuwerfen.

Bagenkop

In Bagenkop angekommen, stellten wir fest: Hier ist es voll. Aber wir konnten uns doch am Ende des Stegs ins Päckchen zu einer dänischen Yacht legen und bemerkten dann auch gleich den Grund für die vielen Yachten: Auf Bagenkop war Sommerfest das sogenannte: Bagenkop By- & Havnefest

Das mussten wir uns natürlich ansehen, aber erstmal brav die Hafengebühr zahlen. Gehört hatten wir schön öfter von den Bezahlautomaten, erlebt noch nicht. Aber es ist alles sehr verständlich erklärt und so konnten wir kurz darauf unser Bändchen am Boot befestigen.

[caption id="attachment_867" align="alignright" width="300"]Skipper Eric Skipper Eric[/caption]

Dann schnell stadtfein gemacht und ab aufs Fest.

Also die Dänen können feiern. Wir haben selten so viele lustige und ausgelassene Menschen gesehen, wie auf diesem Fest. Wir haben uns dann von einem sehr netten Dänen eine Spezialität empfehlen lassen: Roggenbrot mit Backfisch, Remoulade, Gurken und Röstzwiebel! LEGGER!

In der Nacht haben wir sehr gut geschlafen und am nächsten Morgen wollten wir nach unserer Törnplanung nach Lyø

Kurz bevor wir Lyø erreichten, liessen Wind und Regen nach und wir sahen die schöne kleine Insel in der Sonne liegen.

Lyø

Der Hafen war noch nicht so voll und wir konnten gut in eine Box rückwärts anlegen. Endlich konnten wir die Manöver aus dem Skippertraining im letzten Jahr in der Praxis erproben: Eindampfen in eine Achterspring lässt einen auch mit Wind auf die Nase gut und kontrolliert rückwärts in die Box fahren. Unser Stegnachbar hat uns sehr sicher und ruhig bestätigt und war ein sehr positiver Ausgleich zu den üblichen Verdächtigen, die als vermeintliche Profis am Steg standen und meinten, gute Ratschläge in Form von unsachlichen Zurufen geben zu müssen!

[caption id="attachment_870" align="alignright" width="300"]Die Glockensteine von Lyø Die Glockensteine von Lyø[/caption]

Thorsten und Christine lagen also mit ihrer Friendship Rose neben uns und wir hatten gleich ziemlich viel Gesprächsstoff, da auch die Beiden in der nächsten Zeit zu ihrer Weltumseglung aufbrechen werden.

Kurz darauf legte dann backbords noch Skipperlehrer Axel mit seiner Crew an und zusammen mit dieser netten Gesellschaft schmeckte das Anlegebier nochmal so gut!

Am nächsten Morgen wollten wir die Insel ein wenig erkunden.

Lyø ist eine sehr schnuckelige kleine Insel. Auf Lyø gibt es nur einen zentral gelegenen Ort, der Lyø By heißt. Er ist mit seinen fünf Dorfteichen eines der schönsten Dörfer Dänemarks, in dem mundgeblasene Fensterscheiben und Holzschlösser in den Türen zu sehen sind. 

Ausserdem wollten wir uns die berühmten Klokkestenen von Lyø ansehen.

Kevin hatte seine Drohne dabei und machten einige sehr schöne Aufnahmen von der Insel.

Wir beschlossen den Tag noch auf der Insel zu verbringen und erst am nächsten Morgen weiter zu fahren. Im Laufe des Nachmittags Abends wurde der Hafen voller und voller und es waren einige sehr gewagte Hafenmanöver zu beobachten. Wir waren froh, dass wir unseren Boxenplatz hatten, denn nun lagen die Schiffe im Dreierpäckchen.

So schnell sich der Hafen am Abend gefüllt hatte, so schnell leerte er sich auch schon wieder am nächsten Morgen. Auch wir legten nach einem leckeren Frühstück ab und fuhren wie geplant in Richtung Sonderborg.

Wir legten einen kleinen Zwischenstopp im Stadthafen ein, den wir zum Einkaufen nutzen. Schnell war ein Supermarkt gefunden und die Biervorräte und das notwendige Zubehör für Fischbrötchen waren gebunkert.

Vor dem Schloss von Sonderborg lag ein großes Traditionsschiff der königlichen Marine und eine Feier mit Pauken und Trompeten war im Gange, sehen konnte man nicht viel, aber die Musik war sehr feierlich.

Unsere Smutja versorgte uns dann während der Weiterfahrt mit leckeren Fischbrötchen und wir erreichten unsere Ankerbucht.

Ankern im Vemmingbund

Selbst unsere Jungs fanden die Begriffe idyllisch und traumhaft in diesem Moment nicht kitschig ;-)

[caption id="attachment_864" align="alignright" width="300"]Kevin und David genießen den Sonnenuntergang vor Anker in Vemmingbund Kevin und David genießen den Sonnenuntergang vor Anker in Vemmingbund[/caption]

Nachdem ein Motorboot mit seinen Wasserkifahrern nach einer Stunde abfuhr, war nur noch Stille.

Wir grillen mit unserm wunderbaren COBB GRILL und beobachten im Schein der untergehenden Sonne, wie Schweinswale um unser Schiff ziehen.

Nach einem traumhaften Sonnenuntergang hatte Eric die Idee, das wir auch den Sonnenaufgang gemeinsam erleben könnten. Also schnell gegoogelt, wann dieser stattfindet und den Wecker auf fünf Uhr gestellt.

Die Sonne ging blutrot über einem Ententeich auf! Kein Windhauch kräuselte das Wasser.

Zufrieden krochen wir dann nochmal in unsere Kojen und holten uns noch eine Mütze Schlaf. Fünf Uhr war wirklich etwas früh, um jetzt schon auf zu bleiben.

Als wir wieder wach wurden, bot sich ein anderes Bild! Der Schwell hatte merklich zugenommen und wir fuhren dann recht flott gegenan aus der Flensburger Förde und die Küste entlang Richtung Maasholm.

[caption id="attachment_865" align="alignleft" width="225"]Babsi peitscht die Hanse bis auf 8 Knoten Babsi peitscht die Hanse bis auf 8 Knoten[/caption]

In Maasholm sahen wir schon aus einiger Entfernung eine Amel Super Maramu am Steg liegen.

Wir Eltern bekamen glänzende Augen und die Jungs sahen eine Amel das erste Mal live.

Wir machten längsseits hinter ihr fest.  Der Hafenmeister empfahl uns sofort den leckeren Fischstand von Petersen hier um die Ecke. Das liessen wir uns nicht zweimal sagen und schlugen uns den Bauch voll. Fischbrötchen und Backfisch. Das Leben kann so einfach sein. Und so lecker!

Nachdem uns Kevin und David beim Monopoly spielen nach dem Abendessen richtig abgezockt hatten, gingen wir dann müde schlafen. Am nächsten Morgen hatten wir nur noch ein kurzes Stück zu fahren. Wir tankten in Strande und fuhren dann wieder auf unseren Liegeplatz in Laboe!

Abends mussten wir zum Abschluss auf vielfachen Wunsch zweier Herren zum Bosna essen gehen!

Anschließend genossen wir noch ein leckeres Eis bei einem weiteren schönen Sonnenuntergang am Strand von Laboe.

[caption id="attachment_869" align="alignright" width="300"]Der Himmel brennt am letzten Abend in Laboe Der Himmel brennt am letzten Abend in Laboe[/caption]

Am nächsten Morgen wurde gepackt und geräumt. Während Eric die Übergabe mit dem Vercharterer  machte, fuhr Babsi, David und Kevin das Leergut weg und zu einem obligatorischen Besuch bei Kaufhaus Stolz!

Um zwei Uhr winkten wir das letzte Mal der Ostsee und fuhren wieder zurück ins heiße Rhein-Main-Gebiet.

[caption id="attachment_866" align="aligncenter" width="640"]Die Glüxpiraten-Crew Die Glüxpiraten-Crew[/caption]

Jun 30, 2017

Was tun bei einem medizinischen Notfall auf See? Markus Witkowski weiß Rat: mit NQMed gibt es jetzt eine Plattform für ärztliche Hilfe auf privaten Yachten.


Markus Witkowski privat:

Jahrgang 1962, geschieden, keine Kinder
Mehrheitsgesellschafter und Projektleiter Telemedizin / Satellitenkommunikation im Nautischen Quartier, Geschäftsführer / Ausbildungsleiter RYS Cruising Club e.V., Professioneller Segler seit 2006

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

1996 Sportbootausbildung an der DHH Yachtschule Glücksburg, bis 2006 ehrenamtlicher Ausbilder beim DHH

Charterst Du?

IJsselmeer, Mittelmeer, Ostsee, Nordsee, Atlantik

Yachten zwischen 39 und 58 Fuss, da ich nur so viele Ziele pro Jahr ohne notwendige Überführungen erreichen kann

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Privat habe ich eine 39jährige Schönheit in NL-Roermond liegen (BM-Jolle).

Hast Du ein Traum-Schiff?

Als Testredakteur eines Boots-Magazins ändert sich mein Traumschiff regelmäßig.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Auf dem Mittelmeer - das reicht für ein ganzes Seglerleben! Kommendes Jahr zudem vor Thailand und den Seychellen, der kanadischen Pazifikküste und der amerikanischen Ostküste - mein erster Besuch in New York - selbstverständlich unter Segeln.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Drei Monate mit einem Folkeboot über die Ostsee

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Die Festmacherleinen - besonders wenn sie eingeholt werden!

Infos zum Kernthema:

Sportbootausbildung, Sicherheit auf See

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Segeln ohne Flautenschieber Wetter- und Wolkenaltlas


Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Praxis, Praxis, Praxis. Idealerweise lernt man Schiff und Umfeld bei einem Schnuppersegeln kennen. Danach eine solide Ausbildung abseits von Crash-Kursen und Online-Lehrgängen, begleitet von Seetörns mit wachsenden Ansprüchen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Segeln und Ausbildung:

RYS Cruising Club e.V., www.rheinyacht.de, m.witkowski@rheinyacht.de

Funkärztliche Beratung:

Nautisches Quartier UG, www.nautisches-quartier.de, m.witkowski@nautisches-quartier.de, www.nqmed.com

[newsletter]

Jun 23, 2017

Was tun bei einem medizinischen Notfall auf See? Markus Witkowski weiß Rat: mit NQMed gibt es jetzt eine Plattform für ärztliche Hilfe auf privaten Yachten.

Markus Witkowski privat:

Jahrgang 1962, geschieden, keine Kinder
Mehrheitsgesellschafter und Projektleiter Telemedizin / Satellitenkommunikation im Nautischen Quartier, Geschäftsführer / Ausbildungsleiter RYS Cruising Club e.V., Professioneller Segler seit 2006

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

1996 Sportbootausbildung an der DHH Yachtschule Glücksburg, bis 2006 ehrenamtlicher Ausbilder beim DHH

Charterst Du?

IJsselmeer, Mittelmeer, Ostsee, Nordsee, Atlantik

Yachten zwischen 39 und 58 Fuss, da ich nur so viele Ziele pro Jahr ohne notwendige Überführungen erreichen kann

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Privat habe ich eine 39jährige Schönheit in NL-Roermond liegen (BM-Jolle).

Hast Du ein Traum-Schiff?

Als Testredakteur eines Boots-Magazins ändert sich mein Traumschiff regelmäßig.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Auf dem Mittelmeer - das reicht für ein ganzes Seglerleben! Kommendes Jahr zudem vor Thailand und den Seychellen, der kanadischen Pazifikküste und der amerikanischen Ostküste - mein erster Besuch in New York - selbstverständlich unter Segeln.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Drei Monate mit einem Folkeboot über die Ostsee

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Die Festmacherleinen - besonders wenn sie eingeholt werden!

Infos zum Kernthema:

Sportbootausbildung, Sicherheit auf See

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Segeln ohne Flautenschieber Wetter- und Wolkenaltlas


Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Praxis, Praxis, Praxis. Idealerweise lernt man Schiff und Umfeld bei einem Schnuppersegeln kennen. Danach eine solide Ausbildung abseits von Crash-Kursen und Online-Lehrgängen, begleitet von Seetörns mit wachsenden Ansprüchen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Segeln und Ausbildung:

RYS Cruising Club e.V., www.rheinyacht.de, m.witkowski@rheinyacht.de

Funkärztliche Beratung:

Nautisches Quartier UG, www.nautisches-quartier.de, m.witkowski@nautisches-quartier.de, www.nqmed.com

[newsletter]

Jun 16, 2017

Walter H. Edetsberger bezeichnet sich gerne als Unsegler. Seine Geschichte unterscheidet sich in vielen Teilen von der typischen Langfahrtstory. Auf Binnen- und auf Seewegen durchfuhr er den Europäischen Kontinent und entdeckte ihn von einer neuen Seite. 18000 Meilen Abenteuer.

[caption id="attachment_822" align="alignleft" width="209"]Walter H. Edetsberger Walter H. Edetsberger[/caption]

17 Jahre sind jetzt vergangen seit wir von Münster aus zu unserem 9-jährigen Segelprojekt "Abenteuer Europa" aufgebrochen sind!

Seit 2015, dem Jubiläumsjahr, entsteht nun auf Facebook ein Blog und wöchentlich werden hier Fotos, Erlebnisse und Reisebeschreibungen eingestellt. Mehr als 30.000 Fotos warten darauf hochgeladen zu werden...

Auf dieser facebook-Seite könnt Ihr Stück für Stück an unserer Traumreise teilhaben und über Euer "gefällt mir" auf der Seite freue ich mich selbstverständlich.

Es war kein längerer Urlaub, sondern eine Auszeit, in der meine Träume von der Freiheit auf dem Wasser und das Reisen mit dem Wind realisiert wurden. Geplant war es zwei Jahre unterwegs zu sein, unsere speziell gewählte Lebensform dauerte dann aber ganze neun Jahre an, die uns an Bord meiner Jacht achtzehn unterschiedliche Länder besuchen ließ.

Die Reise wird von 6 Abschnitten geprägt:

  • Plötzlich Eigner...
  • 2 Jahre Abenteuer pur (Von Deutschland nach Griechenland)
  • 4 Jahre Urlaub total (Griechenland)
  • Fast 1 Jahr Wiederinstandsetzung nach einem katastrophalem Wassereinbruch (Griechenland)
  • 1 Jahr Sightseeing (Italien, Monaco; Frankreich)
  • Im letzten Jahr der Reise wollte ich nur mehr nach Hause... (Von Spanien nach Deutschland)

Dieser Törn führte uns durch Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien, Rumänien, Ukraine, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Italien, Monaco, Frankreich, Spanien, Portugal, England und die Niederlande.
18 Staaten wurden bereist und insgesamt 18.000 SM (ca. 33.000 Km) in Europa zurück gelegt.

Das entspricht 3/4 des Erdumfanges am Äquator!

Es geht los!

[caption id="attachment_823" align="alignright" width="588"]SY Goldfisch SY Goldfisch[/caption]

Von Münster aus über die Kanäle kamen wir auf den Hochwasser führenden Rhein und kämpften uns mit manchmal nur drei Stundenkilometer stromaufwärts. Nach dem Main und dem Main-Donau-Kanal erreichten wir die Donau, an deren Ufer ich in Wien aufwuchs und folgten ihr weiter stromab.

Nachdem wir Deutschland und Österreich durchquert hatten, ging Dörte in Bratislava (Slowakei) von Bord und ich steuerte die Yacht allein durch Ungarn und Kroatien nach Serbien, wo auch der Knackpunkt dieses Törns auf mich wartete. Als erster Skipper, mit einer unter deutscher Flagge fahrenden Privatyacht, durchfuhr ich nun nach dem Krieg Novi Sad und suchte mir den Weg zwischen den von der NATO zerstörten Brücken, deren Trümmer dort in der Donau lagen.

Durch die Karpaten kam ich dann zum größten europäischen Stauwerk, dem "Eisernen Tor". Später nach Bulgarien und Rumänien, wo ich die erste Winterpause einlegen musste, da der Wasserstand der Donau zu gering war. Abenteuerlich wurde die siebzehn Tonnen schwere „Goldfisch“ im rumänischem Oltenita aus dem Fluss gehoben.

Im folgenden Frühjahr hieß es wieder gemeinsam mit Dörte "Leinen los" und wir erkundeten das Biosphärenreservat "Donau-Delta", einem Labyrinth aus Schilfandschaften, Binnenseen und Lagunen, Sümpfen, Urwäldern und Dünen. Bis hierher steuerte ich das Schiff fast 4000 Kilometer durch Binnengewässer.

Auf Kanälen und Flüssen unterwegs, legten wir an vielen kleinen und großen europäischen Städten an. Innovation und Vergangenes als Kombination. Von Wirtschaftsmetropolen wie Frankfurt oder Wien und Kulturstädte wie Bratislava oder Budapest, durch das vom Krieg zerrüttete Belgrad, einem Besuch in Bucarest - dem "Paris des Ostens" ging es bis Sulina am Schwarzen Meer.

Kommunikation war nicht immer so einfach

In den vergangenen 16 Jahren hat sich für Wasserreisende insgesamt und auf der Donau speziell viel verändert und durch ständige Erreichbarkeit und Internet, Tablet oder Smartfone gibt es unzählige Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten, die uns damals nicht zur Verfügung standen. Selbst telefonieren war nicht überall möglich. Gerade in der Zeit als ich allein in Serbien, Kroatien und Rumänien auf der Donau unterwegs war, hatte ich oft über mehrere Tage keinerlei Kontakt zur Außenwelt und erhielt nur Infos von Frachterkapitänen oder Fischer, die ich versuchte zu nutzen. In Belgrad kostete damals eine Minute nach Deutschland telefonieren sage und schreibe 10,00 DM! Der Begriff „Flatrate“ war noch nicht erfunden...
Dienste wie z.B. Google entstanden erst 1997 und waren somit erst in der Anfangsphase. Google-Earth mit all seinen Möglichkeiten kam erst 2004 dazu und OpenSeaMap erst ab 2008. Alle heute gängigen Onlinemöglichkeiten gab es damals schlichtweg nicht. Während heute fast jeder Skipper das Smartfone zückt um sich über das Wettergeschehen zu informieren, holten wir uns bis 2005 Wetterdaten ausschließlich über UKW-Funk. Das bedeutete auch oft sehr umständliches Suchen nach Funkdaten und Zeiten, das Mitschneiden der jeweiligen Funksprüche und dann anschließend das Übersetzen und Auswerten derselben.

[caption id="attachment_824" align="alignleft" width="683"]Die Goldfisch vor Anker Die Goldfisch vor Anker[/caption]

Verlässliches Kartenmaterial von der Donau war 2000 nur bis Ungarn erhältlich. Da die Donau bei Novi Sad gesperrt war, waren die Karten für die folgenden Abschnitte veraltet und nicht wirklich zu verwenden.

Ab dem Eisernen Tor war ich auf dem manchmal 10 Kilometer breiten Strom navigatorisch auf mich allein gestellt. Hier halfen nur Skizzen, die ich von den Hafenbehörden erhielt oder Tipps von Fischern, die den Strom und ihr jeweiliges Revier bestens kannten.
Bei einer maximalen Wassertiefe von oft nur 2,5 m (Tiefgang der „Goldfisch“ 1,8 m) war es da von enormer Wichtigkeit den Strom zu verstehen, das jeweilige Fahrwasser zu finden und ihm zu folgen. Durch den oft wechselnden Wasserstand verschwinden und entstehen Inseln an anderer Stelle, Sandbänke ändern oft täglich ihren Standort und ihr Aussehen.

Auf Privatjachten war man damals nur im Oberlauf der Donau bis Ungarn eingestellt, ab Serbien gab es dafür keine Infrastruktur und wir mussten uns so fortbewegen wie die Berufsschifffahrt oder da anlegen wo sie es taten. Jachtclubs und Marinas entstanden am Unterlauf der Donau erst ab ca. 2005. Größtenteils mit Hilfe von EU-Geldern.

Es gab viele Schwierigkeiten, die von uns mit den damaligen Möglichkeiten aber nicht wirklich hinterfragt werden konnten. Die meisten Leute rieten uns von dem Vorhaben ab, viele meinten auch, wir wären verrückt.

Mit all den technischen Neuentwicklungen im jetzigem digitalen Zeitalter und dem Umdenken der ehemaligen Ostländer mit Beitritten in die EU mag es heute um einiges einfacher sein die Donau und das Schwarze Meer zu bereisen, interessant und äußerst aufregend bleibt eine solche Reise aber weiterhin.

Für uns war der Törn über die Donau und das Schwarze Meer Abenteuer pur!

Nach dem schwarzem Meer steuerten wir zwischen dem asiatischen und dem europäischen Kontinent durch den Bosporus und der weitere Weg führte uns dann über das Marmara Meer und durch die Dardanellen in die griechische Ägäis, Landschaft der Sonne und des Urlaubes, sowie tiefverwurzelten Glauben und eigener Weltanschauung.
Im Norden Griechenlands wurde dann auch die zweite Winterpause eingelegt. Leider veränderte sich zu dieser Zeit Dörtes Urlaubssituation und ab da war ich alleine unterwegs.

Im 6. Jahr der Reise kam es zum "Supergau". Wassereinbruch! Es folgte ein monatelanger Kraftakt um die Schäden zu beseitigen. Mehr dazu weiter unten!

Danach ging es durch die gesamte griechische Inselwelt und von der Ägäis durch den Kanal von Korinth ins Ionische Meer.
An Italiens Stiefelabsatz entlang und durch die Strasse von Messina erreichte ich das westliche Mittelmeer. Nach Sizilien ging es an Italien nordwärts. Neapel, Rom, und Genua waren dabei wichtige Stationen, ebenso wie viele traumhafte Inseln Italiens. Ponza, Ventotene und auch Elba gehörten dazu. Monaco, Korsika und Sardinien standen ebenso auf dem Programm.
Nach der französischen und spanischen Küste und einem Besuch auf den Balearen erreiche ich Gibraltar und den Atlantik.
Über Portugal und die Bisquaja steuere England an. Nach der Nordsee, dem Wattenmeer, Ems und Dortund-Ems-Kanal laufen wir wieder gemeinsam im Stadthafen-Münster ein.

Zu dieser Reise entstanden bisher drei Bücher:

Im Bann der Donau Ein Goldfisch im Schwarzen Meer Hafenkoller - oder wovon man im Süden träumt
Mit dem Kauf der 14 Meter langen Segelyacht, sowie der darauffolgenden Restaurierung erfüllt sich Walter H. Edetsberger einen Jugendtraum und macht sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dörte Heitbrink an Bord der "Goldfisch" auf den Weg, Europa zu umrunden. In diesem Buch beschreibt der Abenteurer die erste Etappe der Reise über Rhein, Main und Donau, quer durch Europa bis nach Sulina am Schwarzen Meer.
Eine außergewöhnliche Fahrt durch neun Länder und ca. 4000 km, gefüllt mit Ängsten und Überwindungen, aber auch mit wunderbaren Erlebnissen, zahlreichen neuen Bekanntschaften und einzigartigen Landschaftsbildern. Er zeigt die Schönheit der Donau mit ihren spektakulären Gebirgsdurchbrüchen und deren Stromverengungen, Kanälen, Inseln und dem folgendem "Biosphärenreservat Donau-Delta". Einem Labyrinth aus Schilflandschaften, Binnenseen und Lagunen, Sümpfen, Urwäldern und Dünen.
Viele eindrucksvolle Fotos und die detaillierten Beschreibungen aller von ihm angesteuerten Marinas, Häfen und Ankerplätzen, sowie unzählige Tipps für Nachfolger, runden dieses Werk ab und lassen es zu einem unverzichtbaren Reisebegleiter auf der Donau werden.
In seinem zweiten Buch, beschreibt der Autor die Reise von Sulina über das Schwarze Meer, Bosporus, Marmara Meer und durch die Dardanellen in die griechische Ägäis. Auf diesem Törn kämpft er sich mit seiner Lebensgefährtin durch die berüchtigten Schwarz-Meer-Stürme, sie müssen sich durch scheinbar undurchdringlichen Nebel tasten, erleben aber auch wundervolle Segeltage und genießen die auf sie herab scheinenden Sonnenstrahlen, obwohl sie eine weite Strecke illegal unterwegs sind und nur knapp einer Verhaftung aus dem Weg gehen können. Geschütze der Küstenwache und Kalaschnikows von zu allem entschlossenen Soldaten sind auf sie gerichtet, aber auch die Augen vieler neu gewonnener Freunde. Von Ost nach West zwischen den Kontinenten unterwegs, steuern sie blind durch die Dardanellen, kommen in Flauten und auch in die schwersten Meltemi-Stürme, die seit mehr als zehn Jahren über die Ägäis brausten. Viele Fotos und das integrierte Hafenhandbuch für das westliche und südwestliche Schwarze Meer runden das Werk ab. Dieses Mal erzählt der Autor in humorvoller Weise von einem kleinen, verschlafenen Dorf mitten in Griechenland, in dessen Hafen der Held der Geschichte mit seiner betagten Segelyacht vor Jahren festgemacht und sich dort mit deutscher Rente "angesiedelt" hat.
Da wo die Alten noch das Sagen haben und jeden Sonntag zur Messe gerufen wird, aber auch wo sich Aussteiger treffen, oder die die sich dafür halten. Auch von Schmarotzern und kleinen Betrügern erzählt er. Wie man am schnellsten die Neuigkeiten des Dorfes erfährt, von Touristenscharen, die für kurze Zeit alles überfluten und den tollen Ideen so mancher "Geschäftsleute". Und trotzdem scheint alles so zu bleiben wie es schon immer war...
Ein Roman für Alle, die sich mit einem Lächeln im Gesicht an ihren eigenen Griechenlandurlaub zurück erinnern möchten und das Eine oder Andere wieder erkennen aber auch für diejenigen, die eine Bestätigung dafür brauchen, einfach daheim zu bleiben.

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

WARUM EUROPA?

Außer Australien hatte ich sowohl beruflich als auch privat alle Kontinente bereits und somit viel von unserer wundervollen Erde gesehen. In Los Angeles hatte ich neben meinem Job das Leben der Superreichen kennen gelernt, in Hongkong verbrachte ich meine Freizeit oft bei den Boatpeople in Aberdeen Harbour oder trank in einer afrikanischen Oase der Sahara Tee mit Berbern. Ich habe Gletscher gesehen, lag auf Palmen umsäumten Sandstränden, war auch in tiefen Urwäldern oder einsamen Wüstengebieten unterwegs gewesen. Habe die unterschiedlichsten Kontinente, Länder und Regionen bereist, unzählige Kulturen kennen gelernt aber eben nichts von Europa gesehen!

Als ich 1997 nach Deutschland kam, erkannte ich schnell, wie abwechslungsreich dieses Land ist und obwohl Deutschland ein direkter Nachbarstaat meiner Heimat Österreich ist, musste ich feststellen dass ich über dieses Land überhaupt nichts wusste. Es war erschreckend für mich zu erkennen, dass ich von Europa nur Österreich kannte.

Nachdem ich dann 1999 zum Eigner einer eigenen Jacht wurde, war eines klar: ich muss mir jetzt Europa ansehen und gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Dörte startete ich im Jahr 2000 das Projekt "Abenteuer Europa".
Ursprünglich war geplant 2 Jahre an Bord zu leben und unterwegs zu sein, schlussendlich wurden es aber 9 Jahre. Es gab auf dieser Strecke einfach immer mehr zu entdecken, unser Plan wurde immer mehr ausgedehnt und wir wollten demnach auch immer noch mehr von Europa sehen.

Unsegler

[caption id="attachment_825" align="alignleft" width="683"]Unser schönster Ankerplatz Unser schönster Ankerplatz[/caption]

Wir sind keine typischen Segler. Uns ist egal ob die Segel perfekt stehen oder wie wir unterwegs etwas verbessern können. Für uns war immer nur wichtig, was erwartet uns wenn wir unser angepeiltes Ziel erreichen und was gibt es dort zu entdecken. Deshalb waren wir auch viel im Landesinneren unterwegs und haben wesentlich mehr Fotos von der Land-, als von der Wasserseite. Nach dem langen Binnentörn war Segeln für uns immer nur dafür da um umsonst und mit wenig Aufwand von A nach B zu kommen. Denn die Strecke war lang und der Wind ist gratis...

Auf diesem langen Törn fanden wir heraus dass egal was die meisten Menschen in der großen weiten Welt suchen, all das findet man in Europa!
Europa wartet mit 4 Klimazonen auf, vom kalt und gemäßigtem Klima über ozeanisch bis subtropisch. Enorme Gebirgsketten, riesige Sumpfgebiete, fast undurchdringbare Wälder oder einsame Sandstrände. Schnee und Eis, Lava und heiße Quellen, unterschiedlichste Wasserwelten wie Seen, Ströme oder gewaltige Meere. Trubel oder Einsamkeit, alles ist vorhanden. Und das alles obwohl Europa einer der kleineren Kontinente ist.

Europa ist aber überaus abwechslungsreich, reizvoll und exotisch. Es ist mit unheimlich viel verschiedenen Landschaftstypen, Kulturen, unzählige Sprachen und unterschiedlichsten Eigenheiten ausgestattet.

Auf unserer Reise lagen wunderbare und sehenswerte 18 europäischen Länder. Selbstverständlich lassen sich nicht alle Staaten über einen verbundenen Wasserweg erkunden aber viele davon. Wir würden unsere Reise sofort wiederholen und so weit wie möglich noch weiter ausdehnen. Es stellt sich uns gar nicht mehr die Frage nach Zielen außerhalb Europas...

Und deshalb bleibt Europa unser Ziel...

Neues Buchprojekt

Zur Zeit stehen zwei neue Buchprojekte an.
Ich durfte als Co-Autor an „Sturmsegeln“ des millemari-Verlag von Susanne Guidera mitarbeiten und eine meiner spannenden Sturmerlebnisse mit Motorprobleme und ausgefallener Steuerung beitragen.

Mein eigenes, neues Buchprojekt:
Arbeitstitel „Missgeschicke, Pleiten und Pannen auf 18.000 Seemeilen

Dieses Buch soll ausschließlich die Geschichten hinter der Geschichte erzählen. Also alles was nicht rosarot eingefärbt ist oder von Heldentaten unter Segel erzählt.
Sondern von Missgeschicken, Pleiten und Pannen. Von mangelnder Erfahrung aber der Fähigkeit daraus zu lernen und niemals aufzugeben.

Von einem Schiffskauf ohne die nötigen Fahrerlaubnis und keinerlei Erfahrung, dafür mit fehlendem Rigg. Einem „Hauruckführerschein“ und dem Törnstart ohne Probeschlag und ohne Funktionstests vieler Bauteile.
Erst unterwegs viele existentielle Dinge an Bord installieren, einer stattlichen Anzahl von Reparaturen und damit einher gehender Beinaheherzinfarkten.

Vom Erlernen der navigatorischen Grundkenntnisse erst unterwegs, nach fast tausend Kilometer der Reise zum ersten Mal Ankern in meinem Leben, Wassereinbrüche, Motorversagen, meiner allein davon treibenden Jacht von Land aus hinterher zusehen, zwei Beihnahe-Verluste, ein Fast-Totalschaden u.s.w....

Zu einer Zeit als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, Smartphones, Flats und Apps noch nicht erfunden waren, sogar Telefonanrufe nicht überall möglich waren und ich die Probleme über Buschfunk erledigen musste.

Ein Buch nur voller Missgeschicke, Pleiten und Pannen auf 18.000 Seemeilen eben! Und trotzdem viele Jahre als Fahrtensegler glücklich unterwegs zu sein...
So quasi vom Erfolg des Misserfolges ;)

Hier geht's zur Facebook-Umfrage von Walter

Zum Beispiel:

Folgende Schilderung zeigt das Beispiel einer solche erlebten Katastrophe unterwegs: - 2006 mitten im tiefsten Griechenland...

Nachdem ich eine hölzerne und wackelige Leiter am Schiff anbringe, mir den Weg durch das Planengewirr bahne und den Eingang öffne, schlägt mir sofort stark müffelnder Geruch entgegen und das Chaos bricht mit geballter Kraft über mich herein...
Im Steuerstand überall Schimmel und als ich den Niedergang hinunter blicke, trifft mich beinahe der Schlag. Über den Bodenbrettern knöcheltiefe, schwarzbraune, schlammige Brühe. Es stinkt... Und auch hier überall Schimmel.... Chaos wohin ich blicke...

Das gesamte Schiffsinnere nass. Ich öffnete mit Gewalt den Motorraum unter dem Steuerstand, sehe erst mal ausschließlich schwarze Brühe und es ragt nur mehr der Zylinderkopf der Maschine heraus....

Was war geschehen???

Im Spätherbst hatte ich die „Goldfisch“ mit einfachen Bauplanen abgedeckt um sie gegen den typischen Schmutz dieser kleinen griechischen Werft zu schützen und bin nach Deutschland geflogen um mich auf verschiedenen Bootsmessen umzusehen und nötige Ersatzteile und Ausrüstungsgegenstände zu kaufen.

Der Winter dieses Jahres war in der Region ziemlich streng und es hatte rund um die Pilionhalbinsel extrem viel geschneit und geregnet. Die Schneemassen hatten die Planen nach unten eingedrückt und am Achterdeck bildetet die Plane einen riesigen schweren Sack dessen enormes Gewicht schlussendlich die Klappe zur Hydraulik der Steueranlage eindrückte. Der Sack riss dann dort, bildete einen riesigen Trichter zwischen der Holzreling und sowohl der schmelzende Schnee als auch Regen der Folgemonate geriet so ins Schiffsinnere.
Die Energieversorgung war abgeschaltet, somit aktivierten sich die Lenzpumpen auch nicht und so stieg das Wasser zuerst in der Bilge und dann über den Bodenbrettern an.
Irgendwann hatte der Wasserstand am Motor die Öffnung für den Ölmessstab erreicht und sickerte dort in die Maschine. Das darin befindliche Öl wurde nach oben und dann aus dieser Öffnung nach außen gedrückt. Somit schwammen am Ende im gesamten Innenraum fast 10 Liter Motoröl an der Oberfläche des eingedrungenen Regenwassers. Eine einzige stinkende und ölige Brühe im gesamten Schiffsinneren!
Dazu kam das Wissen dass der Motor mit Wasser aufgefüllt ist! Und dass auch alle anderen Teile des Motors unter Wasser liegen.
Später entdeckte ich sogar dass durch den Wasserdampf unter Deck, außen an mehreren Stellen die Decksaufbauten aufgepatzt war.

Die Leute der Werft hatten zwar die zerrissene Plane gesehen, da sie aber wussten dass die Planen nur als Schutz gegen den Schmutz dienen sollten, schenkten sie dem ganzen keine Bedeutung. Selbstverständlich gab es deswegen später eine deftige Diskussion, aus der ich aber als Verlierer heraus ging. In jedem Werft- oder Marinavertrag ist vermerkt, dass keine Gewährleistung bei Schäden übernommen wird...

Kein Einzelfall

Mittlerweile weis ich dass Ähnliches schon vielen Schiffseignern weltweit widerfahren ist die ihre Boote an Land stehen hatten und Lenzpumpen nicht aktiviert oder Abflüsse im Rumpf nicht geöffnet waren. Eine kleine Unachtsamkeit mit ungeahnten Folgen!
Im kommenden Winter erfuhr ich unter anderem von einem Segler in der Karibik, der sein Schiff ebenfalls an Land stehen hatte, dass herabfallende Blätter eines nahe stehenden Baumes sich an Deck sammelten und die verstopften dann die Abflüsse. Das schnell steigende Wasser drang in sein Schiff ein und es lief bis zur Kajütendecke voll. Totalschaden! Bis heute habe ich über solch Unglücke nirgendwo gelesen aber mir wurde auf meiner Reise mehrmals darüber berichtet. Diese traurigen Geschichten gibt es doch öfter als gedacht.

Erst ein Jahr später, im Frühjahr 2007 konnte ich meine Reise fortsetzen.
Es kostete mich viele lange Monate, das Schiff zu trocknen, Schimmel mühsam zu beseitigen, Planken, Latten und Holzplatten zu erneuern, alle elektrische Leitungen und viele der ruinierten Geräte zu entfernen oder instand zu setzen, die Maschine mit seinen Anbauteilen zu zerlegen, aufwendig zu reinigen, zu reparieren und gangbar zu machen, das Schiffsinnere zu reinigen und alles wieder aufzubereiten, Leitungen neu verlegen, Wasser- und Dieseltanks reinigen(auch hier war verunreinigtes Wasser eingedrungen), Wasserleitungen durch zu spülen, und... und... und...

Nicht nur unter Deck sondern auch außen musste ich vieles reparieren.
Danach schliff ich noch das ganze Schiff und verpasste ihm einen neuen Anstrich. In den letzten zwei Arbeitsmonaten hatte ich dann zum Glück Hilfe zweier angereister Freunde. Eine Hilfe, für die ich unendlich dankbar bin. Sonst wäre ich wohl auch 2007 nicht von der Werft gekommen...

Insgesamt war es ein enormer, monatelanger Kraftakt, an dem ich fast verzweifelt wäre...

Jun 9, 2017

Walter H. Edetsberger bezeichnet sich gerne als Unsegler. Seine Geschichte unterscheidet sich in vielen Teilen von der typischen Langfahrtstory. Auf Binnen- und auf Seewegen durchfuhr er den Europäischen Kontinent und entdeckte ihn von einer neuen Seite. 18000 Meilen Abenteuer.

Walter H. Edetsberger Walter H. Edetsberger

17 Jahre sind jetzt vergangen seit wir von Münster aus zu unserem 9-jährigen Segelprojekt "Abenteuer Europa" aufgebrochen sind!

Seit 2015, dem Jubiläumsjahr, entsteht nun auf Facebook ein Blog und wöchentlich werden hier Fotos, Erlebnisse und Reisebeschreibungen eingestellt. Mehr als 30.000 Fotos warten darauf hochgeladen zu werden...

Auf dieser facebook-Seite könnt Ihr Stück für Stück an unserer Traumreise teilhaben und über Euer "gefällt mir" auf der Seite freue ich mich selbstverständlich.

Es war kein längerer Urlaub, sondern eine Auszeit, in der meine Träume von der Freiheit auf dem Wasser und das Reisen mit dem Wind realisiert wurden. Geplant war es zwei Jahre unterwegs zu sein, unsere speziell gewählte Lebensform dauerte dann aber ganze neun Jahre an, die uns an Bord meiner Jacht achtzehn unterschiedliche Länder besuchen ließ.

Die Reise wird von 6 Abschnitten geprägt:

  • Plötzlich Eigner...
  • 2 Jahre Abenteuer pur (Von Deutschland nach Griechenland)
  • 4 Jahre Urlaub total (Griechenland)
  • Fast 1 Jahr Wiederinstandsetzung nach einem katastrophalem Wassereinbruch (Griechenland)
  • 1 Jahr Sightseeing (Italien, Monaco; Frankreich)
  • Im letzten Jahr der Reise wollte ich nur mehr nach Hause... (Von Spanien nach Deutschland)

Dieser Törn führte uns durch Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Serbien, Kroatien, Rumänien, Ukraine, Bulgarien, Türkei, Griechenland, Italien, Monaco, Frankreich, Spanien, Portugal, England und die Niederlande.
18 Staaten wurden bereist und insgesamt 18.000 SM (ca. 33.000 Km) in Europa zurück gelegt.

Das entspricht 3/4 des Erdumfanges am Äquator!

Es geht los!

[caption id="attachment_823" align="alignright" width="588"]SY Goldfisch SY Goldfisch[/caption]

Von Münster aus über die Kanäle kamen wir auf den Hochwasser führenden Rhein und kämpften uns mit manchmal nur drei Stundenkilometer stromaufwärts. Nach dem Main und dem Main-Donau-Kanal erreichten wir die Donau, an deren Ufer ich in Wien aufwuchs und folgten ihr weiter stromab.

Nachdem wir Deutschland und Österreich durchquert hatten, ging Dörte in Bratislava (Slowakei) von Bord und ich steuerte die Yacht allein durch Ungarn und Kroatien nach Serbien, wo auch der Knackpunkt dieses Törns auf mich wartete. Als erster Skipper, mit einer unter deutscher Flagge fahrenden Privatyacht, durchfuhr ich nun nach dem Krieg Novi Sad und suchte mir den Weg zwischen den von der NATO zerstörten Brücken, deren Trümmer dort in der Donau lagen.

Durch die Karpaten kam ich dann zum größten europäischen Stauwerk, dem "Eisernen Tor". Später nach Bulgarien und Rumänien, wo ich die erste Winterpause einlegen musste, da der Wasserstand der Donau zu gering war. Abenteuerlich wurde die siebzehn Tonnen schwere „Goldfisch“ im rumänischem Oltenita aus dem Fluss gehoben.

Im folgenden Frühjahr hieß es wieder gemeinsam mit Dörte "Leinen los" und wir erkundeten das Biosphärenreservat "Donau-Delta", einem Labyrinth aus Schilfandschaften, Binnenseen und Lagunen, Sümpfen, Urwäldern und Dünen. Bis hierher steuerte ich das Schiff fast 4000 Kilometer durch Binnengewässer.

Auf Kanälen und Flüssen unterwegs, legten wir an vielen kleinen und großen europäischen Städten an. Innovation und Vergangenes als Kombination. Von Wirtschaftsmetropolen wie Frankfurt oder Wien und Kulturstädte wie Bratislava oder Budapest, durch das vom Krieg zerrüttete Belgrad, einem Besuch in Bucarest - dem "Paris des Ostens" ging es bis Sulina am Schwarzen Meer.

Kommunikation war nicht immer so einfach

In den vergangenen 16 Jahren hat sich für Wasserreisende insgesamt und auf der Donau speziell viel verändert und durch ständige Erreichbarkeit und Internet, Tablet oder Smartfone gibt es unzählige Kommunikations- und Informationsmöglichkeiten, die uns damals nicht zur Verfügung standen. Selbst telefonieren war nicht überall möglich. Gerade in der Zeit als ich allein in Serbien, Kroatien und Rumänien auf der Donau unterwegs war, hatte ich oft über mehrere Tage keinerlei Kontakt zur Außenwelt und erhielt nur Infos von Frachterkapitänen oder Fischer, die ich versuchte zu nutzen. In Belgrad kostete damals eine Minute nach Deutschland telefonieren sage und schreibe 10,00 DM! Der Begriff „Flatrate“ war noch nicht erfunden...
Dienste wie z.B. Google entstanden erst 1997 und waren somit erst in der Anfangsphase. Google-Earth mit all seinen Möglichkeiten kam erst 2004 dazu und OpenSeaMap erst ab 2008. Alle heute gängigen Onlinemöglichkeiten gab es damals schlichtweg nicht. Während heute fast jeder Skipper das Smartfone zückt um sich über das Wettergeschehen zu informieren, holten wir uns bis 2005 Wetterdaten ausschließlich über UKW-Funk. Das bedeutete auch oft sehr umständliches Suchen nach Funkdaten und Zeiten, das Mitschneiden der jeweiligen Funksprüche und dann anschließend das Übersetzen und Auswerten derselben.

[caption id="attachment_824" align="alignleft" width="683"]Die Goldfisch vor Anker Die Goldfisch vor Anker[/caption]

Verlässliches Kartenmaterial von der Donau war 2000 nur bis Ungarn erhältlich. Da die Donau bei Novi Sad gesperrt war, waren die Karten für die folgenden Abschnitte veraltet und nicht wirklich zu verwenden.

Ab dem Eisernen Tor war ich auf dem manchmal 10 Kilometer breiten Strom navigatorisch auf mich allein gestellt. Hier halfen nur Skizzen, die ich von den Hafenbehörden erhielt oder Tipps von Fischern, die den Strom und ihr jeweiliges Revier bestens kannten.
Bei einer maximalen Wassertiefe von oft nur 2,5 m (Tiefgang der „Goldfisch“ 1,8 m) war es da von enormer Wichtigkeit den Strom zu verstehen, das jeweilige Fahrwasser zu finden und ihm zu folgen. Durch den oft wechselnden Wasserstand verschwinden und entstehen Inseln an anderer Stelle, Sandbänke ändern oft täglich ihren Standort und ihr Aussehen.

Auf Privatjachten war man damals nur im Oberlauf der Donau bis Ungarn eingestellt, ab Serbien gab es dafür keine Infrastruktur und wir mussten uns so fortbewegen wie die Berufsschifffahrt oder da anlegen wo sie es taten. Jachtclubs und Marinas entstanden am Unterlauf der Donau erst ab ca. 2005. Größtenteils mit Hilfe von EU-Geldern.

Es gab viele Schwierigkeiten, die von uns mit den damaligen Möglichkeiten aber nicht wirklich hinterfragt werden konnten. Die meisten Leute rieten uns von dem Vorhaben ab, viele meinten auch, wir wären verrückt.

Mit all den technischen Neuentwicklungen im jetzigem digitalen Zeitalter und dem Umdenken der ehemaligen Ostländer mit Beitritten in die EU mag es heute um einiges einfacher sein die Donau und das Schwarze Meer zu bereisen, interessant und äußerst aufregend bleibt eine solche Reise aber weiterhin.

Für uns war der Törn über die Donau und das Schwarze Meer Abenteuer pur!

Nach dem schwarzem Meer steuerten wir zwischen dem asiatischen und dem europäischen Kontinent durch den Bosporus und der weitere Weg führte uns dann über das Marmara Meer und durch die Dardanellen in die griechische Ägäis, Landschaft der Sonne und des Urlaubes, sowie tiefverwurzelten Glauben und eigener Weltanschauung.
Im Norden Griechenlands wurde dann auch die zweite Winterpause eingelegt. Leider veränderte sich zu dieser Zeit Dörtes Urlaubssituation und ab da war ich alleine unterwegs.

Im 6. Jahr der Reise kam es zum "Supergau". Wassereinbruch! Es folgte ein monatelanger Kraftakt um die Schäden zu beseitigen. Mehr dazu weiter unten!

Danach ging es durch die gesamte griechische Inselwelt und von der Ägäis durch den Kanal von Korinth ins Ionische Meer.
An Italiens Stiefelabsatz entlang und durch die Strasse von Messina erreichte ich das westliche Mittelmeer. Nach Sizilien ging es an Italien nordwärts. Neapel, Rom, und Genua waren dabei wichtige Stationen, ebenso wie viele traumhafte Inseln Italiens. Ponza, Ventotene und auch Elba gehörten dazu. Monaco, Korsika und Sardinien standen ebenso auf dem Programm.
Nach der französischen und spanischen Küste und einem Besuch auf den Balearen erreiche ich Gibraltar und den Atlantik.
Über Portugal und die Bisquaja steuere England an. Nach der Nordsee, dem Wattenmeer, Ems und Dortund-Ems-Kanal laufen wir wieder gemeinsam im Stadthafen-Münster ein.

Zu dieser Reise entstanden bisher drei Bücher:

Im Bann der Donau Ein Goldfisch im Schwarzen Meer Hafenkoller - oder wovon man im Süden träumt
Mit dem Kauf der 14 Meter langen Segelyacht, sowie der darauffolgenden Restaurierung erfüllt sich Walter H. Edetsberger einen Jugendtraum und macht sich gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Dörte Heitbrink an Bord der "Goldfisch" auf den Weg, Europa zu umrunden. In diesem Buch beschreibt der Abenteurer die erste Etappe der Reise über Rhein, Main und Donau, quer durch Europa bis nach Sulina am Schwarzen Meer.
Eine außergewöhnliche Fahrt durch neun Länder und ca. 4000 km, gefüllt mit Ängsten und Überwindungen, aber auch mit wunderbaren Erlebnissen, zahlreichen neuen Bekanntschaften und einzigartigen Landschaftsbildern. Er zeigt die Schönheit der Donau mit ihren spektakulären Gebirgsdurchbrüchen und deren Stromverengungen, Kanälen, Inseln und dem folgendem "Biosphärenreservat Donau-Delta". Einem Labyrinth aus Schilflandschaften, Binnenseen und Lagunen, Sümpfen, Urwäldern und Dünen.
Viele eindrucksvolle Fotos und die detaillierten Beschreibungen aller von ihm angesteuerten Marinas, Häfen und Ankerplätzen, sowie unzählige Tipps für Nachfolger, runden dieses Werk ab und lassen es zu einem unverzichtbaren Reisebegleiter auf der Donau werden.
In seinem zweiten Buch, beschreibt der Autor die Reise von Sulina über das Schwarze Meer, Bosporus, Marmara Meer und durch die Dardanellen in die griechische Ägäis. Auf diesem Törn kämpft er sich mit seiner Lebensgefährtin durch die berüchtigten Schwarz-Meer-Stürme, sie müssen sich durch scheinbar undurchdringlichen Nebel tasten, erleben aber auch wundervolle Segeltage und genießen die auf sie herab scheinenden Sonnenstrahlen, obwohl sie eine weite Strecke illegal unterwegs sind und nur knapp einer Verhaftung aus dem Weg gehen können. Geschütze der Küstenwache und Kalaschnikows von zu allem entschlossenen Soldaten sind auf sie gerichtet, aber auch die Augen vieler neu gewonnener Freunde. Von Ost nach West zwischen den Kontinenten unterwegs, steuern sie blind durch die Dardanellen, kommen in Flauten und auch in die schwersten Meltemi-Stürme, die seit mehr als zehn Jahren über die Ägäis brausten. Viele Fotos und das integrierte Hafenhandbuch für das westliche und südwestliche Schwarze Meer runden das Werk ab. Dieses Mal erzählt der Autor in humorvoller Weise von einem kleinen, verschlafenen Dorf mitten in Griechenland, in dessen Hafen der Held der Geschichte mit seiner betagten Segelyacht vor Jahren festgemacht und sich dort mit deutscher Rente "angesiedelt" hat.
Da wo die Alten noch das Sagen haben und jeden Sonntag zur Messe gerufen wird, aber auch wo sich Aussteiger treffen, oder die die sich dafür halten. Auch von Schmarotzern und kleinen Betrügern erzählt er. Wie man am schnellsten die Neuigkeiten des Dorfes erfährt, von Touristenscharen, die für kurze Zeit alles überfluten und den tollen Ideen so mancher "Geschäftsleute". Und trotzdem scheint alles so zu bleiben wie es schon immer war...
Ein Roman für Alle, die sich mit einem Lächeln im Gesicht an ihren eigenen Griechenlandurlaub zurück erinnern möchten und das Eine oder Andere wieder erkennen aber auch für diejenigen, die eine Bestätigung dafür brauchen, einfach daheim zu bleiben.

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

WARUM EUROPA?

Außer Australien hatte ich sowohl beruflich als auch privat alle Kontinente bereits und somit viel von unserer wundervollen Erde gesehen. In Los Angeles hatte ich neben meinem Job das Leben der Superreichen kennen gelernt, in Hongkong verbrachte ich meine Freizeit oft bei den Boatpeople in Aberdeen Harbour oder trank in einer afrikanischen Oase der Sahara Tee mit Berbern. Ich habe Gletscher gesehen, lag auf Palmen umsäumten Sandstränden, war auch in tiefen Urwäldern oder einsamen Wüstengebieten unterwegs gewesen. Habe die unterschiedlichsten Kontinente, Länder und Regionen bereist, unzählige Kulturen kennen gelernt aber eben nichts von Europa gesehen!

Als ich 1997 nach Deutschland kam, erkannte ich schnell, wie abwechslungsreich dieses Land ist und obwohl Deutschland ein direkter Nachbarstaat meiner Heimat Österreich ist, musste ich feststellen dass ich über dieses Land überhaupt nichts wusste. Es war erschreckend für mich zu erkennen, dass ich von Europa nur Österreich kannte.

Nachdem ich dann 1999 zum Eigner einer eigenen Jacht wurde, war eines klar: ich muss mir jetzt Europa ansehen und gemeinsam mit meiner Lebensgefährtin Dörte startete ich im Jahr 2000 das Projekt "Abenteuer Europa".
Ursprünglich war geplant 2 Jahre an Bord zu leben und unterwegs zu sein, schlussendlich wurden es aber 9 Jahre. Es gab auf dieser Strecke einfach immer mehr zu entdecken, unser Plan wurde immer mehr ausgedehnt und wir wollten demnach auch immer noch mehr von Europa sehen.

Unsegler

[caption id="attachment_825" align="alignleft" width="683"]Unser schönster Ankerplatz Unser schönster Ankerplatz[/caption]

Wir sind keine typischen Segler. Uns ist egal ob die Segel perfekt stehen oder wie wir unterwegs etwas verbessern können. Für uns war immer nur wichtig, was erwartet uns wenn wir unser angepeiltes Ziel erreichen und was gibt es dort zu entdecken. Deshalb waren wir auch viel im Landesinneren unterwegs und haben wesentlich mehr Fotos von der Land-, als von der Wasserseite. Nach dem langen Binnentörn war Segeln für uns immer nur dafür da um umsonst und mit wenig Aufwand von A nach B zu kommen. Denn die Strecke war lang und der Wind ist gratis...

Auf diesem langen Törn fanden wir heraus dass egal was die meisten Menschen in der großen weiten Welt suchen, all das findet man in Europa!
Europa wartet mit 4 Klimazonen auf, vom kalt und gemäßigtem Klima über ozeanisch bis subtropisch. Enorme Gebirgsketten, riesige Sumpfgebiete, fast undurchdringbare Wälder oder einsame Sandstrände. Schnee und Eis, Lava und heiße Quellen, unterschiedlichste Wasserwelten wie Seen, Ströme oder gewaltige Meere. Trubel oder Einsamkeit, alles ist vorhanden. Und das alles obwohl Europa einer der kleineren Kontinente ist.

Europa ist aber überaus abwechslungsreich, reizvoll und exotisch. Es ist mit unheimlich viel verschiedenen Landschaftstypen, Kulturen, unzählige Sprachen und unterschiedlichsten Eigenheiten ausgestattet.

Auf unserer Reise lagen wunderbare und sehenswerte 18 europäischen Länder. Selbstverständlich lassen sich nicht alle Staaten über einen verbundenen Wasserweg erkunden aber viele davon. Wir würden unsere Reise sofort wiederholen und so weit wie möglich noch weiter ausdehnen. Es stellt sich uns gar nicht mehr die Frage nach Zielen außerhalb Europas...

Und deshalb bleibt Europa unser Ziel...

Neues Buchprojekt

Zur Zeit stehen zwei neue Buchprojekte an.
Ich durfte als Co-Autor an „Sturmsegeln“ des millemari-Verlag von Susanne Guidera mitarbeiten und eine meiner spannenden Sturmerlebnisse mit Motorprobleme und ausgefallener Steuerung beitragen.

Mein eigenes, neues Buchprojekt:
Arbeitstitel „Missgeschicke, Pleiten und Pannen auf 18.000 Seemeilen

Dieses Buch soll ausschließlich die Geschichten hinter der Geschichte erzählen. Also alles was nicht rosarot eingefärbt ist oder von Heldentaten unter Segel erzählt.
Sondern von Missgeschicken, Pleiten und Pannen. Von mangelnder Erfahrung aber der Fähigkeit daraus zu lernen und niemals aufzugeben.

Von einem Schiffskauf ohne die nötigen Fahrerlaubnis und keinerlei Erfahrung, dafür mit fehlendem Rigg. Einem „Hauruckführerschein“ und dem Törnstart ohne Probeschlag und ohne Funktionstests vieler Bauteile.
Erst unterwegs viele existentielle Dinge an Bord installieren, einer stattlichen Anzahl von Reparaturen und damit einher gehender Beinaheherzinfarkten.

Vom Erlernen der navigatorischen Grundkenntnisse erst unterwegs, nach fast tausend Kilometer der Reise zum ersten Mal Ankern in meinem Leben, Wassereinbrüche, Motorversagen, meiner allein davon treibenden Jacht von Land aus hinterher zusehen, zwei Beihnahe-Verluste, ein Fast-Totalschaden u.s.w....

Zu einer Zeit als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, Smartphones, Flats und Apps noch nicht erfunden waren, sogar Telefonanrufe nicht überall möglich waren und ich die Probleme über Buschfunk erledigen musste.

Ein Buch nur voller Missgeschicke, Pleiten und Pannen auf 18.000 Seemeilen eben! Und trotzdem viele Jahre als Fahrtensegler glücklich unterwegs zu sein...
So quasi vom Erfolg des Misserfolges ;)

Hier geht's zur Facebook-Umfrage von Walter

Zum Beispiel:

Folgende Schilderung zeigt das Beispiel einer solche erlebten Katastrophe unterwegs: - 2006 mitten im tiefsten Griechenland...

Nachdem ich eine hölzerne und wackelige Leiter am Schiff anbringe, mir den Weg durch das Planengewirr bahne und den Eingang öffne, schlägt mir sofort stark müffelnder Geruch entgegen und das Chaos bricht mit geballter Kraft über mich herein...
Im Steuerstand überall Schimmel und als ich den Niedergang hinunter blicke, trifft mich beinahe der Schlag. Über den Bodenbrettern knöcheltiefe, schwarzbraune, schlammige Brühe. Es stinkt... Und auch hier überall Schimmel.... Chaos wohin ich blicke...

Das gesamte Schiffsinnere nass. Ich öffnete mit Gewalt den Motorraum unter dem Steuerstand, sehe erst mal ausschließlich schwarze Brühe und es ragt nur mehr der Zylinderkopf der Maschine heraus....

Was war geschehen???

Im Spätherbst hatte ich die „Goldfisch“ mit einfachen Bauplanen abgedeckt um sie gegen den typischen Schmutz dieser kleinen griechischen Werft zu schützen und bin nach Deutschland geflogen um mich auf verschiedenen Bootsmessen umzusehen und nötige Ersatzteile und Ausrüstungsgegenstände zu kaufen.

Der Winter dieses Jahres war in der Region ziemlich streng und es hatte rund um die Pilionhalbinsel extrem viel geschneit und geregnet. Die Schneemassen hatten die Planen nach unten eingedrückt und am Achterdeck bildetet die Plane einen riesigen schweren Sack dessen enormes Gewicht schlussendlich die Klappe zur Hydraulik der Steueranlage eindrückte. Der Sack riss dann dort, bildete einen riesigen Trichter zwischen der Holzreling und sowohl der schmelzende Schnee als auch Regen der Folgemonate geriet so ins Schiffsinnere.
Die Energieversorgung war abgeschaltet, somit aktivierten sich die Lenzpumpen auch nicht und so stieg das Wasser zuerst in der Bilge und dann über den Bodenbrettern an.
Irgendwann hatte der Wasserstand am Motor die Öffnung für den Ölmessstab erreicht und sickerte dort in die Maschine. Das darin befindliche Öl wurde nach oben und dann aus dieser Öffnung nach außen gedrückt. Somit schwammen am Ende im gesamten Innenraum fast 10 Liter Motoröl an der Oberfläche des eingedrungenen Regenwassers. Eine einzige stinkende und ölige Brühe im gesamten Schiffsinneren!
Dazu kam das Wissen dass der Motor mit Wasser aufgefüllt ist! Und dass auch alle anderen Teile des Motors unter Wasser liegen.
Später entdeckte ich sogar dass durch den Wasserdampf unter Deck, außen an mehreren Stellen die Decksaufbauten aufgepatzt war.

Die Leute der Werft hatten zwar die zerrissene Plane gesehen, da sie aber wussten dass die Planen nur als Schutz gegen den Schmutz dienen sollten, schenkten sie dem ganzen keine Bedeutung. Selbstverständlich gab es deswegen später eine deftige Diskussion, aus der ich aber als Verlierer heraus ging. In jedem Werft- oder Marinavertrag ist vermerkt, dass keine Gewährleistung bei Schäden übernommen wird...

Kein Einzelfall

Mittlerweile weis ich dass Ähnliches schon vielen Schiffseignern weltweit widerfahren ist die ihre Boote an Land stehen hatten und Lenzpumpen nicht aktiviert oder Abflüsse im Rumpf nicht geöffnet waren. Eine kleine Unachtsamkeit mit ungeahnten Folgen!
Im kommenden Winter erfuhr ich unter anderem von einem Segler in der Karibik, der sein Schiff ebenfalls an Land stehen hatte, dass herabfallende Blätter eines nahe stehenden Baumes sich an Deck sammelten und die verstopften dann die Abflüsse. Das schnell steigende Wasser drang in sein Schiff ein und es lief bis zur Kajütendecke voll. Totalschaden! Bis heute habe ich über solch Unglücke nirgendwo gelesen aber mir wurde auf meiner Reise mehrmals darüber berichtet. Diese traurigen Geschichten gibt es doch öfter als gedacht.

Erst ein Jahr später, im Frühjahr 2007 konnte ich meine Reise fortsetzen.
Es kostete mich viele lange Monate, das Schiff zu trocknen, Schimmel mühsam zu beseitigen, Planken, Latten und Holzplatten zu erneuern, alle elektrische Leitungen und viele der ruinierten Geräte zu entfernen oder instand zu setzen, die Maschine mit seinen Anbauteilen zu zerlegen, aufwendig zu reinigen, zu reparieren und gangbar zu machen, das Schiffsinnere zu reinigen und alles wieder aufzubereiten, Leitungen neu verlegen, Wasser- und Dieseltanks reinigen(auch hier war verunreinigtes Wasser eingedrungen), Wasserleitungen durch zu spülen, und... und... und...

Nicht nur unter Deck sondern auch außen musste ich vieles reparieren.
Danach schliff ich noch das ganze Schiff und verpasste ihm einen neuen Anstrich. In den letzten zwei Arbeitsmonaten hatte ich dann zum Glück Hilfe zweier angereister Freunde. Eine Hilfe, für die ich unendlich dankbar bin. Sonst wäre ich wohl auch 2007 nicht von der Werft gekommen...

Insgesamt war es ein enormer, monatelanger Kraftakt, an dem ich fast verzweifelt wäre...

Jun 2, 2017

Buchautor Holger Peterson lebt auf seinem Schiff. In unserem Interview erzählt er über das Leben an Bord, das geeignete Schiff und erklärt uns ein Rettungsmanöver, das er entwickelt hat.

Holger Peterson privat:

54 Jahre, verheiratet in zweiter Ehe mit meiner Jugendliebe. Zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe und eine 12-jährige Stieftochter. Auf das Sabbatjahr und einen einjährigen Törn nach Südamerica im Jahr 2012 habe ich verzichtet, stattdessen meine wiedergefundene Jugendliebe mit 30 Jahren Verspätung geheiratet: Lieber mit zwei Blondinen nach Norderney, als allein um Kap Hoorn. Das kann warten :=))

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Ein Faltboot habe ich als zehnjähriger Junge gekauft, bin an der Aller bei Celle aufgewachsen. Die zentrale Frage, die mich seit 44 Jahren antreibt: Was liegt hinter der nächsten Kurve?

Erst später folgten Motorradreisen, Motocrossrennen - und mit 24 als junger Vater holte ich das Faltboot meiner Kindheit wieder vom Dachboden, schlug zum ersten Mal ein Segel an und lernte auf der Aller, wie das funktioniert. Danach hatte ich acht Trailer- und Hochseeyachten mit Liegeplätzen auf Flüssen, dem Steinhuder Meer, der Ost- und der Nordsee, bis die Freuide am Schreiben und Fotografieren dazu kam.

Charterst Du?

Niemals. Seefahrt und mein emotionales Verhältnis zum eigenen Boot sind untrennbar verbunden. Sonst mache ich nur Testfahrten als Autor - von der Hansekogge bis zur HighTechYacht.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Unsere Reinke 11 S aus Alu ist unser Traumschiff, siehe mein Buch "Mein Boot ist mein Zuhause". Größer als sie darf ein Boot nicht sein, weil wir sonst das Optimum der Freiheit wieder verlieren würden.

Hier geht's zu einem NDR-Beitrag mit einigen Einblicken in Holgers Leben und seine Fuchur.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Es gibt kein Traumschiff. Entweder sind wir mit dem Boot glücklich, das wir uns leisten können, oder wir haben den Sinn des Segelns nicht verstanden. Ich bin mehrfach zwischen 6 und 11 Meter langen Booten gewechselt. Die Freude auf dem Wasser hat mit der Bootsgröße nichts zu tun. Und wenn ich einmal im Jahr wieder das Faltboot vom Dachboden meiner Elter hole, bin ich vollständig glücklich und möchte es am liebsten wieder auf dem Autodach festschnallen, um mit dem Zelt nach Norwegen zu fahren. Aber ein Törn im Winter bei Hochwasser durch vergessene Altarme, die nur bei Überflutungen Wasser führen, ist unglaublich schön.

Ergo: Nach zwei Tagen in der Kajüte einer Hai 710 fühlt man sich ebenso wohl, wie zuvor in einem Rumpf mit Badewanne. Vor der Hai 710 hatte ich insgesamt drei Boote und jetzt die besagte Badewanne in der Reinke S 11. Aber dazu gehört auch verdammt viel Technik, um den Komfort zu betreiben. Allerdings: Es ist unser Zuhause, auch bei 10 Grad minus jederzeit fahrbereit.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Im ostfriesischen Wattenmeer und der dänischen Südsee. Und wenn es passt: Anlegen im Hafen von Amrum, einen Whisky in der Blauen Maus und über den Dünenwanderweg zum Kniepsand laufen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Geld spielt keine Rolle mehr, weil wir unser Traumschiff haben und nur noch darauf warten, dass unsere Tochter erwachsen ist. Beruflich abgesichert, leben wir dann nur noch an Bord. Unsere Häuser haben wir nie vermisst - zu viel Besitz belastet nur. Außerdem haben Häuser verdammt schlechte Segeleigenschaften. Das gilt auch für Wohnmobile ...

Uns fehlt noch die Zeit für mehr als sechs Wochen am Stück. Aber der Ruhestand in sieben Jahren ist absehbar. Bis dahin leben wir an gut 300 Tagen im Jahr an Bord. Wo das Boot gerade liegt, ist zweitrangig, wie es die Urlaubsziele sind. Wir planen nicht, legen ab und richten uns allein nach Wind und Wetter. Mit der FUCHUR kommen wir bei einem Tiefgang von nur 1,30 und einer Breite von 3,46 in jedem Hafen unter. Trockenfallen kann man auf den Kimmkielen und bei 12 Metern Länge passen wir an Fingerstege.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Der Heizlüfter ECOMAT 2000, der im Winter nie aus ist, mit 450 Watt auskommt und mit dem wir in den fünf kalten Monaten mit 400 Euro an Energiekosten komfortabel und sparsam leben. Selber schuld, wer sein Boot durchgehend mit einer Dieselheizung betreibt. Wir haben sie auch, aber nur zum kurzzeitigen Durchheizen. Das Bad war etwas frisch, aber da hängt jetzt eine sparsame Infrarotheizplatte und sorgt durchgehend für 19 Grad. Neuerding habe ich einen Superwind-350-Generator auch ins Herz geschlossen, die StayAfloat-Paste, das Dirko-Motorendichtungsmittel, die Hardy-Kraftstoffpumpe, ein Gurkenglas mit Luftentfeuchtertablette gegen Dieselpest, die kugelgelagerten Mastrutscher - aber erst, seit die Schräubchen mit Loctite eingesetzt wurden ...

Wenn es um das Segeln geht

Keine Scheuklappen vor besonderen Revieren. Ein Fluß vor der Haustür kann wunderschön sein. Und keine Angst vor der Nordsee, nur Respekt vor den Seegatten. Weg mit dem Kartenplotter, her mit dem Echolot und dem Deuten von Wellenbildern. Wenn die Autobahnen zur Nordsee leerer sind, als die Autobahnen zu Ostsee, kann die Nordsee die besten und familienfreundlichesten Reviere bieten. Aber um Panoramen genießen zu können, muss man erst die Bordtechnik und die Sicherheitstechnik beherrschen. Wenn das geschafft ist, kommt eine Prise von Tiergeschichten und Lebengeschichten besonderer Menschen hinzu, die man unterwegs trifft. Das gibt eine leckere Segelsuppe

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

"Tagedieb und Taugenichts" von Hugo Wehner "Gewittersegeln" von Millemari-Autoren



Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Wie lang ist Eure Seite? Ich habe jede Menge Fehler gemacht, weil ich stets ein Autodidakt war und nie eine Segelschule besucht habe. Seekrankheit in einem nicht vorhergesagten Nordseesturm hat trotz Wetterberatung beinahe Leben und Boot gekostet, bis ich von Professor Jarisch (Histamin und Seekrankheit) gelernt habe, sie zu vermeiden ist. Das Lernen hört ja nie auf, auch nicht nach 30 Jahren auf dem Wasser.

Aber ich lerne aus Fehlern, suche Lösungen und entwicklte daraus zusammen mit meiner Frau ein neues Bergungsmanöver. Meine Frau rettet mich jetzt allein in sechs Minuten, inklusive Ansteuerungsmanöver und Leinenverbindung ... wenn sie will:=)) Der Rotek-Hebelzug kostet dabei ganze 70 Euro.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Im Zuge der weltweiten Krisen gibt es einen Trend zum Urlaub im eigenen Land. Und: Ich will nicht 30 Jahre auf die "große Fahrt" warten, sondern das Bordleben jetzt schon genießen. Das Ei des Kolumbus liegt nicht in der Karibik, sondern in der Glückseligkeit der eigenen Kajüte auf dem Frühstückstisch - egal, wo das Boot gerade dümpelt. Wo also könnten Urlaub und Alltag schöner sein, als auf dem Wasser?

Daher: Den Sportbootführerschein für das Grundwissen, dann ganz schnell ein eigenes Boot ab 7 Meter für den Grundkomfort: Die See und das Boot sorgen für eine ganzheitliche Ausbildung, wenn man sich zunächst mit dem Boot und der Rolle des verantwortlichen Eigners identifiziert, um dann Schritt für Schritt die Törns zu erweitern und sich vorher bei alten Hasen zu erkundigen. Bei meinem ersten Nordseetörn war ich Skipper an Bord meines zweiten Kajütbootes, einer Mirage 28, aber ein erfahrener Seebär korrigierte meine Anfängerfehler, bis wir durch den NOK die Ostsee erreicht hatten.

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Bleib vor einen Boot stehen, frag die Crew nach irgendeinem Detail, und Du wirst im weiteren Gespräch garantiert eine Geschichte oder einen Tipp bekommen, den Du verwenden kannst. Bootfahrer sind niemals einsam, wenn sie gelernt haben, zuzuhören.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Gerne per Mail: segler153@googlemail.com

Notizen:

Wenn Du dann ein Boot hast, begreife es als Raumschiff, für dessen Zustand Du verantwortlich bist und dessen hinterste Winkel Du kennen solltest. Dafür bedankt es sich und ermöglicht es, in einem faszinierend lebensfeindlichen Kontinuum zu überleben, den Kopf in das Kissen zu kuscheln und aus dem Kojenfenster die Welt zu entdecken. Das ist etwa so, wie beim kleinen Häwelmann in seinem Kinderbettchen, mit dem er durch den Wald segelt.

May 26, 2017

Buchautor Holger Peterson lebt auf seinem Schiff. In unserem Interview erzählt er über das Leben an Bord, das geeignete Schiff und erklärt uns ein Rettungsmanöver, das er entwickelt hat.

Holger Peterson privat:

54 Jahre, verheiratet in zweiter Ehe mit meiner Jugendliebe. Zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe und eine 12-jährige Stieftochter. Auf das Sabbatjahr und einen einjährigen Törn nach Südamerica im Jahr 2012 habe ich verzichtet, stattdessen meine wiedergefundene Jugendliebe mit 30 Jahren Verspätung geheiratet: Lieber mit zwei Blondinen nach Norderney, als allein um Kap Hoorn. Das kann warten :=))

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Ein Faltboot habe ich als zehnjähriger Junge gekauft, bin an der Aller bei Celle aufgewachsen. Die zentrale Frage, die mich seit 44 Jahren antreibt: Was liegt hinter der nächsten Kurve?

Erst später folgten Motorradreisen, Motocrossrennen - und mit 24 als junger Vater holte ich das Faltboot meiner Kindheit wieder vom Dachboden, schlug zum ersten Mal ein Segel an und lernte auf der Aller, wie das funktioniert. Danach hatte ich acht Trailer- und Hochseeyachten mit Liegeplätzen auf Flüssen, dem Steinhuder Meer, der Ost- und der Nordsee, bis die Freuide am Schreiben und Fotografieren dazu kam.

Charterst Du?

Niemals. Seefahrt und mein emotionales Verhältnis zum eigenen Boot sind untrennbar verbunden. Sonst mache ich nur Testfahrten als Autor - von der Hansekogge bis zur HighTechYacht.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Unsere Reinke 11 S aus Alu ist unser Traumschiff, siehe mein Buch "Mein Boot ist mein Zuhause". Größer als sie darf ein Boot nicht sein, weil wir sonst das Optimum der Freiheit wieder verlieren würden.

Hier geht's zu einem NDR-Beitrag mit einigen Einblicken in Holgers Leben und seine Fuchur.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Es gibt kein Traumschiff. Entweder sind wir mit dem Boot glücklich, das wir uns leisten können, oder wir haben den Sinn des Segelns nicht verstanden. Ich bin mehrfach zwischen 6 und 11 Meter langen Booten gewechselt. Die Freude auf dem Wasser hat mit der Bootsgröße nichts zu tun. Und wenn ich einmal im Jahr wieder das Faltboot vom Dachboden meiner Elter hole, bin ich vollständig glücklich und möchte es am liebsten wieder auf dem Autodach festschnallen, um mit dem Zelt nach Norwegen zu fahren. Aber ein Törn im Winter bei Hochwasser durch vergessene Altarme, die nur bei Überflutungen Wasser führen, ist unglaublich schön.

Ergo: Nach zwei Tagen in der Kajüte einer Hai 710 fühlt man sich ebenso wohl, wie zuvor in einem Rumpf mit Badewanne. Vor der Hai 710 hatte ich insgesamt drei Boote und jetzt die besagte Badewanne in der Reinke S 11. Aber dazu gehört auch verdammt viel Technik, um den Komfort zu betreiben. Allerdings: Es ist unser Zuhause, auch bei 10 Grad minus jederzeit fahrbereit.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Im ostfriesischen Wattenmeer und der dänischen Südsee. Und wenn es passt: Anlegen im Hafen von Amrum, einen Whisky in der Blauen Maus und über den Dünenwanderweg zum Kniepsand laufen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Geld spielt keine Rolle mehr, weil wir unser Traumschiff haben und nur noch darauf warten, dass unsere Tochter erwachsen ist. Beruflich abgesichert, leben wir dann nur noch an Bord. Unsere Häuser haben wir nie vermisst - zu viel Besitz belastet nur. Außerdem haben Häuser verdammt schlechte Segeleigenschaften. Das gilt auch für Wohnmobile ...

Uns fehlt noch die Zeit für mehr als sechs Wochen am Stück. Aber der Ruhestand in sieben Jahren ist absehbar. Bis dahin leben wir an gut 300 Tagen im Jahr an Bord. Wo das Boot gerade liegt, ist zweitrangig, wie es die Urlaubsziele sind. Wir planen nicht, legen ab und richten uns allein nach Wind und Wetter. Mit der FUCHUR kommen wir bei einem Tiefgang von nur 1,30 und einer Breite von 3,46 in jedem Hafen unter. Trockenfallen kann man auf den Kimmkielen und bei 12 Metern Länge passen wir an Fingerstege.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Der Heizlüfter ECOMAT 2000, der im Winter nie aus ist, mit 450 Watt auskommt und mit dem wir in den fünf kalten Monaten mit 400 Euro an Energiekosten komfortabel und sparsam leben. Selber schuld, wer sein Boot durchgehend mit einer Dieselheizung betreibt. Wir haben sie auch, aber nur zum kurzzeitigen Durchheizen. Das Bad war etwas frisch, aber da hängt jetzt eine sparsame Infrarotheizplatte und sorgt durchgehend für 19 Grad. Neuerding habe ich einen Superwind-350-Generator auch ins Herz geschlossen, die StayAfloat-Paste, das Dirko-Motorendichtungsmittel, die Hardy-Kraftstoffpumpe, ein Gurkenglas mit Luftentfeuchtertablette gegen Dieselpest, die kugelgelagerten Mastrutscher - aber erst, seit die Schräubchen mit Loctite eingesetzt wurden ...

Wenn es um das Segeln geht

Keine Scheuklappen vor besonderen Revieren. Ein Fluß vor der Haustür kann wunderschön sein. Und keine Angst vor der Nordsee, nur Respekt vor den Seegatten. Weg mit dem Kartenplotter, her mit dem Echolot und dem Deuten von Wellenbildern. Wenn die Autobahnen zur Nordsee leerer sind, als die Autobahnen zu Ostsee, kann die Nordsee die besten und familienfreundlichesten Reviere bieten. Aber um Panoramen genießen zu können, muss man erst die Bordtechnik und die Sicherheitstechnik beherrschen. Wenn das geschafft ist, kommt eine Prise von Tiergeschichten und Lebengeschichten besonderer Menschen hinzu, die man unterwegs trifft. Das gibt eine leckere Segelsuppe

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

"Tagedieb und Taugenichts" von Hugo Wehner "Gewittersegeln" von Millemari-Autoren



Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Wie lang ist Eure Seite? Ich habe jede Menge Fehler gemacht, weil ich stets ein Autodidakt war und nie eine Segelschule besucht habe. Seekrankheit in einem nicht vorhergesagten Nordseesturm hat trotz Wetterberatung beinahe Leben und Boot gekostet, bis ich von Professor Jarisch (Histamin und Seekrankheit) gelernt habe, sie zu vermeiden ist. Das Lernen hört ja nie auf, auch nicht nach 30 Jahren auf dem Wasser.

Aber ich lerne aus Fehlern, suche Lösungen und entwicklte daraus zusammen mit meiner Frau ein neues Bergungsmanöver. Meine Frau rettet mich jetzt allein in sechs Minuten, inklusive Ansteuerungsmanöver und Leinenverbindung ... wenn sie will:=)) Der Rotek-Hebelzug kostet dabei ganze 70 Euro.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Im Zuge der weltweiten Krisen gibt es einen Trend zum Urlaub im eigenen Land. Und: Ich will nicht 30 Jahre auf die "große Fahrt" warten, sondern das Bordleben jetzt schon genießen. Das Ei des Kolumbus liegt nicht in der Karibik, sondern in der Glückseligkeit der eigenen Kajüte auf dem Frühstückstisch - egal, wo das Boot gerade dümpelt. Wo also könnten Urlaub und Alltag schöner sein, als auf dem Wasser?

Daher: Den Sportbootführerschein für das Grundwissen, dann ganz schnell ein eigenes Boot ab 7 Meter für den Grundkomfort: Die See und das Boot sorgen für eine ganzheitliche Ausbildung, wenn man sich zunächst mit dem Boot und der Rolle des verantwortlichen Eigners identifiziert, um dann Schritt für Schritt die Törns zu erweitern und sich vorher bei alten Hasen zu erkundigen. Bei meinem ersten Nordseetörn war ich Skipper an Bord meines zweiten Kajütbootes, einer Mirage 28, aber ein erfahrener Seebär korrigierte meine Anfängerfehler, bis wir durch den NOK die Ostsee erreicht hatten.

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Bleib vor einen Boot stehen, frag die Crew nach irgendeinem Detail, und Du wirst im weiteren Gespräch garantiert eine Geschichte oder einen Tipp bekommen, den Du verwenden kannst. Bootfahrer sind niemals einsam, wenn sie gelernt haben, zuzuhören.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Gerne per Mail: segler153@googlemail.com

Notizen:

Wenn Du dann ein Boot hast, begreife es als Raumschiff, für dessen Zustand Du verantwortlich bist und dessen hinterste Winkel Du kennen solltest. Dafür bedankt es sich und ermöglicht es, in einem faszinierend lebensfeindlichen Kontinuum zu überleben, den Kopf in das Kissen zu kuscheln und aus dem Kojenfenster die Welt zu entdecken. Das ist etwa so, wie beim kleinen Häwelmann in seinem Kinderbettchen, mit dem er durch den Wald segelt.

May 19, 2017

Buchautor Holger Peterson lebt auf seinem Schiff. In unserem Interview erzählt er über das Leben an Bord, das geeignete Schiff und erklärt uns ein Rettungsmanöver, das er entwickelt hat.

Holger Peterson privat:

54 Jahre, verheiratet in zweiter Ehe mit meiner Jugendliebe. Zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe und eine 12-jährige Stieftochter. Auf das Sabbatjahr und einen einjährigen Törn nach Südamerica im Jahr 2012 habe ich verzichtet, stattdessen meine wiedergefundene Jugendliebe mit 30 Jahren Verspätung geheiratet: Lieber mit zwei Blondinen nach Norderney, als allein um Kap Hoorn. Das kann warten :=))

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Ein Faltboot habe ich als zehnjähriger Junge gekauft, bin an der Aller bei Celle aufgewachsen. Die zentrale Frage, die mich seit 44 Jahren antreibt: Was liegt hinter der nächsten Kurve?

Erst später folgten Motorradreisen, Motocrossrennen - und mit 24 als junger Vater holte ich das Faltboot meiner Kindheit wieder vom Dachboden, schlug zum ersten Mal ein Segel an und lernte auf der Aller, wie das funktioniert. Danach hatte ich acht Trailer- und Hochseeyachten mit Liegeplätzen auf Flüssen, dem Steinhuder Meer, der Ost- und der Nordsee, bis die Freuide am Schreiben und Fotografieren dazu kam.

Charterst Du?

Niemals. Seefahrt und mein emotionales Verhältnis zum eigenen Boot sind untrennbar verbunden. Sonst mache ich nur Testfahrten als Autor - von der Hansekogge bis zur HighTechYacht.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Unsere Reinke 11 S aus Alu ist unser Traumschiff, siehe mein Buch "Mein Boot ist mein Zuhause". Größer als sie darf ein Boot nicht sein, weil wir sonst das Optimum der Freiheit wieder verlieren würden.

Hier geht's zu einem NDR-Beitrag mit einigen Einblicken in Holgers Leben und seine Fuchur.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Es gibt kein Traumschiff. Entweder sind wir mit dem Boot glücklich, das wir uns leisten können, oder wir haben den Sinn des Segelns nicht verstanden. Ich bin mehrfach zwischen 6 und 11 Meter langen Booten gewechselt. Die Freude auf dem Wasser hat mit der Bootsgröße nichts zu tun. Und wenn ich einmal im Jahr wieder das Faltboot vom Dachboden meiner Elter hole, bin ich vollständig glücklich und möchte es am liebsten wieder auf dem Autodach festschnallen, um mit dem Zelt nach Norwegen zu fahren. Aber ein Törn im Winter bei Hochwasser durch vergessene Altarme, die nur bei Überflutungen Wasser führen, ist unglaublich schön.

Ergo: Nach zwei Tagen in der Kajüte einer Hai 710 fühlt man sich ebenso wohl, wie zuvor in einem Rumpf mit Badewanne. Vor der Hai 710 hatte ich insgesamt drei Boote und jetzt die besagte Badewanne in der Reinke S 11. Aber dazu gehört auch verdammt viel Technik, um den Komfort zu betreiben. Allerdings: Es ist unser Zuhause, auch bei 10 Grad minus jederzeit fahrbereit.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Im ostfriesischen Wattenmeer und der dänischen Südsee. Und wenn es passt: Anlegen im Hafen von Amrum, einen Whisky in der Blauen Maus und über den Dünenwanderweg zum Kniepsand laufen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Geld spielt keine Rolle mehr, weil wir unser Traumschiff haben und nur noch darauf warten, dass unsere Tochter erwachsen ist. Beruflich abgesichert, leben wir dann nur noch an Bord. Unsere Häuser haben wir nie vermisst - zu viel Besitz belastet nur. Außerdem haben Häuser verdammt schlechte Segeleigenschaften. Das gilt auch für Wohnmobile ...

Uns fehlt noch die Zeit für mehr als sechs Wochen am Stück. Aber der Ruhestand in sieben Jahren ist absehbar. Bis dahin leben wir an gut 300 Tagen im Jahr an Bord. Wo das Boot gerade liegt, ist zweitrangig, wie es die Urlaubsziele sind. Wir planen nicht, legen ab und richten uns allein nach Wind und Wetter. Mit der FUCHUR kommen wir bei einem Tiefgang von nur 1,30 und einer Breite von 3,46 in jedem Hafen unter. Trockenfallen kann man auf den Kimmkielen und bei 12 Metern Länge passen wir an Fingerstege.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Der Heizlüfter ECOMAT 2000, der im Winter nie aus ist, mit 450 Watt auskommt und mit dem wir in den fünf kalten Monaten mit 400 Euro an Energiekosten komfortabel und sparsam leben. Selber schuld, wer sein Boot durchgehend mit einer Dieselheizung betreibt. Wir haben sie auch, aber nur zum kurzzeitigen Durchheizen. Das Bad war etwas frisch, aber da hängt jetzt eine sparsame Infrarotheizplatte und sorgt durchgehend für 19 Grad. Neuerding habe ich einen Superwind-350-Generator auch ins Herz geschlossen, die StayAfloat-Paste, das Dirko-Motorendichtungsmittel, die Hardy-Kraftstoffpumpe, ein Gurkenglas mit Luftentfeuchtertablette gegen Dieselpest, die kugelgelagerten Mastrutscher - aber erst, seit die Schräubchen mit Loctite eingesetzt wurden ...

Wenn es um das Segeln geht

Keine Scheuklappen vor besonderen Revieren. Ein Fluß vor der Haustür kann wunderschön sein. Und keine Angst vor der Nordsee, nur Respekt vor den Seegatten. Weg mit dem Kartenplotter, her mit dem Echolot und dem Deuten von Wellenbildern. Wenn die Autobahnen zur Nordsee leerer sind, als die Autobahnen zu Ostsee, kann die Nordsee die besten und familienfreundlichesten Reviere bieten. Aber um Panoramen genießen zu können, muss man erst die Bordtechnik und die Sicherheitstechnik beherrschen. Wenn das geschafft ist, kommt eine Prise von Tiergeschichten und Lebengeschichten besonderer Menschen hinzu, die man unterwegs trifft. Das gibt eine leckere Segelsuppe

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

"Tagedieb und Taugenichts" von Hugo Wehner "Gewittersegeln" von Millemari-Autoren



Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Wie lang ist Eure Seite? Ich habe jede Menge Fehler gemacht, weil ich stets ein Autodidakt war und nie eine Segelschule besucht habe. Seekrankheit in einem nicht vorhergesagten Nordseesturm hat trotz Wetterberatung beinahe Leben und Boot gekostet, bis ich von Professor Jarisch (Histamin und Seekrankheit) gelernt habe, sie zu vermeiden ist. Das Lernen hört ja nie auf, auch nicht nach 30 Jahren auf dem Wasser.

Aber ich lerne aus Fehlern, suche Lösungen und entwicklte daraus zusammen mit meiner Frau ein neues Bergungsmanöver. Meine Frau rettet mich jetzt allein in sechs Minuten, inklusive Ansteuerungsmanöver und Leinenverbindung ... wenn sie will:=)) Der Rotek-Hebelzug kostet dabei ganze 70 Euro.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Im Zuge der weltweiten Krisen gibt es einen Trend zum Urlaub im eigenen Land. Und: Ich will nicht 30 Jahre auf die "große Fahrt" warten, sondern das Bordleben jetzt schon genießen. Das Ei des Kolumbus liegt nicht in der Karibik, sondern in der Glückseligkeit der eigenen Kajüte auf dem Frühstückstisch - egal, wo das Boot gerade dümpelt. Wo also könnten Urlaub und Alltag schöner sein, als auf dem Wasser?

Daher: Den Sportbootführerschein für das Grundwissen, dann ganz schnell ein eigenes Boot ab 7 Meter für den Grundkomfort: Die See und das Boot sorgen für eine ganzheitliche Ausbildung, wenn man sich zunächst mit dem Boot und der Rolle des verantwortlichen Eigners identifiziert, um dann Schritt für Schritt die Törns zu erweitern und sich vorher bei alten Hasen zu erkundigen. Bei meinem ersten Nordseetörn war ich Skipper an Bord meines zweiten Kajütbootes, einer Mirage 28, aber ein erfahrener Seebär korrigierte meine Anfängerfehler, bis wir durch den NOK die Ostsee erreicht hatten.

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Bleib vor einen Boot stehen, frag die Crew nach irgendeinem Detail, und Du wirst im weiteren Gespräch garantiert eine Geschichte oder einen Tipp bekommen, den Du verwenden kannst. Bootfahrer sind niemals einsam, wenn sie gelernt haben, zuzuhören.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Gerne per Mail: segler153@googlemail.com

Notizen:

Wenn Du dann ein Boot hast, begreife es als Raumschiff, für dessen Zustand Du verantwortlich bist und dessen hinterste Winkel Du kennen solltest. Dafür bedankt es sich und ermöglicht es, in einem faszinierend lebensfeindlichen Kontinuum zu überleben, den Kopf in das Kissen zu kuscheln und aus dem Kojenfenster die Welt zu entdecken. Das ist etwa so, wie beim kleinen Häwelmann in seinem Kinderbettchen, mit dem er durch den Wald segelt.

May 12, 2017

Während eine Campingurlaubs in Kroatien entschlossen sich Christine und Christian Wagner zu einer Weltreise unter Segeln auf der Barfussroute.

Sie entdeckten viele wunderbare Orte und Menschen und die Erfüllung im unterwegs sein. Hier berichten die beiden von ihrer Reise.

kurzer privater Abriss

Christine und Christian Wagner, Weltumsegler mit beinahe unstillbarem Fernweh
Christine und Christian Wagner, Weltumsegler mit beinahe unstillbarem Fernweh
  • Christine Wagner, (36), ursprünglich aus Österreich, Betriebswirtin
  • Christian Wagner, (42,) ursprünglich aus Unterfranken, Internist

Wohnen seit der Rückkehr von der Weltumsegelung ganz im Süden Deutschlands, an der Grenze zu Salzburg / Österreich

Wie seid Ihr zum Segeln gekommen?

Hatten bei einem Campingurlaub in Kroatien im Jahr 2008 die Idee, segeln zu lernen und uns ein Boot für eine Weltumsegelung zu kaufen. Sind also erst recht spät zum Segeln gekommen. Dann ein paar Chartertörns im Mittelmeer, bevor wir uns 2010 die THOR gekauft haben.

Seit wann segelt Ihr?

Seit 2008, angefangen mit dem Grundschein für Jollen auf einem österreichischen See, dann SBF-See am Chiemsee; haben gleichzeitig mit dem Segeln angefangen und auch die gleichen Scheine gemacht.

Wie und von wem habt Ihr segeln gelernt?

Haben erstmal A-Schein und SBF-See gemacht und uns das meiste während der Reise mit der THOR selbst beigebracht. Christian hat sich noch ganz viel Wissen aus Fachbüchern angeeignet.

Besitzt Ihr ein eigenes Schiff?

Die Thor von oben
Die Thor von oben

Koopmans 33, Baujahr 1979, holländischer Werftbau, Stahl, S-Spant,

Warum dieses?

Extrem stabil gebaut, war in unserem Budget, verzeiht einige Fehler als Anfänger, verleiht einem ein großes Maß an Sicherheit

Chartert Ihr?

Unsere Segelanfänge waren ein Chartertörn in der Türkei und einer in Kroatien, Christian hat dann noch ein zweites Mal in Kroatien gechartert – aber auf Dauer war das einfach nichts für uns, sind lieber als Individualisten unterwegs

Welches ist Euer Traum-Schiff?

Im Prinzip haben wir unser Traum-Schiff schon gefunden, würden wir jederzeit wieder kaufen – wenn auch 6 Fuß mehr kein Fehler wären. Wir sind mit unserem Schiff einmal um die Welt gesegelt, sie ist komplett ausgerüstet und man kennt jetzt schon wirklich jedes Schräubchen und die Macken der THOR. Würden wir jetzt ein größeres Schiff kaufen, müsste auch wieder sehr viel Geld in Langfahrtausrüstung investiert werden und man müsste sich wieder ganz von vorne mit dem Schiff vertraut machen.

Wo segelt Ihr am Liebsten?

Pazifik

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Eure seglerische Zukunft aus?

Ohne Zeitdruck möglichst viele Segelreviere der Welt erkunden, die uns interessieren; Non-Stop Blauwassersegeln

Möchtet Ihr vielleicht auf Langfahrt gehen?

Immer wieder gerne

Vielleicht möchtet Ihr ein besonderes Revier oder eine besondere Route kennenlernen?

Die Thor in einer Ankerbucht vor Panama
Die Thor in einer Ankerbucht vor Panama

Würden bei der nächsten Weltumsegelung gerne Routen etwas abseits der Barfußroute kennenlernen, zB Südamerika, Osterinseln, Kiribati, Marshall-Inseln, Japan, Alaska, Canada,

Welches ist Euer Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil mögst Ihr besonders und warum?

Unsere Selbststeueranlage, ein Windpilot Pacific – ohne ihn wäre die Langfahrt nicht möglich gewesen;

Banana-Boot als Dinghi mit 3,5 PS Außenbordmotor – bringt einen auch überall hin

24 kg Bügelanker mit 70 m Kette – hielt immer

Welche Buchempfehlung könnt Ihr unseren Hörern mitgeben?

„The Care and Feeding of Sailing Crew“ von Lin Pardey „A Sea Vagabond‘s World“ von Bernard Moitessier „Die Segelrouten der Welt“ von Jimmy Cornell

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler habt Ihr mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Gleich ein paar Wochen nach unserer Abreise von Deutschland sind wir in Frankreich mit 5 kn auf einen Felsen gefahren – aufgrund eines Navigationsfehlers, daher checken wir die Seekarten, Plotter und GPS jetzt immer beide, um keine Hindernisse zu übersehen

Was empfehlt Ihr jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Einfach anfangen und sich nicht allzulange mit der Theorie aufhalten, das meiste lernt man unterwegs; Jollensegeln als Einstieg fand ich sehr praktisch um sich mit den verschiedenen Kursen und Segelmanövern vertraut zu machen.

Welchen „letzten Tipp“ könnt Ihr uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Am besten so jung wie möglich los segeln – man erlebt die Reisen einfach anders; auch wenn man vielleicht dann kein dickes finanzielles Polster hat, geht vieles noch leichter. Und auch wenn nicht alles auf der To-Do-Liste abgehakt ist, trotzdem los segeln sobald das Boot seetauglich ist. Man wird nie alles komplett fertig haben und es besteht die Gefahr, dass man dann einfach daheim bleibt.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Euch hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

May 5, 2017

Während eine Campingurlaubs in Kroatien entschlossen sich Christine und Christian Wagner zu einer Weltreise unter Segeln auf der Barfussroute.

Sie entdeckten viele wunderbare Orte und Menschen und die Erfüllung im unterwegs sein. Hier berichten die beiden von ihrer Reise.

kurzer privater Abriss

Christine und Christian Wagner, Weltumsegler mit beinahe unstillbarem Fernweh
Christine und Christian Wagner, Weltumsegler mit beinahe unstillbarem Fernweh
  • Christine Wagner, (36), ursprünglich aus Österreich, Betriebswirtin
  • Christian Wagner, (42,) ursprünglich aus Unterfranken, Internist

Wohnen seit der Rückkehr von der Weltumsegelung ganz im Süden Deutschlands, an der Grenze zu Salzburg / Österreich

Wie seid Ihr zum Segeln gekommen?

Hatten bei einem Campingurlaub in Kroatien im Jahr 2008 die Idee, segeln zu lernen und uns ein Boot für eine Weltumsegelung zu kaufen. Sind also erst recht spät zum Segeln gekommen. Dann ein paar Chartertörns im Mittelmeer, bevor wir uns 2010 die THOR gekauft haben.

Seit wann segelt Ihr?

Seit 2008, angefangen mit dem Grundschein für Jollen auf einem österreichischen See, dann SBF-See am Chiemsee; haben gleichzeitig mit dem Segeln angefangen und auch die gleichen Scheine gemacht.

Wie und von wem habt Ihr segeln gelernt?

Haben erstmal A-Schein und SBF-See gemacht und uns das meiste während der Reise mit der THOR selbst beigebracht. Christian hat sich noch ganz viel Wissen aus Fachbüchern angeeignet.

Besitzt Ihr ein eigenes Schiff?

Die Thor von oben
Die Thor von oben

Koopmans 33, Baujahr 1979, holländischer Werftbau, Stahl, S-Spant,

Warum dieses?

Extrem stabil gebaut, war in unserem Budget, verzeiht einige Fehler als Anfänger, verleiht einem ein großes Maß an Sicherheit

Chartert Ihr?

Unsere Segelanfänge waren ein Chartertörn in der Türkei und einer in Kroatien, Christian hat dann noch ein zweites Mal in Kroatien gechartert – aber auf Dauer war das einfach nichts für uns, sind lieber als Individualisten unterwegs

Welches ist Euer Traum-Schiff?

Im Prinzip haben wir unser Traum-Schiff schon gefunden, würden wir jederzeit wieder kaufen – wenn auch 6 Fuß mehr kein Fehler wären. Wir sind mit unserem Schiff einmal um die Welt gesegelt, sie ist komplett ausgerüstet und man kennt jetzt schon wirklich jedes Schräubchen und die Macken der THOR. Würden wir jetzt ein größeres Schiff kaufen, müsste auch wieder sehr viel Geld in Langfahrtausrüstung investiert werden und man müsste sich wieder ganz von vorne mit dem Schiff vertraut machen.

Wo segelt Ihr am Liebsten?

Pazifik

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Eure seglerische Zukunft aus?

Ohne Zeitdruck möglichst viele Segelreviere der Welt erkunden, die uns interessieren; Non-Stop Blauwassersegeln

Möchtet Ihr vielleicht auf Langfahrt gehen?

Immer wieder gerne

Vielleicht möchtet Ihr ein besonderes Revier oder eine besondere Route kennenlernen?

Die Thor in einer Ankerbucht vor Panama
Die Thor in einer Ankerbucht vor Panama

Würden bei der nächsten Weltumsegelung gerne Routen etwas abseits der Barfußroute kennenlernen, zB Südamerika, Osterinseln, Kiribati, Marshall-Inseln, Japan, Alaska, Canada,

Welches ist Euer Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil mögst Ihr besonders und warum?

Unsere Selbststeueranlage, ein Windpilot Pacific – ohne ihn wäre die Langfahrt nicht möglich gewesen;

Banana-Boot als Dinghi mit 3,5 PS Außenbordmotor – bringt einen auch überall hin

24 kg Bügelanker mit 70 m Kette – hielt immer

Welche Buchempfehlung könnt Ihr unseren Hörern mitgeben?

„The Care and Feeding of Sailing Crew“ von Lin Pardey „A Sea Vagabond‘s World“ von Bernard Moitessier „Die Segelrouten der Welt“ von Jimmy Cornell

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler habt Ihr mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Gleich ein paar Wochen nach unserer Abreise von Deutschland sind wir in Frankreich mit 5 kn auf einen Felsen gefahren – aufgrund eines Navigationsfehlers, daher checken wir die Seekarten, Plotter und GPS jetzt immer beide, um keine Hindernisse zu übersehen

Was empfehlt Ihr jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Einfach anfangen und sich nicht allzulange mit der Theorie aufhalten, das meiste lernt man unterwegs; Jollensegeln als Einstieg fand ich sehr praktisch um sich mit den verschiedenen Kursen und Segelmanövern vertraut zu machen.

Welchen „letzten Tipp“ könnt Ihr uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Am besten so jung wie möglich los segeln – man erlebt die Reisen einfach anders; auch wenn man vielleicht dann kein dickes finanzielles Polster hat, geht vieles noch leichter. Und auch wenn nicht alles auf der To-Do-Liste abgehakt ist, trotzdem los segeln sobald das Boot seetauglich ist. Man wird nie alles komplett fertig haben und es besteht die Gefahr, dass man dann einfach daheim bleibt.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Euch hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Apr 28, 2017

Die nächste Segelreise von Ralf Jäger wird ein Jahr dauern: er durchfährt unter Segeln die legendäre Nordwest-Passage und umrundet Nordamerika!

Ralf Jäger privat:

Ich bin ledig und habe zwei Töchter (15 und 19 Jahre alt).

Gelernter Vollmatrose der Handelssschifffahrt, dann Herrenmaßschneidermeister, dann 20 Jahre selbstständig als Ladeninhaber eines Streetwearladens,

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Gesegelt wird seit DDR Zeiten mit den damit verbundenen Einschränkungen, Binnensegelei.

Aus einer Laune heraus die Segelscheine bis zum SKS gemacht und im Oktober 2013 für 3 Wochen mal losgezogen, ein Boot von den Cap Verden zu den Canaren zu bringen. Hat nicht geklappt, der NO Passat war zu stark, um in der gewünschten Zeit pünktlich zum Start der ARC in Las Palmas zu sein. Der Skipper hat mich dann mit über den Atlantic genommen (ARC+).

In der Karibik zufällig ein neues Boot bekommen, Richtung Australien usw., usw.

Charterst Du?

Chartern in der Ostsee, Griechenland, Kroatien. Meistens Bavarias, die typischen Charterboote.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Kein eigenes Schiff und definitiv kein Wunsch ein eigenes zu besitzen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ich bin dank dem Zufall, ein Jahr auf einer neuen SWAN 53 durch den Pacific und das Mittelmeer gefahren, damit hat sich ein Traum erfüllt!

Ein weiteres Boot, was ich nur wärmstens weiter empfehlen kann, ist eine Wauquiez, ein französches Boot, mit solch einer Wauquiez 43 Pilot Salon bin ich ebenfalls ein Jahr unterwegs gewesen. das beste Blauwasserboot für mich.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

ich segle um des Segelns willen, Pazifik wäre an erster Stelle zu nennen, der nächste Trip ist die Nord West Passage, eine Reise von der man normaler Weise nur träumt und nun wohl wahr werden soll.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

ich würde, wenn Geld nicht die Rolle spielt in Gegeden segeln, wo man neben der Segelei auch für die Bevölkerung von Nutzen ist. Ich kenne Segler, die im Südpazifik Waren des täglichen Bedarfes in die entlegensten Ecken bringen, von Lebensmitteln bis zur Solaranlage.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Wir alle lieben doch einen gut funktionierenden Autopiloten....;)

Spass beiseite, hier muss ich wohl passen, ich kann das nicht genau definieren, die Kombüse, das Achterdeck, den Salon, meine Koje als Rückzugsbastion, ich weiß nicht.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Als erstes kann ich für die Segelei immer einen Ebook-Reader empfehlen!

Ich lese immer die Bücher zur Reise, zum Beispiel in der Südsee die Tagebücher von James Cook oder dem Kapitän der Bounty Kapitän Blight.

Aktuell sind die Bücher von Amundsen und Reisebeschreibungen über die Nord West Passage natürlich dran


Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Prinzip Nummer 1:

Kontrolliere alles selbst! Diesen Grundsatz hatte ich auf der letzten Reise vernachlässigt und mich auf die Aussagen vom Eigner verlassen, was uns mehrere Male in arge Bedrängnis brachte.

Ein weiteres Prinzip:

Erledige alles sofort, also wenn du zum Beispiel Diesel bekommen kannst, es eigentlich aber noch nicht nötig ist, kaufe den Diesel trotzdem, wenn ihr wisst, was ich damit meine?! Oder: die Inspektion vom Motor ist in Kürze fällig, du aber die Möglichkeit hast, es gleich zu tun, dann mach es, usw., usw.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Segeln ist ja schon fast zum Breitensport geworden, will man aber mehr und dran bleiben dann empfehle ich schon die ganzen Scheine zu machen, es hat noch niemandem geschadet, wenn er mal was von Lichterführung, Betonnung oder Funkdisziplin gehört hat.

Zu seiner eigenen und anderer Sicherheit!

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Wartet nicht zu lange mit der Erfüllung eurer Träume, es wird eng hinten raus. ;) Es hat nichts mit Geld zu tun, im Gegenteil!

Und einen Kalenderspruch kann ich nur unterstreichen:

Geht eine Tür zu, öffnen sich zwei neue Türen!

Ich weiß es.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Naja, um mehr zu erfahren und den Leuten die Möglichkeit aufzuzeigen, mich auf der nächsten Reise zu begleiten:

[newsletter]

Apr 21, 2017

Ralf Jäger privat:

ledig, 2 Töchter(15 und 19)

Gelernter Vollmatrose der Handelssschifffahrt, dann Herrenmaßschneidermeister, dann 20 Jahre selbstständig als Ladeninhaber eines Streetwearladens,

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Gesegelt wird seit DDR Zeiten mit den damit verbundenen Einschränkungen, Binnensegelei,
aus einer Laune heraus die Segelscheine bis zum SKS gemacht und im Oktober 2013 für 3 Wochen mal losgezogen, ein Boot von den Cap Verden zu den Canaren zu bringen. Hat nicht geklappt, der NO Passat war zu stark, um in der gewünschten Zeit pünktlich zum Start der ARC in Las Palmas zu sein. Der Skipper hat mich dann mit über den Atlantic genommen (ARC+).

In der Caribic zufällig ein neues Boot bekommen, Richtung Australien usw usw

Charterst Du?

Chartern in der Ostsee, Griechenland, Kroatien.
Meistens Bavarias, die typischen Charterboote.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Kein eigenes Schiff und definitiv kein Wunsch ein eigenes zu besitzen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ich bin dank dem Zufall, ein Jahr auf einer neuen SWAN 53 durch den Pacific und das Mittelmeer gefahren, damit hat sich ein Traum erfüllt!

Ein weiteres Boot, was ich nur wärmstens weiter empfehlen kann, ist eine Wauquiez, ein französches Boot, mit solch einer Wauquiez 43 Pilot Salon bin ich ebenfalls ein Jahr unterwegs gewesen. das beste Blauwasserboot für mich.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

ich segle des segelns willen, Pacific wäre an erster Stelle zu nennen,
der nächste Trip ist die Nord West Passage, eine Reise von der man normaler Weise nur träumt und nun wohl wahr werden soll.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

ich würde, wenn Geld nicht die Rolle spielt in Gegeden segeln, wo man neben der Segelei auch für die Bevölkerung von Nutzen ist,
ich kenne Segler, die im Südpacific Waren des täglichen Bedarfes in die entlegensten Ecken bringen, von Lebensmitteln bis zur Solaranlage

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

wir alle lieben doch einen gut funktionierenden Autopiloten....;)
Spass beseite, hier muss ich wohl passen, ich kann das nicht genau definieren, die Kombüse, das Achterdeck, den Salon, meine Koje als Rückzugsbastion, ich weiß nicht

Infos zum Kernthema:

naja, um mehr zu erfahren und den Leuten die Möglichkeit aufzuzeigen, mich auf der nächsten Reise zu begleiten,
meim YouTube Kanal:
Um die Welt Logbuch
und bei Instagram unter:
world_sailing_logbook

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

als erstes kann ich für die Segelei immer einen e book reader empfehlen,
ich lese immer die Bücher zur Reise, zum Beispiel in der Südsee die Tagebücher von James Cook oder dem Kapitän der Bounty Kapitän Blight.
aktuell sind die Bücher von Amundsen und Reisebeschreibungen über die Nord West Passage natürlich dran
Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Prinzip Nummer 1:
Kontrolliere alles selbst!
Diesen Grundsatz hatte ich auf der letzten Reise vernachlässigt und mich auf die Aussagen vom Eigner verlassen, was uns meherere Male in arge Bedrängniss brachte.
Ein weiteres Prinzip,
erledige alles sofort, also wenn du zum Beispiel Diesel bekommen kannst, es eigentlich aber noch nicht nötig ist, kaufe den Diesel trotzdem, wenn ihr wißt, was ich damit meine?! Oder, die Inspektion vom Motor ist in Kürze fällig, du aber die Möglichkeit hast, es gleich zu tun, dann mach es usw usw

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Segeln ist ja schon fast zum Breitensport geworden, will man aber mehr und dran bleiben dann empfehle ich schon die ganzen Scheine zu machen, es hat noch niemandem geschadet, wenn er mal was von Lichterführung, Betonnung oder Funkdisziplin gehört hat.
Zu seiner eigenen und anderer Sicherheit!

Wen sollen wir Deiner Meinung nach auf jeden Fall interviewen und zu welchem Thema?

ich habe einen sehr beeindruckenden Skipper in Australien und Neuseeland kennen gelernt, sehr bescheiden und extrem kompetent, aber der Mann ist zu weit weg.

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Wartet nicht zu lange mit der Erfüllung eurer Träume, es wird eng hinten raus;)
Es hat nichts mit Geld zu tun, im Gegenteil!
und einen Kalenderspruch kann ich nur unterstreichen:
Geht eine Tür zu, öffnen sich zwei neue Türen!
Ich weiß es.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

alles bekannt

Apr 14, 2017

Michael Wnuk privat:

Vor 17 Jahren hieß es "Leinen durchschneiden!" und der Weg um die Welt auf dem eigenen Kiel begann. Sieben Jahre Weltumsegelung mit Nathalie Müller auf der Barfußroute endete mit dem Buch "Meer als ein Traum".

In der Umsetzung seiner Träume war der ursprüngliche Grafiker und spätere Geschäftsführer seiner Werbeagentur besonders gut. Es folgt die Überquerung des Südatlantiks und die Eroberung des südamerikanischen Kontinents.

Mit den zwei auf der ersten Reise gebornenen Kindern, nebst Seglerin und Mutter Nathalie folgt die Ost-West Umrundung des Kap Hoorn und führte bis nach Chile. Dort verkauften Wnuk-Müller ihre legendäre IRON LADY. In Surinam fand das Pärchen ihre neue 60´Alu Traumsegelyacht MARLIN verlassen auf einem Urwaldfluss inmitten des Amazonasgebietes.

Nach Refit und zwei weiteren Jahren in der Karibik, segelte die Familie nach Deutschland und fasste in Flensburg Fuß. Ein zweites Buch "Eine Familie will Meer" entstand. Doch das Träumen konnte Wnuk nicht sein lassen. Jetzt ohne Familie, mit wechselnden Gästen an Bord, segelte Wnuk bis auf 78° Nord nach Spitzbergen, über die Kapverden in die Karibik und wieder zurück nach Flensburg.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Es muss um 1990m gewesen sein, als mich Freunde in Helsinki einluden ein Wochenende mit Ihnen zu segeln. Danach zeigten sie mir abends eine Diashow von ihrer Atlantiküberquerung. Ich war begeistert und infiziert!

Charterst Du?

Ich biete Chartertouren an, weil ich ein eigenes großes Schiff habe: Die MARLIN!

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Ich habe quasi das beste Schiff was ich mir überhaupt vorstellen kann. Trotzdem würde ich nicht "Nein" sagen, wenn mir jemand einen Sack Gold auf den Tisch legt. Ein älterer Trimaran würde mich ggf. noch mal als Alternative reizen mit dem ich noch mal auf große Tour gehen würde.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Mein eigenes. MARLIN!
www.marlin-expeditions.com

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Auf dem Meer bei Temperaturen zwischen 25-30 Grad und 20 Knoten Wind von der Seite.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Ich würde noch einmal in den indischen Ocean segeln. Ich bin mal auf dem Weg von Buenos Aires nach Kapstadt umgedreht. Das sitzt immer noch tief. Ich würde gerne mit einer festen Crew von insgesamt sechs taffen Seglern noch mal die Tour Deutschland - Englischer Kanal - Kanaren - Kapverden - Brasilien - Uruguay - Argentinien - Usuahia - Staateninseln - South Georgia - Kapstadt - Madagaskar - Seychellen - Chagos - Thailand machen. Ich hab das Boot und das Wissen. Jeder der Segler bräuchte ein Jahr Zeit und 25.000 Euro.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Mein MacBook, weil es mir treu ist.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Unser erstes Buch: "Meer als ein Traum" und unser zweites Buch "Eine Familie will Meer"

Von mir und Nathalie.

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Ich habe den Baumniederholer bei einem Performancetörn von Curracao nach Cuba extrem durchgesetzt und vergessen die Dirk zu fieren. Das hat zu zwei Rissen am Baum, nah am Lümmelbeschlag geführt. Aber das war nicht das einzige Mal dass ich mal wieder gelernt habe: 80% Geschwindigkeit reicht für mich aus und schont den eigenen Geldbeutel.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Er soll mit mir Segeln!

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Oh. Gerne. Ich hab vor 9 Monaten Diagnose auf Blutkrebs. Also besser sofort jetzt deie Träume verwirklichen, die man hat und nicht warten, bis man vielleicht nicht mehr kann.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

[newsletter]

Apr 7, 2017

Michael Wnuk privat:

Vor 17 Jahren hieß es "Leinen durchschneiden!" und der Weg um die Welt auf dem eigenen Kiel begann. Sieben Jahre Weltumsegelung mit Nathalie Müller auf der Barfußroute endete mit dem Buch "Meer als ein Traum".

In der Umsetzung seiner Träume war der ursprüngliche Grafiker und spätere Geschäftsführer seiner Werbeagentur besonders gut. Es folgt die Überquerung des Südatlantiks und die Eroberung des südamerikanischen Kontinents.

Mit den zwei auf der ersten Reise gebornenen Kindern, nebst Seglerin und Mutter Nathalie folgt die Ost-West Umrundung des Kap Hoorn und führte bis nach Chile. Dort verkauften Wnuk-Müller ihre legendäre IRON LADY. In Surinam fand das Pärchen ihre neue 60´Alu Traumsegelyacht MARLIN verlassen auf einem Urwaldfluss inmitten des Amazonasgebietes.

Nach Refit und zwei weiteren Jahren in der Karibik, segelte die Familie nach Deutschland und fasste in Flensburg Fuß. Ein zweites Buch "Eine Familie will Meer" entstand. Doch das Träumen konnte Wnuk nicht sein lassen. Jetzt ohne Familie, mit wechselnden Gästen an Bord, segelte Wnuk bis auf 78° Nord nach Spitzbergen, über die Kapverden in die Karibik und wieder zurück nach Flensburg.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Es muss um 1990m gewesen sein, als mich Freunde in Helsinki einluden ein Wochenende mit Ihnen zu segeln. Danach zeigten sie mir abends eine Diashow von ihrer Atlantiküberquerung. Ich war begeistert und infiziert!

Charterst Du?

Ich biete Chartertouren an, weil ich ein eigenes großes Schiff habe: Die MARLIN!

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Ich habe quasi das beste Schiff was ich mir überhaupt vorstellen kann. Trotzdem würde ich nicht "Nein" sagen, wenn mir jemand einen Sack Gold auf den Tisch legt. Ein älterer Trimaran würde mich ggf. noch mal als Alternative reizen mit dem ich noch mal auf große Tour gehen würde.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Mein eigenes. MARLIN!
www.marlin-expeditions.com

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Auf dem Meer bei Temperaturen zwischen 25-30 Grad und 20 Knoten Wind von der Seite.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Ich würde noch einmal in den indischen Ocean segeln. Ich bin mal auf dem Weg von Buenos Aires nach Kapstadt umgedreht. Das sitzt immer noch tief. Ich würde gerne mit einer festen Crew von insgesamt sechs taffen Seglern noch mal die Tour Deutschland - Englischer Kanal - Kanaren - Kapverden - Brasilien - Uruguay - Argentinien - Usuahia - Staateninseln - South Georgia - Kapstadt - Madagaskar - Seychellen - Chagos - Thailand machen. Ich hab das Boot und das Wissen. Jeder der Segler bräuchte ein Jahr Zeit und 25.000 Euro.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Mein MacBook, weil es mir treu ist.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Unser erstes Buch: "Meer als ein Traum" und unser zweites Buch "Eine Familie will Meer"

Von mir und Nathalie.

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Ich habe den Baumniederholer bei einem Performancetörn von Curracao nach Cuba extrem durchgesetzt und vergessen die Dirk zu fieren. Das hat zu zwei Rissen am Baum, nah am Lümmelbeschlag geführt. Aber das war nicht das einzige Mal dass ich mal wieder gelernt habe: 80% Geschwindigkeit reicht für mich aus und schont den eigenen Geldbeutel.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Er soll mit mir Segeln!

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Oh. Gerne. Ich hab vor 9 Monaten Diagnose auf Blutkrebs. Also besser sofort jetzt deie Träume verwirklichen, die man hat und nicht warten, bis man vielleicht nicht mehr kann.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

[newsletter]

Mar 24, 2017

Alle Jahre wieder im ausgehenden Winter stellt such der geneigte Segler die gleichen Fragen:

  • Ist mein Schiff fit für die nächste Saison?
  • War da nicht noch eine Reparatur zu machen?
  • Welche Produkte verwende ich für eine gute, haltbare Oberflächenversiegelung meines Gelcoats?
  • Ich bräuchte noch ein, zwei Schapps im Salon. Wie baue ich so was am besten?

Das sind die Fragen, die sich Jan-Christoph Athenstädt vor einiger Zeit auch gestellt hat. Er ging im Internet auf die Suche nach einer Plattform, die solche Infos bietet. Ohne Erfolg.

Kurzerhand gründete Jan das Portal klabauterkiste.de und sammelt dort eine Menge hilfreiche Tipps und Tricks zu den Themen Reparaturen, Segeln, Bootsausstattung und berichtet dort auch über ganze Refit-Projekte, zum Teil auch mit Artikeln von Gastautoren.

Neben den Themen der Klabauterkiste sprechen wir mit Jan auch über seine Reisen auf großen Traditionsseglern in der ganzen Welt und über seine Pläne zu einer langen Segelreise auf der Barfussroute. Oder doch woanders?

Jan Christoph Athenstädt privat:

Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee
Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee

Ich arbeite als Informatik-Doktorand, bin aber Weltenbummler im Herzen. Darum ist mein Promotionsthema auch die Rekonstruktion archäologischer Netzwerke in der Karibik. Während des Studiums habe ich viel auf Großseglern gearbeitet und mir letzten Herbst endlich ein eigenes Boot gekauft! Nach meiner Promotion möchte ich an Bord leben und so lange segeln, wie es mir Spaß macht und das Geld reicht. Vorher gibt es einiges an dem Boot zu tun. Da ich keine gute deutsche Internetseite über Bootrefits finden konnte, habe ich einfach selber eine gegründet: www.klabauterkiste.de. Dort können Besucher Tipps und Tricks für den Bordalltag und auch Refit-Projekte vorstellen oder sich von anderen Projekten inspirieren lassen.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Jans Äquatortaufe
Jans Äquatortaufe

Ich bin leider fernab vom Meer aufgewachsen, aber vielleicht war gerade deshalb das Segeln im Urlaub immer ein Highlight. Die langen Wochenenden in Friesland auf der alten Neptun 22 meines Großvaters und die Sommerferien in der Bretagne mit der Jolle meines Vaters haben in mir schon sehr früh den Wunsch erweckt, einmal die Welt unter Segeln zu erkunden. Im Studium habe ich dann so richtig los gelegt und insgesamt fast ein Jahr auf verschiedenen Traditionsseglern gelebt und gearbeitet. So bin ich als Matrose an Bord der Bark Europa sogar bis in die Antarktis gesegelt.

Charterst Du?

Bisher noch nie. Ich hatte immer das Glück, Hand-gegen-Koje mitfahren zu können bzw. Boote von Freunden gratis nutzen zu dürfen.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Seit letztem Herbst bin ich stolzer Bootsbesitzer! Nach langem Überlegen habe ich mich für eine Laurin 32 entschieden. Das Schiff ist zwar alt, aber der Riss sehr seetüchtig. Und es war selbst mit meinem Doktoranden-Gehalt bezahlbar. Dafür werde ich jetzt einiges an Zeit und Geld ins Refit stecken müssen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Jan im Rigg der Bark Europa
Jan im Rigg der Bark Europa

Eindeutig ein traditionelles Holzboot, am besten ein Schoner oder eine Ketsch. Um die 40 Fuß, sodass man es noch alleine handhaben kann. Im Moment habe ich aber (noch) nicht die nötige Zeit und das Geld, mich um so ein Schiff zu kümmern.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Langfristig am liebsten wo es warm ist. Darum peile ich auch erst mal die Barfußroute an. Aber mich hat auch die Antarktis sehr beeindruckt. Vielleicht schaffe ich es ja mal dorthin zurück auf eigenem Kiel. Dazu fehlt mir aber im Moment der passende schwimmende Untersatz.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Jan in der Antarktis auf Deception Island
Jan in der Antarktis auf Deception Island

Ich würde wahrscheinlich eine Weile auf meinem Traum-Schiff umher schippern und mir dann ein Haus am Meer mit eigenem Bootssteg kaufen, sodass ich mit meinen zukünftigen Kindern nach der Schule eine Runde aufs Wasser gehen kann.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Ich mag alte Petroleumlampen. Die riechen zwar etwas, sorgen aber für eine wunderbar heimelige Atmosphäre unter Deck.

Die KlabauterKiste

Ich möchte mit der KlabauterKiste eine Plattform zu schaffen, auf der alle voneinander lernen können. Ob es jetzt der Hobby-Bootsbastler ist, der eine Halterung für seinen Außenborder präsentiert oder der Profi-Bootsbauer, der zeigt wie man richtig kalfatert: Häufig ahnen am Ende nur wenige, wie viel Arbeit uns Herzblut in ein Winterlager-Projekt geflossen ist. In der KlabauterKiste werden diese Arbeiten gewürdigt und können andere zum Nachmachen inspirieren.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Das Buch der Sailing-Conductors: Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Abgesehen von einigen vergeigten Anlegemanövern mit einem 50-Fuß Langkieler und den sonstigen typischen „Anfängerfehlern“ ist mir zum Glück noch kein wirklich schwerer Fehler passiert. Aber natürlich kann jederzeit etwas passieren. Auf den Traditionsseglern habe ich schon einige brenzlige Situationen erlebt (z.B. einen Mann über Bord), aber auch dort ist es immer glimpflich abgelaufen. Toi. Toi. Toi.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Jollen und Großsegler! In der Jolle lernt man das Grundprinzip des Segelns, auf dem Großsegler die Seemannschaft und den Respekt vor dem Meer. Wer das drauf hat kommt auch auf Yachten gut zurecht.

 

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Kauft kein neues Boot! Der Gebrauchtbootmarkt ist so käuferfreundlich wie nie und es gibt viele Schmuckstücke im Dornröschenschlaf. Die bekommt man mit ein wenig handwerklichem Geschick wieder flott. Der Vorteil ist, dass man nach einem Refit sein Boot zu 100% kennt. Mit allen Stärken und Schwächen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

  • Am besten über die KlabauterKiste ( www.klabauterkiste.de ),
  • auch auf Facebook ( https://www.facebook.com/KlabauterKiste/ ).
  • Ich betreibe auch noch die Websites www.tradisegeln.de, wo ich meine Erfahrungen auf den Traditionsschiffen teile.
  • Und www.ahora.de, mein zukünftiges Segelblog.

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Mar 17, 2017

Alle Jahre wieder im ausgehenden Winter stellt such der geneigte Segler die gleichen Fragen:

  • Ist mein Schiff fit für die nächste Saison?
  • War da nicht noch eine Reparatur zu machen?
  • Welche Produkte verwende ich für eine gute, haltbare Oberflächenversiegelung meines Gelcoats?
  • Ich bräuchte noch ein, zwei Schapps im Salon. Wie baue ich so was am besten?

Das sind die Fragen, die sich Jan-Christoph Athenstädt vor einiger Zeit auch gestellt hat. Er ging im Internet auf die Suche nach einer Plattform, die solche Infos bietet. Ohne Erfolg.

Kurzerhand gründete Jan das Portal klabauterkiste.de und sammelt dort eine Menge hilfreiche Tipps und Tricks zu den Themen Reparaturen, Segeln, Bootsausstattung und berichtet dort auch über ganze Refit-Projekte, zum Teil auch mit Artikeln von Gastautoren.

Neben den Themen der Klabauterkiste sprechen wir mit Jan auch über seine Reisen auf großen Traditionsseglern in der ganzen Welt und über seine Pläne zu einer langen Segelreise auf der Barfussroute. Oder doch woanders?

Jan Christoph Athenstädt privat:

Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee
Jan beim Wintersegeln auf dem Bodensee

Ich arbeite als Informatik-Doktorand, bin aber Weltenbummler im Herzen. Darum ist mein Promotionsthema auch die Rekonstruktion archäologischer Netzwerke in der Karibik. Während des Studiums habe ich viel auf Großseglern gearbeitet und mir letzten Herbst endlich ein eigenes Boot gekauft! Nach meiner Promotion möchte ich an Bord leben und so lange segeln, wie es mir Spaß macht und das Geld reicht. Vorher gibt es einiges an dem Boot zu tun. Da ich keine gute deutsche Internetseite über Bootrefits finden konnte, habe ich einfach selber eine gegründet: www.klabauterkiste.de. Dort können Besucher Tipps und Tricks für den Bordalltag und auch Refit-Projekte vorstellen oder sich von anderen Projekten inspirieren lassen.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Jans Äquatortaufe
Jans Äquatortaufe

Ich bin leider fernab vom Meer aufgewachsen, aber vielleicht war gerade deshalb das Segeln im Urlaub immer ein Highlight. Die langen Wochenenden in Friesland auf der alten Neptun 22 meines Großvaters und die Sommerferien in der Bretagne mit der Jolle meines Vaters haben in mir schon sehr früh den Wunsch erweckt, einmal die Welt unter Segeln zu erkunden. Im Studium habe ich dann so richtig los gelegt und insgesamt fast ein Jahr auf verschiedenen Traditionsseglern gelebt und gearbeitet. So bin ich als Matrose an Bord der Bark Europa sogar bis in die Antarktis gesegelt.

Charterst Du?

Bisher noch nie. Ich hatte immer das Glück, Hand-gegen-Koje mitfahren zu können bzw. Boote von Freunden gratis nutzen zu dürfen.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Seit letztem Herbst bin ich stolzer Bootsbesitzer! Nach langem Überlegen habe ich mich für eine Laurin 32 entschieden. Das Schiff ist zwar alt, aber der Riss sehr seetüchtig. Und es war selbst mit meinem Doktoranden-Gehalt bezahlbar. Dafür werde ich jetzt einiges an Zeit und Geld ins Refit stecken müssen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Jan im Rigg der Bark Europa
Jan im Rigg der Bark Europa

Eindeutig ein traditionelles Holzboot, am besten ein Schoner oder eine Ketsch. Um die 40 Fuß, sodass man es noch alleine handhaben kann. Im Moment habe ich aber (noch) nicht die nötige Zeit und das Geld, mich um so ein Schiff zu kümmern.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Langfristig am liebsten wo es warm ist. Darum peile ich auch erst mal die Barfußroute an. Aber mich hat auch die Antarktis sehr beeindruckt. Vielleicht schaffe ich es ja mal dorthin zurück auf eigenem Kiel. Dazu fehlt mir aber im Moment der passende schwimmende Untersatz.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Jan in der Antarktis auf Deception Island
Jan in der Antarktis auf Deception Island

Ich würde wahrscheinlich eine Weile auf meinem Traum-Schiff umher schippern und mir dann ein Haus am Meer mit eigenem Bootssteg kaufen, sodass ich mit meinen zukünftigen Kindern nach der Schule eine Runde aufs Wasser gehen kann.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Ich mag alte Petroleumlampen. Die riechen zwar etwas, sorgen aber für eine wunderbar heimelige Atmosphäre unter Deck.

Die KlabauterKiste

Ich möchte mit der KlabauterKiste eine Plattform zu schaffen, auf der alle voneinander lernen können. Ob es jetzt der Hobby-Bootsbastler ist, der eine Halterung für seinen Außenborder präsentiert oder der Profi-Bootsbauer, der zeigt wie man richtig kalfatert: Häufig ahnen am Ende nur wenige, wie viel Arbeit uns Herzblut in ein Winterlager-Projekt geflossen ist. In der KlabauterKiste werden diese Arbeiten gewürdigt und können andere zum Nachmachen inspirieren.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Das Buch der Sailing-Conductors: Zwei Leichtmatrosen auf der weltweiten Suche nach Musik

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Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Abgesehen von einigen vergeigten Anlegemanövern mit einem 50-Fuß Langkieler und den sonstigen typischen „Anfängerfehlern“ ist mir zum Glück noch kein wirklich schwerer Fehler passiert. Aber natürlich kann jederzeit etwas passieren. Auf den Traditionsseglern habe ich schon einige brenzlige Situationen erlebt (z.B. einen Mann über Bord), aber auch dort ist es immer glimpflich abgelaufen. Toi. Toi. Toi.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Jollen und Großsegler! In der Jolle lernt man das Grundprinzip des Segelns, auf dem Großsegler die Seemannschaft und den Respekt vor dem Meer. Wer das drauf hat kommt auch auf Yachten gut zurecht.

 

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Kauft kein neues Boot! Der Gebrauchtbootmarkt ist so käuferfreundlich wie nie und es gibt viele Schmuckstücke im Dornröschenschlaf. Die bekommt man mit ein wenig handwerklichem Geschick wieder flott. Der Vorteil ist, dass man nach einem Refit sein Boot zu 100% kennt. Mit allen Stärken und Schwächen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

  • Am besten über die KlabauterKiste ( www.klabauterkiste.de ),
  • auch auf Facebook ( https://www.facebook.com/KlabauterKiste/ ).
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  • Und www.ahora.de, mein zukünftiges Segelblog.

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Mar 10, 2017

Maren & Matthias Wagener privat:

Maren und Matthias Wagener
Maren und Matthias

Wir sind Maren und Matthias Wagener, Baujahr 1978 und 1968, sind verheiratet, haben zwei erwachsen werdende Kinder, sind voll berufstätig mit eigenem Unternehmen und leben und arbeiten seit zwei Jahren auf unserer Aluminium-Slup VAST.

Wie seid Ihr zum Segeln gekommen?

Maren hat nach ihrem Umzug nach Hamburg entschieden, dass man segeln können muss, wenn man in Hamburg lebt. Das war 2007, und die ersten Manöver wurden natürlich auf der Alster gefahren. Die war dann irgendwann zu klein, dann ging es irgendwann auf die Ostsee.

Matthias hat seinen ersten Segelschein mit 6 Jahren auf der Weser gemacht – er hat aber auch erst mit Maren in Hamburg nach langen Jahren Segelabstinenz und Konzentration aufs Windsurfen mit dem Dickschiff-Segeln begonnen.

Hast Du ein eigenes Schiff?

Die Vast
Die Vast

Wir haben mit unserer VAST, einer Boréal 47 unser zweites Boot.

Das erste war "Black Molly", eine Waarschip 1076, mit der wir auf der Ostsee gesegelt sind.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ehrlich gesagt, ist unsere VAST bereits ein echtes Traumschiff.

Wenn wir träumen, geht es in Richtung Katamaran.

Welches Revier befahrt Ihr im Moment am liebsten?

Bis jetzt immer genau da, wo wir gerade sind. Aktuell also im Mittelmeer. Kommende Saison wollen wir nach Griechenland, für die weitere Zukunft haben wir Pläne, die uns weiter nach Westen bringen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Eure seglerische Zukunft aus?

Wir würden wahrscheinlich weniger Arbeiten als jetzt.

Welches ist Euer Lieblings-Gegenstand am Boot oder welches Teil mögt Ihr besonders und warum?

Wenn es ein Gegenstand und kein Bereich des Bootes sein soll (das wäre der Navi-Platz im Doghouse), dann sind es die Comfort-Seats! Machen es im Cockpit oder irgend woanders an Deck unschlagbar bequem.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Da gibt es so viele :)

Zwei unserer Lieblingsbücher aus dem Bereich Fiktion:

Björn Larsson: Der Keltische Ring Erskine Childers: Das Rätsel der Sandbank

Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler habt Ihr mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Unter Segeln
Unter Segeln

Das vorige Boot haben wir mal vor der Ölandbrücke gegen eine Boje gesetzt, eine der großen in der Hafeneinfahrt von Kalmar. Das war im Regen, gegen Wind und Strom unter Autopilot, wir saßen trocken unter der Sprayhood, als es plötzlich krachte. Wir dachten, wir hätten alles im Blick: nämlich einen Frachter, der uns entgegenkam und von dem wir uns frei hielten. Dass und der Strom langsam nach Steuerbord versetzt hat, haben wir nicht gemerkt.

Draus gelernt haben wir natürlich, noch aufmerksamer zu sein.

Was empfehlt Ihr jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Wir fanden es beide super, in einer Segelschule anzufangen, die das ganze Thema vornehmlich mit Spaß vermitteln kann, für uns war das Prüsse an der Alster. Wahrscheinlich ist es hilfreich, Freunde oder ein Team zu haben, mit dem man das gemeinsam macht. Ob es dann Dickschiffsegeln ist, wie bei uns, oder irgend etwas sportlicheres, das hängt wohl von der persönlichen Vorliebe ab.

Welchen „letzten Tipp“ könnt Ihr uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Lebe jetzt und schieb' Deine Träume nicht auf!
Lebe jetzt und schieb' Deine Träume nicht auf!

Wir machen das ja nicht besonders lange, aber wir haben festgestellt, dass wir (auf unserer bisherigen Route) sehr wenige Segler unseres Alters getroffen haben. Darum unser Tipp: wenn ihr irgendwie könnt (egal, wie lange) und das Unterwegssein auf dem Wasser mögt: macht es jetzt.

  • Wartet nicht auf die Rente.
  • Wartet nicht auf das richtige Boot.
  • Wartet nicht ab.

Wie kann man Euch erreichen, wenn man Fragen an Euch hat oder in Kontakt kommen möchte?

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Mar 3, 2017

Sebastian ist 23 Jahre alt und mit Leib und Seele Segler. Mittlerweile ist er sogar mit seinem Hausstand auf sein 22-Fuß-Schiff Bea Orca umezogen! Er erzählt von seiner Reise auf dem Schlau-Segelboot durch Friesland, sein Buch und sein neues Abenteuer mit BEA, seiner Leisure 22.

Sebastian Janotta privat:

Ich bin 23 Jahre alt - und mit Leib und Seele Segler. Nach zwei umzügen fürs Segeln - erst nach München (was mich da geritten hat...) und dann schließlich nach Cuxhaven, an die Nordsee - bin ich jetzt endlich auch auf mein 22 Fuß Segelboot gezogen. Neben meiner Vollzeitstelle in einem chemischen Labor verbringe ich sehr viel Zeit damit meinen Blog www.seglen-ist-leben.de zu betreiben.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Angefangen mit dem Segeln habe ich 2012 während meiner Ausbildung. Damals kam ich gerade ins vierte Lehrjahr und wollte endlich malwieder im Urlaub was unternehmen. Durch einen Tipp meiner Eltern wurde ich auf die DJH-Segelschule in Bad Zwischenahn aufmerksam, bei der ich nicht nur einen schönen Urlaub mit Gleichaltrigen verbringen konnte, sondern auch noch den SBF Binnen machte - und mich mit dem Segelvirus infizierte.

Charterst Du?

Irgendwie ist es bei mir nie wirklich dazu gekommen. Abgesehen von ein paar gemiteten Jollen auf Seen in Bayern habe ich nie gechartert. Nach einem Jahr in München ging es zurück nach Rheinland-Pfalz, wo ich mir bald mein erstes Boot - BEA, ein 8 Fuß Schlauchsegelboot - kaufte. Mit ihr ging es nicht nur auf nahe Baggerseen sondern auch für mehrere Törns nach Friesland, woraus neben meinem Blog auch mein Buch "Schnell kann Jeder", erschienen beim millemari.-Verlag entstanden ist.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Mittlerweile bin ich bei meinem zweiten Boot. Nach meinem Umzug aus dem Binnenland an die Nordsee war klar, das ich etwas neues Brauche. BEA, so toll sie auch ist, war einfach für die Nordsee denkbar ungeeignet. Nach einiger Suche habe ich mich schließlich für eine Leisure 22 entschieden. Nach zwei Urlaubs- und ein paar Wochenendttörns im Sommer und Herbst 2016 bin ich im Januar 2017 dann auch Vollzeit aufs Boot gezogen. Sie ist somit mittlerweile im wahrsten Sinne des Wortes mein Zuhause.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ganz ehrlich? Aktuell bin ich mit meiner Leisure 22 absolut zufrieden und will gar kein anderes Boot. Selbst wenn das Geld da wäre - ich würde es lieber nutzem zum Segeln.

Wenn ich mich aber nach einem größeren Boot umsehen würde wäre entweder ein langes Plattbodenschiff mit wenig Tiefgang oder, fast noch lieber, eine Ovni 28 ein heißer kandidat. Aber wie gesagt: Ich bin noch immer absolut begeistert von der Leisure 22 und plane aktuell keinen Törn, den ich ihr nicht zutraue. Da ist er der Skipper das thema....

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Ich mag raue Reviere, Orte die nach Abenteuer riechen. Somit fühle ich mich auf der Nordsee sehr wohl.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Schwierig. Wenn Geld keine Rolle spielen würde? Ich nehme an ich würde - ganz langsam - Nordeuropa besegeln. Ostsee, Nordsee, Nordatlantik und hoch nach Nordnorwegen bis ins Nordpolarmeer. Anfangen würde ich aber aktuell ganz klar - im Wattenmeer.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Das hängt immer ganz von ab. Im Moment ist mir tatsächlich meine kleine Heizung am wichtigsten. Im Winter ist sie vielleicht das elementare Ausrüstungsstück. Für mal eine Woche ohne mag dies auch ohne gehen - ich habe ja bei Temperaturen um den Gefrierpunkt schon bei meinem Wintertörn mit BEA draußen gezeltet - aber wenn man an Bord lebt sollte ein wenig Komfort doch sein.

Dies ist einer der Gründe, weshalb ich mir noch eine zweite Heizung (allerdings eine, die vom Landstrom unabhängig ist) kaufen mag.

Unterwegs.... Das Ankergeschirr. Auch hier wird dieses Jahr nachgerüstet (aus Gründen!). Ankern ist für mich etwas ganz besonderes, hat es geschafft innerhalb kürzester Zeit zu einem ganz wichtigen Bestanteil des Segelns für mich zu werden.So ein Ankergeschirr eröffnet einfach ganz neue Möglichkeiten. Zudem gehört es für mich mittlerweile auch zur Sicherheitsausstattung.

Meine Segelabenteuer mit BEA

Mein erstes richtiges Segelabenteuer waren meine Törns mit BEA, meinem 8 Fuß Schlauchsegelboot - ein Boot, das eher für ein paar Stunden auf einem Baggersee gebaut war denn für längere Törns wie ich sie mit ihr unternahm. Während dieser Törns wurde mir recht schnell klar, das ich mehr Meer will. 2016 zog ich daher an die Nordsee und kaufte mir, nach einer längeren Suche, Bea Orca. Nach einer Testphase 2016 kam sie ende Oktober aus dem Wasser und ins Winterlager, wo ich einige Anpassungen vornahm.

Am 16.01.2017 ging es dann  für sie wieder ins Wasser - und für mich an Bord. Seit diesem Tag wohne ich auf ihr. Mittlerweile habe ich (für ab diesem Tag) auch meinen offiziellen Wohnsitz an Bord. Die Wohnung ist gekündigt und wird gerade aufgelöst.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Natürlich zunächst einmal mein eigenes Buch - "Schnell kann Jeder" von mir, Sebastian Janotta. Hier berichte ich von meinen Abenteuern im 8 Fuß Schlauchsegelboot. Ich war, als der Verlag auf mich zukam selbst erstmal skeptisch. Immerhin bin ich weder Segelprofi noch Langfahrtsegler! Doch jetzt, wo ich das Ergebniss kenne kann ich es begeistert empfehlen.

Ein weiteres Buch ist "Mein Boot ist mein Zuhause" von Holger Peterson, erschienen ebenfalls beim millemari.-Verlag. Sowohl Inspiration als auch Information für mein Leben an Bord habe ich reichlich von Holger und aus seinem Buch bezogen.

Und auch Merle Ibachs "Ostseeprinzessin" fand ich ganz toll.


Unter www.gluexpiraten.de/audiobooks bekommst Du fast alle Titel als Gratis-Hörbuch im kostenlosen Probeabo. Gleich hier ausprobieren!

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Ein Fehler? Schwierig...

Wobei: Selbstüberschätzung und Selbstbetrug.

Beim aller erster Seetörn ging einhand von Hooksiel nach Cuxhaven. Und endete damit, das mich die Seenotretter die letzten Meter geschleppt haben, da ich kurz vor Cuxhaven gegen den Strom stand, nach 16 Stunden an der Pinne komplett übermüdet. Ich hatte mich selbst kronisch überschätzt. Einhand und ohne davor Seeerfahrung auf die Nordsee? Geht. Aber Babysteps - und nicht gleich einen weiten Schlag unternehmen.

Das andere war wohl meine Beinahe-Strandung vor Neuwerk. Es stand eine ordentliche Welle in der Flachen Hafenausfahrt. Mein Bauch sagte mir ganz klar: Nicht rausfahren! Aber mein Kopf hat beschlossen den Zahlen zu vertrauen, die dafür geprochen haben das es klappen sollte. Man ist selbst vor Ort. Natürlich sollte man die Entscheidung nicht nur vom Bauchgefühl abhängig machen. Aber wenn der Bauch schon sagt das etwas eine Scheißidee ist - dann hat das meistens seine Berechtigung. Dieser Selbstbetrug hätte mich auch mein Boot kosten können - erst im letzten Monat kam ich von untiefe neben dem Hafen runter und zurück ins Hafen. Ich war im wahrsten Sinne des Wortes nur noch wenige Meter von der Hafeneinfahrt entfernt.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Machen! Unbedingt machen. Natürlich kann man erst lange Kurse machen, theoretisieren... Aber am Ende lernt man auf See. Und der Schein mit der mit Abstand steilsten Lernkurve ist der Kaufvertrag des ersten seegehenden Bootes. Aber: Langsam, mit Bedacht. Sprich, nicht als ersten Seeschlag einhand von Hooksiel nach Cuxhaven. Sondern kleine Schläge oder Schläge, bei denen es viele Möglichkeiten gibt kurzfristig den Tag auf dem Wasser zu beenden. Gut geeignet dafür sind zum Beispiel die Niederländischen Binnenreviere. Aber es geht auch auf der Nordsee. Eben da, wo man künftig segeln will.

 

 Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Vergesst "so groß wie möglich". Den Tipp findet man hundertfach im Internet und hört ihn auch in Gesprächen immer wieder. Ich glaube ehr an "So klein wie möglich, so groß wie nötig". Natürlich kann man das Boot im Nachhinein nicht vergrößern. Aber eben auch nicht verkleinern. Jeden Fuß, den so ein Boot länger wird, wachsen nicht nur die Kosten sondern auch der Anschaffungspreis. Bereits ein vergleichsweise kleines 22 Fuß Boot wie meines kann sehr seegängig und zugleich wohnlich sein. Wem dies, so wie mir reich, der sollte sich nicht einreden lassen er bräuchte dreißig oder gar vierzig Fuß. Ein weiterer Vorteil: Man kann es sich früher leisten - und somit früher seinen Traum leben. Ich plädiere ganz klar dafür, as Leben so weit wie möglich zu vereinfachen um jetzt glücklich zu sein, statt in einer viel zu oft fernen und ungewissen Zukunft.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Am besten über

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Feb 24, 2017

Mike Peuker hat schon immer eine ganz besondere Beziehung zum Meer. Bei www.klassisch-am-wind.de verchartert er vier topgepflegte Folkeboote für Flotillen, Urlaubstörns oder auch Skippertrainings. Wir sprachen mit Mike über seine wunderschönen Klassiker aber auch über seine Einhand-Atlantiküberquerung, und seine Auszeit unter Segeln, die er zusammen mit seiner Familie erlebt hat.

Mike Peuker privat:

Mike mit seiner Familie
Mike mit seiner Familie

Ich bin Mike, bin mit Katja verheiratet und habe einen 7 jährigen Sohn Niklas.

Mein Leben ist geprägt von ständiger Veränderung, viel Reisen, Leute treffen. Vor gut vier Jahren habe ich mein Hobby zum wiederholten Male zum Beruf gemacht. Wir haben eine kleine Firma gegründet, die vier klassische Holzfolkeboote an der Schlei verchartert. Ein Familienunternehmen sozusagen.

Bis 2010 war mein Berufsleben eher durch die Luft als das Wasser geprägt. Ich bin geflogen, zuletzt bei einer kleinen deutschen Airline.

Wer jetzt richtig mitgerechnet hat, dem sind fehlende anderthalb Jahre aufgefallen. Das ist richtig, von Anfang 2011 bis Mitte 2012 haben wir uns eine Auszeit genommen und sind als Familie mit einem kleinen Stahlschiff von Hamburg in die Karibik gesegelt.

Wenn ich gerade nicht segle oder die Boote überhole habe ich mich seit vielen Jahren der Fotografie verschrieben.

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Es war nicht der klassische Weg vom Opti zur Bavaria. Eine Affinität zu Outdoor und Wassersport gab es schon immer. So bin ich zuerst mit Surfbrettern unterwegs gewesen und später viel mit Kajaks und Faltbooten. Es folgten einige Reisen nach Schweden und Norwegen, unter anderem mit zwei Seekajaks um die Lofoten. Eine absolut empfehlenswerte Gegend, für diejenigen, die auch mal ohne Strand auskommen können. Bei einer späteren Reise haben wir dann unser altes Klepperfaltboot besegelt, um nicht ständig paddeln zu müssen. Das hat erstaunlich gut geklappt und der Grundstein zum Segeln war gelegt. Ich habe nie einen Segelkurs gemacht, allerdings unendlich viele Bücher darüber gelesen. So war ich schließlich theoretisch Profi und praktisch blutiger Anfänger.

Die logische Konsequenz war damals ein eigenes „richtiges“ Segelschiff. Es wurde eine Waarship 725.

Charterst Du?

Folkeboote für Flotillen und Skippertrainings
Folkeboote für Flotillen und Skippertrainings

Ne, ich verchartere :-)!

Aber mal im Ernst, ich habe noch nie gechartert, ich hatte immer eigene Schiffe. Ich glaube ich kann sogar soweit gehen zu sagen, dass ich noch nie fremde Schiffe gesegelt habe, mit ganz wenigen Ausnahmen jedenfalls.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Folkeboot Jacaranda
Die Jacaranda ist eines der vier Folkeboote von www.klassisch-am-wind.de

Wir haben genaugenommen fünf Schiffe und das reicht auch erstmal. Vier davon sind Folkeboote zum Verchartern. Außerdem besitzen wir noch das Schiff, mit dem wir die eingangs erwähnte Reise gemacht haben. Es ist ein Stahlknickspanter, eine sogenannte Jega 30, ein van de Stadt-Riss. Das Ding ist klein, 9 m lang, schwer und stabil und segelt eher mäßig. Wir haben es damals gekauft, um ein günstiges, einfaches Reiseschiff zu haben. In einer größeren Heimwerkeraktion haben wir es dann langfahrttauglich gemacht. Im Grunde hat es sich bewährt. Wo nicht viel dran ist, kann halt auch nicht viel kaputt gehen.

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ja wenn die Pflege nicht wäre, dann wäre es ganz sicher ein Klassiker. Ein Gaffel getakelter Colin Archer aus Holz natürlich und so um die 11 Meter lang.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Ich bin kein Flußsegler, wenn ich also nur die Elbe hätte, würde ich mir, glaube ich, ein neues Hobby suchen. Ansonsten habe ich da keine Präferenzen, kenne aber auch nur Nord- und Ostsee und den Atlantik. Diese Reviere sind alle toll.

Mit dem entsprechenden Schiff könnte ich mir eine Tour nach Island oder Grönland vorstellen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Wenn Geld keine Rolle spielen würde, … was für eine fantastische Vorstellung. Auf jeden Fall wieder Langfahrt, ich könnte mir sogar vorstellen gänzlich auf einem Schiff zu leben. Allerdings würde ich das bei meiner Familie nicht durchsetzen können. Evtl. würden wir irgendwo länger bleiben, vielleicht vor Ort in einem sozialen Projekt mitarbeiten, keine Ahnung aber so in diese Richtung könnte ich mir etwas vorstellen. Bei der Standard-Langfahrt tingelt man ja eher mit dem ganzen Tross Gleichgesinnter von einem schönen Strand zum nächsten. Das ist definitiv auch toll, aber mit den Jahren sicher auch ein wenig langweilig.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Die Nubia ist für die Langfahrt ausgestattet
Die Nubia ist für die Langfahrt ausgestattet

Naja, was soll ich sagen, die Dinge, die nicht kaputt gehen sind super und die anderen eben nicht. Wir haben eine Windsteueranlage, die hat eigentlich immer funktioniert und ohne die hätte ich nicht einhand über den Atlantik segeln können. Katja und Niklas haben sich nämlich gedrückt und lieber das Flugzeug genommen, Weicheier ;-)!

Ich hab seit vielen Jahren ein Steiner Fernglas, sehr teuer und sehr gut. Hier gilt tatsächlich „you get what you pay for“. Auf unseren Charterschiffen experimentieren wir seit Jahren mit den unterschiedlichsten Gläsern aus verschiedenen Preissegmenten rum. Hätten wir von Anfang an ein Steiner Glas auf jedes Schiff gelegt, wäre es vermutlich auch nicht viel teurer geworden.

klassisch-am-wind.de

Vier klassische Folkeboote im Hafen
Vier klassische Folkeboote zählen zur Flotte von www.klassisch-am-wind.de
  • Wir bekleiden eine Nische und machen tolle Dinge wie Flottillensegeln, Skippertraining, Training für Einhandsegler. Absolut individuell zugeschnitten.
  • Unsere ganz besonderen, super pflegeintensive Schiffe sind genau das richtige für ganz besonderen Kunden.
  • Wir verstehen uns gut mit unserer Konkurrenz auf der Schlei, wer hätte das gedacht.
  • Mittlerweile haben wir super viele Stammkunden. Echt toll!

Am 20.05.2017 veranstalten wir das dritte Folkeboottreffen in Arnis auf dem auch Claus Aktoprak mit seiner Musik zu erleben ist.

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Unser Bücherschrank steht voll mit Segel und Abenteuerbüchern. Von Pflichtlektüre wie Erdmann und Rollo Gebhard bis zu allen möglichen Lehr- und Technikbüchern.

Bis zu unserer Reise habe ich die alle verschlungen und konnte gar nicht genug davon bekommen. Mittlerweile, habe ich einige der dort geschilderten Erlebnisse selbst erlebt und mein Wissensdurst, wie es all den anderen geht ist nicht mehr so groß.

Atlantikfieber von Jan Heinze
Atlantikfieber von Jan Heinze

Ein Buch möchte ich dennoch empfehlen und das sogar, obwohl ich es bislang noch gar nicht gelesen habe. Kürzlich war ich bei einem Diavortrag von Jan Heinze in Hamburg. Ein sehr sympathischer Typ, der die Minitransat mitgesegelt hat. Der Vortrag war super interessant und absolut kurzweilig. Wenn das Buch ähnlich, wie der Vortrag ist, ist es bestimmt ein Geheimtipp.

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Puh, da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Gerade als Autodidakt passiert eigentlich ständig etwas. Aber das Gute ist ja, dass man aus Fehlern viel mehr lernt, als aus erfolgreichen Aktionen.

An der spanischen Küste auf einer vorgelagerten Insel haben wir einmal an einer Kaimauer festgemacht. Es gab etwa 4 Meter Tidenhub, dem wir mit sehr langen Vor und Achterleinen begegneten. Das Boot war perfekt abgefendert und Niedrigwasser erwarteten wir gegen etwa 2:00 Uhr in der Nacht. Außer uns war niemand auf der Insel. Ich habe mir den Wecker auf 24 Uhr gestellt, um dann noch ein letztes Mal die Leinen zu checken. Wir wollten ja nicht an der Kaimauer „baumeln“. Nun mit den Leinen war alles o.k. aber…. und dann saß der Schreck tief, die Kaimauer war 4 Meter tiefer faktisch nicht mehr vorhanden. So drohte das Schiff mit der Seereling unter die unterspülte Kaimauer zu treiben. Was soll ich sagen, ….es wurde eine lange Nacht mit viel Abhalten, dicken Fendern und Hantieren mit dem  Fenderbrett, bis wir endlich wieder in den Bereich der intakten Kaimauer gehoben wurden.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Als Vercharterer empfehle ich natürlich ein Skippertraining bei klassisch am wind.

Eine Portion theoretische Vorbildung kann sicher nicht schaden. Sollte man sich für eine Segelschule entscheiden, rate ich dringend, sich eine empfehlen zu lassen. Man kann sich kaum vorstellen, wieviel nutzlosen Unterricht sich das eine oder andere schwarze Schaf der Branche gut bezahlen läßt.

Scheine, und das sehen wir fast täglich, sind absolut kein Garant für gute Segelfähigkeiten!

 

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Viele haben uns damals davon abgeraten unsere Jobs hinzuschmeißen und mit einem Zweijährigen in einer Nussschale für ein gutes Jahr über die Meere zu ziehen. Wir haben alle Zweifler eines Besseren belehrt und die schönste Zeit unseres Lebens gehabt. Wer also einen ähnlichen Traum hat, sollte versuchen ihn so zeitnah, wie möglich zu verwirklichen. Wer weiß, ob man als Rentner noch den Elan hat die Leinen loszuwerfen.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Fotos: © Mike Peuker

Feb 17, 2017

Steffi privat:

Steffi in Lencois Brasilien
Steffi in Lencois Brasilien

Ich bin in Wien geboren, lebe aber seit 36 Jahren mit Unterbrechungen in der Nähe von Köln. Dorthin hat mich die Liebe verschlagen. Tomy, mein Mann, arbeitete hier für einen Autohersteller, wir lebten aber auch in England, Brasilien und Russland. Wir haben drei Töchter und bald drei Engelskinder. Ich liebe Pflanzen und Gärten und behaupte jetzt mal, den schönsten Frühlingsgarten im Ort zu besitzen - trotz Abwesenheit. Außerdem nähe ich gerne, am liebsten Quilts.

Segeln? Ist nicht mein Ding, aber ich liebe es, auf dem Wasser zu leben. Und ich liebe es, die Welt zu erkunden! Sie ist einfach großartig!

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Ich segle? Ist mir neu! Gut wir bewegen uns auf einem Schiff unter Segeln vorwärts, aber ich bin nur Mädchen für alles an Bord. ja, da fällt auch Segeln darunter. Der Segler ist Tomy, die Weltumsegelung sein Traum. Aber gut, meinen ersten Schein habe ich 2009 in Köln und Holland gemacht, 2010 den zweiten auf der Ostsee. Von 2009 bis 2011 segelten wir eine Etap21i in Holland und auch auf der Adria.

Besitzt Du ein eigenes Schiff?

Iles du Salut
Iles du Salut

Wir haben seit 2012 eine Aphrodite 36, Baujahr 89. Es ist ein schwedisches Schiff, fast baugleich mit Najad. Wie dieses ist es quasi der Mercedes, oder besser der Volvo unter den Fahrtenschiffen, solide und zuverlässig. Außerdem hat es noch eine klassische Schiffsform, die uns gefällt und ein Mittelcockpit. Wir haben es im Markermeer, in Katwoude,  gekauft..

Hast Du ein Traum-Schiff?

Unseres!

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Sonnenuntergang in Brasilien
Sonnenuntergang in Brasilien

Gar nicht ;-). Ich liebe es, am Wasser zu leben, aber ich bin keine Seglerin. Ich kann nur sagen, wo ich am liebsten auf dem Wasser lebe. Und auch das ist schwer zu beantworten, weil die Welt überall so schön ist. Also ich mag die Adria, Holland, die Bretagne, die Rias in Spanien, die Kanaren, Brasilien. Die Karibik, wo unser Schiff gerade liegt, muss ich mir erst noch vertraut machen.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Strand in der Baia dos Todos os Santos Brasilien
Strand in der Baia dos Todos os Santos Brasilien

Geld spielt keine Rolle. Das soll nicht heißen, dass wir keine finanziellen Prioritäten setzen wollen und müssen, sondern, dass bisher immer genug da war, um unsere Träume zu leben. Meine Grenzen sind anderer Art: Wenn ich keine Kinder und kein Heimweh hätte, wenn ich Russisch könnte, wenn mir Segeln Spaß machen würde, wenn ich körperlich stärker wäre, wenn ich nicht so schnell frieren würde, wenn es keine Piraten und Stürme gäbe…

Dann würde ich in durch den Panamakanal in den Pazifik, über Hawaii hinauf nach Alaska, nach Vancouver, langsam die Westküste runter bis um Kap Hoorn, wieder über den Pazifik, in die Südsee, nach Indonesien, auf die Philippinen, nach Thailand, Myanmar, Madagaskar, Südafrika, rauf zu den Azoren, nach Island und Norwegen, in die Ostsee bis nach St. Petersburg und über die Flüsse ins Schwarze Meer und dann ins Mittelmeer…

Also so in etwa.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Die Windsteueranlage! Sie ist unser wichtigstes Crewmitglied, zuverlässig, stark und genügsam – sie funktioniert auch ohne Strom. Ohne der Windsteueranlage hätten wir es nicht mal über die Biskaya geschafft. Vielleicht schon, aber dann wäre für mich Schluss gewesen.

Der andere "Lieblingsgegenstand" ist unsere Achternkajüte und da riesige Bett darin. Wunderbar, so viel Platz zum Schlafen zu haben!

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Hans Habeck: Mal sehen, wie weit wir kommen Michael Wnuk und Natalie Müller: Meer als ein Traum Sönke Röver: 1200 Tage Samstag Hubertus Sprungala und Richard Radtke: Blue Ship

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Wir machen ständig Fehler, Kleinigkeiten bisher, die immer gut ausgingen.Die Lehre daraus ist: Shit happens. Etwas ernsthafter würde ich sagen, nach jedem Törn das Material prüfen und alle Schrauben und Muttern anziehen, ist sehr hilfreich. Und auch unterwegs immer wieder alles checken.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Ernsthaft? Das fragt ihr mich? Also wenn schon eine Nicht-Seglerin diese Frage beantwortet, dann in Hinblick auf die Langstrecke: Trainiert euer Sitzfleisch ;-)

Spaß beiseite: Es gibt mehr von meiner Sorte: Unterwegs, vor allem in Europa,  klagen die Männer immer wieder, dass die Frauen nicht so wollen wie sie. Denen, die von einer Langfahrt träumen, aber deren Frau sich sträubt, kann ich einen Rat geben: Geht auf eure Frau ein. Nehmt ihre Ängste und Bedürfnisse ernst. Segelt so, wie sie sich wohlfühlt. Sie muss euch vertrauen, bedingungslos. Ihre Bedürfnisse bestimmen, wie gesegelt wird. Sprecht miteinander. Herauszufinden, warum genau, sie nicht lange segeln will, kann euch wieder näher zusammen bringen. Denkt daran, es gibt viele Möglichkeiten, die Welt zu besegeln, es gibt sicher eine, die für euch passt.

Für uns bedeutet das zum Beispiel, dass Tomy sich IMMER einpickt, selbst bei null Wind oder, dass wir regelmäßig nach Hause zu unseren Kindern fliegen.

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Die Welt ist so schön – schau sie dir an, nicht nur vom Wasser aus! Und die Menschen sind überall großartig!

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Am besten über unsere Website www.sy-yemanja.de

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Feb 10, 2017

Bitte erzähle uns ganz kurz etwas über Dich, wie bist Du zum Segeln gekommen?

[caption id="attachment_593" align="alignleft" width="300"]Skipper Uwe Springer Skipper Uwe Springer[/caption]

In Leipzig geboren und aufgewachsen kam ich schon Ende der Siebziger nach München, wo ich zunächst als Kellner, später als selbstständiger Gastronom gearbeitet habe.

Irgendwann kam dann mal ein Freund auf mich zu mit der Frage: "Kannst Du mal mein Wirtshaus leiten? Ich möchte segeln gehen!". Nachdem er und seine Crew dann vom Törn zurückgekehrt waren, haben mich die lustigen und interessanten Geschichten neugierig gemacht. Schließlich vermittelte mich mein Segelfreund an meinen ersten Skipper: Ex-Bergsteiger Franz, der in seinem Ruhestand seinen Ausgleich im Segeln gefunden hatte.

1989 begann ich dann, meine Führerscheine zu machen. In meinem eigenen Gasthaus gründete ich dann noch einen Seglerstammtisch wo wir im Lauf der Zeit viele Leute kennengelernt, die die gleiche Leidenschaft teilen. So kam bald ein großer Kreis an Personen zusammen, die in wechselnder Besetzung mehrfach im Jahr gemeinsame Törns unternahmen. Direkt nach meinem bestandenen BR-Schein begann ich auch, mich selbst als Skipper zu verdingen.

Fortan fuhr ich jedes Jahr mindestens ein, zwei Törns mit Freunden in Kroatien. Später kamen noch weitere Reviere im Mittelmeer dazu.

Besitzt Du eigenes Schiff?

Ich habe kein eigenes Schiff. Denn so kann ich viel leichter die Reviere wechseln! Außerdem fehlt mir die Zeit, mich um ein eigenes Schiff kümmern zu können. Lieber möchte ich immer wieder neue Reviere kennenlernen.

Die Welt ist voller Schiffe und wenn ich im Internet ein, zwei Klicks mache, dann kann ich überall auf der Welt ein gepflegtes, gewartetes Schiff chartern. Wenn dann während des Törns auf dem Schiff etwas kaputt geht, dann rufe ich den Vercharterer an und der klärt das. So habe ich als Veranstalter von Segeltörns eine gute Ausfallsicherheit.

Welches ist Dein Traum-Schiff?

Ich liebe die Janneau 54 DS! Ein wundervolles, schlank geschnittenes Schiff mit einem sehr schönen Salon, viel Platz. Ein schnelles Schiff mit bis zu sechs Kabinen.

Als Eignerschiff käme für mich zum Beispiel ein Wauquiez 43 in Frage. Ein Freund von mir besitzt dieses Schiff mit Deckssalon und Eignerkabine im Achterschiff.

Wo segelst Du am Liebsten?

Der schönste Fleck, den ich je kennengelernt habe ist Cane Garden Bay auf Tortola in der Karibik. Das Myett's Hotel liegt dort in einer herrlichen Sandbucht und von dessen Bar kann man den Sonnenuntergang mit Palmen und der eigenen Yacht in der Bucht geniessen.

Überhaupt sind die British Virgin Islands und auch die nördliche Karibik ein wunderbares Segelrevier.

Und natürlich Kroatien mit seinen 1246 Inseln ist unglaublich abwechslungsreich.

Wunschrevier -  wo möchtest Du gerne mal segeln?

Ich möchte gerne mal Thailand probieren! Die kleinen Inseln westlich von Phuket wo die James Bond Filme gedreht wurden! Wenn ich darüber lese, überkommt mich ein "Da-muss-ich-mal-hin-Gefühl"! Deswegen bin ich im Moment auch dabei, Törns in Thailand aber auch in Kuba vorzubereiten.

springsail.de - Gemeinsam durch den Wind

Nach 41 Jahren Arbeit in der Gastronomie habe ich mich 2014 dazu entschieden, mein Berufsleben in diesem Bereich zu beenden.

Eat-and-Sail-Törns

[caption id="attachment_595" align="alignright" width="225"]Uwe kann mit Fisch umgehen! Uwe kann mit Fisch umgehen![/caption]

Meiner kulinarischen Vergangenheit geschuldet biete ich nun aber Eat-and-Sail-Törns an, wo wir die kroatischen Fischmärkte besuchen und zusammen einkaufen. Und während des Törns bringe ich meinen Gästen dann den Umgang mit Fisch und Seafood näher. Und das an Bord einer Segelyacht, wo man keine allzu große Küche hat, sondern meistens nur einen kleinen Herd. In Verbindung mit dem Segeln in traumhaften Revier und malerischen Buchten macht das richtig Spaß und an Bord kommt eine tolle Stimmung auf

Bike-and-Sail-Törns

Ich hatte schon lange den Wunsch, mit meinem Motorrad mal über die Alpen und an der Mittelmeerküste entlang nach Kroatien zu fahren. Irgendwie haben wir das wegen der beruflichen Auslastung nie umgesetzt.

Nachdem ich mich jetzt mit springsail.de selbstständig gemacht habe, dachte ich, es wäre doch eine tolle Idee, dieses Erlebnis mit einem Segelurlaub zu kombinieren: Wir fahren mit einer Zwischenübernachtung in den Südalpen gemeinsam von München nach Zadar oder Pula. Die blühenden Felder Kroatiens und der warme Seewind, der Dich am Mittelmeer empfängt beschert Dir schon vor dem Segeln ein unglaubliches Glücksgefühl.

Nicht nur Kroatien bietet sich da als Ziel an. Das geht auch auf der italienischen Seite: wir fahren zum Beispiel auch in die Toscana und besegeln dann die italienischen Inseln und sogar bis Korsika.

Anschließend geht es dann wieder über die Alpen durch die Toscana zurück nach München. Wunderbare Törns und wunderbare Motorradtouren sind dabei schon entstanden.

Skipper4Pleasure

Neben diesen Angeboten und den "normalen" Reisen auf meinem Törnplan biete ich auch noch zum Beispiel Familien mit wenig Erfahrung an, sie beim Segelurlaub als Skipper oder auch als Co-Skipper zu begleiten. Ich vermittle dem Familienvater als Schiffsführer aus dem Hintergrund die Sicherheit, auch in brenzligen Situationen immer einen kompetenten Fachmann zu Seite zu haben, der das Schiff immer übernehmen oder auch alleine steuern kann.

Frauen-Skippertrainigs

In meinen Skipper-Trainings für Frauen arbeite ich speziell mit den Damen, die sonst immer nur zu Hilfsarbeiten an Deck verdonnert werden, weil der Gatte der einzige mit vermeintlicher Segelerfahrung ist. Das führt oft zu Streit und nicht zuletzt auch zum berühmten Hafenkino.

Wir lernen gemeinsam die Handhabung des Schiffs, üben die Hafenmanöver am Ruder oder an der Leine. Aber auch das Ankern, Segelmanöver und Navigation stehen auf dem Plan. Denn nur durch die Erfahrung und das Tun lernt man, mit einem Schiff wirklich umzugehen. Man kann viel lesen, aber die Erfahrungen sammelt man bei jedem Manöver immer nur selbst!

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Im Prinzip würde ich alles so weiter machen. Vielleicht würde ich mal einen Langzeit-Törn auf einem Windjammer mitmachen.

Und natürlich würde ich mich noch mehr in der Karibik herumtreiben. Das ist für mich einfach ein Traumrevier. Also: im Winter in die Karibik und im Sommer veranstalte ich dann meine eigenen Törns in Kroatien.

Welches ist Dein Lieblings-Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Ich habe auf jedem Törn meine Duschvorhang-Haken dabei! Mit denen kannst Du an jedem Handlauf eine Befestigungsmöglichkeit für Kleinigkeiten schaffen: Sonnebrille, Etuis oder andere Dinge fliegen so nicht mehr in irgendwelchen Schapps herum, sondern sind immer griffbereit. Es gibt auf keinem Schiff genug Haken!

Mein beleuchtetes Fernglas mit eingebautem Peilkompass möchte ich auch auf keinem Törn missen.

Mein Lieblings-Wort an Deck ist übrigens: Cunningham! Auf jedem Törn kommt die Frage auf, was das denn wohl sein.

Um der Frage vorzubeugen: Der Cunningham ist der Vorliekstrecker des Großsegels, der immer noch für ein wenig besseren Segeltrimm sorgen kann.

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Welchen Fehler hast Du gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Ich war auf dem Schiff eines Freundes unterwegs, einer Bavaria 50. Wir segelten Schmetterling vor der kroatischen Küste und hatten die Genua mit dem Spibaum ausgebaumt. Der Spibaum hatten wir fäschlicherweise im Schothorn der Genua eingeklickt. So konnte die Genuaschot nicht getrimmt werden. Der Wind wurde immer stärker und als dann die Geschwindigkeit des Schiffs die 12 Knoten überstieg , begann das Schiff bereits vor Last zu brummen. Bei 13,6 Knoten schließlich war es natürlich nicht möglich, den Druck aus dem Segel zu nehmen, waren doch alle Seiten des Vorsegels fest angeschlagen. Die Küstenlinie kam immer näher und eine unbedarfte Handbewegung beförderte das Segelmesser mit dem ich versucht hatte, das Vorsegel freizuschneiden nun auch noch ins Wasser. Der Rudergänger aktivierte dann den Autopiloten und hastete in die Pantry um das Küchenmesser zu holen. Damit konnten wir schließlich das Segel frei schneiden.

Als unser Rudergänger dann den Autopiloten wieder deaktivierte konnten wir mit letzter Kraft den Spibaum ausschäkeln. Die darauf folgende Patenthalse riss dann auch noch den Travellerkopf aus seiner Verankerung. Zum Glück kam hier niemand zu Schaden.

Als Skipper sollte man sich immer aller seglerischer Handlungen der Crew stets bewusst sein und diese auch vorher gründlich besprechen.

Welchen letzten Tipp kannst Du uns mit auf dem Weg geben?

Segeln mach unwahrscheinlich viel Spaß. Es ist ein Gefühl, das jeder für sich selbst entwickeln muss. Segeln macht frei im Kopf und befreit Dich von dem Stress der Arbeit.

Ruhig bleiben, Übersicht behalten und: Segeln gehen!

Bitte teile uns noch eine Website oder eine andere Ressource mit, wo wir weitere Infos über Dich finden können.

Am besten erreicht man mich über meine Webseite: www.springsail.de

Hier gibt es einen Überblick über meine Angebote und auch meinen Törnplan und ganz aktuell auch mein Charterangebot.

Auch bei Facebook bin ich vertreten.

Und natürlich kann man mich einfach anrufen: +49 176 72882437

Feb 3, 2017

[caption id="attachment_571" align="aligncenter" width="640"]Ben war unterwegs auf der BOOT 2017 in Düsseldorf Ben war unterwegs auf der BOOT 2017 in Düsseldorf[/caption]

Hier die wichtigsten Infos aus unserem Interview:

Langfahrttaugliche Boote

Finanzierung des eigenen Schiffs

Das Leben als Digitaler Nomade

Die neue Garcia Exploration 52

Guido Dwerstegs Crowdfunding-Projekt "Um den Tiger"

Guido plant für das Jahr 2017 einen Törn rund um die skandinavische Halbinsel durch die Ostsee, das russische Binnenrevier und das Nordmeer uns sucht hierfür noch Unterstützer.

Big Willi, der Spezialkran der BOOT 2017 Düsseldorf

Der Great Loop und die Einreise in die USA

[caption id="attachment_461" align="alignleft" width="300"]Paulinchen vor Chicago Auf eigenem Kiel vor der Skyline von Chicago.[/caption]

Über dieses Thema haben wir mit Hinnerk in unserem zweiteiligen Interview gesprochen: Teil 1 und Teil 2

Mit Katamaran auf Langfahrt

[caption id="attachment_576" align="alignleft" width="300"]Die "La Medianoce", mit der Mareike Guhr unterwegs war Die "La Medianoce", mit der Mareike Guhr unterwegs war[/caption]

Geht das? Ist ein Katamaran wirklich für die Langfahrt geeignet?

Mareike Guhr war über 4 Jahre auf einem Alu-Katamaran um die Welt unterwegs. Sie hat uns auf der Hanseboot diese Frage beantwortet.

Die neue Halberg-Rassy 44

Hinnerk hat sich im Vorfeld zur BOOT 2017 die neue Schwedin bereits angesehen. Hier kannst Du seinen Bericht lesen.

Cleverer Trick gegen Einbrecher am Ankerplatz

Hinnerk erzählt von Freunden die ein zweites Dinghy auf ihrem Schiff mitführen: Immer, wenn sie von ihrem Katamaran aus mit dem "richtigen" Beiboot an Land fahren, holen sie das zweite zwischen den Rümpfen hervor und legen es offensichtlich neben das Schiff, sodaß es aussieht als sei jemand an Bord. Ein recht wirkungsvoller Schutz gegen Einbrecher.

Einhand sicher unterwegs

[caption id="attachment_473" align="alignleft" width="300"]Paulinchen Hinnerk Weiler im Cockpit der IW 31 Paulinchen.[/caption]

Auf Makani - der Shark 24 der Glüxpiraten - sind alle Leinen vom Cockpit aus erreichbar. Der Vorbesitzer hat viele Törns mir ihr einhand unternommen und für ihn war es so am praktischsten.

Für Hinnerk gehört es zur Sicherheit als Einhandsegler, dass man sein Schiff gerade in schwierigen Sitautionen genau kennt und sich schnell und richtig darauf bewegen kann. Das ist auch der Grund für ihn, nicht alle Leinen - wie bei vielen Einhandseglern üblich - ins Cockpit zu führen. "Für mich ist es eine völlige Selbstverständlichkeit, nach vorne zu gehen. Egal ob es grade acht Windstärken hat und jede zweite Welle rüberknallt, weil ich das schon zehn mal in den letzten vierzehn Tagen gemacht hab.", erklärt er, "Ich weiß blind, wo ich mich festhalten muss."

Was da vorne so aussieht, als ob man sich dran festhalten kann, muss auch aushalten, dass man sich dran festhält!

Fallen und Reffleinen zum Beispiel sind bei Hinnerk immer belegt. Wenn sich nämlich mal jemand daran festhält, gibt es hier keine bösen Überraschungen!

Auf längeren Etappen ist man auch zu zweit als Einhandsegler unterwegs!

Gerade auf längeren Etappen wechseln sich zwei Segler in den Wachen ab: einer schläft, kocht oder hat einfach Freiwache, der andere segelt und kümmert sich um das Schiff. So ist immer ein Segler allein mit dem Schiff beschäftigt und fährt so auch die meisten Manöver einhand!



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Jan 27, 2017

Eric spricht mit Claus Aktoprak. Schriftsteller, Filmemacher, Musiker. Und Segler. Claus berichtet von seinen aktuellen Projekten, seinen Plänen und von den Erlebnissen während seiner vergangenen Reisen.

Claus Aktoprak privat:

Ich bin Claus Aktoprak, bin verheiratet und wohne in Hamburg. Meine Brötchen verdiene ich als Musiker und Musikproduzent und seit 2015 auch als Buchautor und Filmemacher. Meine Hobbies Segeln und Musikmachen verschmelzen in meinem Beruf. Angetrieben werde ich von meinem großen Reisefieber und so probiere ich, neben meinen Auftritten, auch stets viele Wochen im Jahr unterwegs zu sein. Über meine Reisen berichte ich in meinem Blog http://luvgier.blogspot.de/

Wie bist Du zum Segeln gekommen?

Ich bin mit 47 Jahren eigentlich sehr spät zum Segeln gekommen. Ich war vor 6 Jahren noch als Produktmanager in einer Musikinstrumentenfirma beschäftigt und suchte einen Ausgleich zu diesem recht stressigen Job. Den fand ich, als ich in der Ägäis einem Segelboot träumend hinterhersah, und mich danach aus Spaß einmal nach Gebrauchtbooten umsah. 3 Monate später hatte ich meinen SBF-Schein. Es folgten der SKS Schein und eine Kojencharter in der Türkei. Ein Jahr nach der ersten Idee ersteigerte ich dann bei ebay das erste eigene Boot, eine Friendship 23. Auf diesem Boot lernte ich dann mehr oder weniger selbst das Segeln.

Charterst Du?

Ich bin bisher 2 Chartertörns als Skipper gefahren. Zum einen in der Türkei und Griechenland, zum anderen in der Karibik. Auf beiden Törns waren jeweils meine Frau und ein befreundetes Pärchen dabei. Der Bootstyp ist mir beim Chartern relativ egal und orientiert sich eher am Preis. Mir geht es beim Chartern um den Spaß am gemeinsamen Reisen und die Freude am Entdecken neuer Reviere. Lediglich gepflegt und zuverlässig sollte die Charteryacht schon sein. Ein Getriebeschaden bei der letzten Karibikcharter war daher wirklich lästig.

Möchtest Du Dir ein eigenes Schiff kaufen oder hast Du vielleicht bereits eins?

Nachdem ich zwei Jahre mit meiner Friendship unterwegs war, hat sie mir ein Freund abgekauft und ich habe von privat eine Dufour 2800 erstanden. Das Platzangebot und das Gefühl der Sicherheit auf einem größeren Boot gaben dabei den Ausschlag. Allerdings hatte ich 2 Jahre mit großen technischen Problemen an dem Boot zu kämpfen. Besonders arbeitsintensiv war dabei die Sanierung des weichgewordenen Sandwichdecks. 2014 war ich mit meiner Dufour dann 6 Monate in den schwedischen Schären unterwegs, und nach der umfangreichen Vorbereitung des Bootes auf diesen langen Törn, begleitet sie mich sehr zuverlässig. Eine Neuanschaffung ist daher zur Zeit nicht geplant. Ich bin glücklich mit meiner "La Mer".

Hast Du ein Traum-Schiff?

Ein Traumschiff wäre für mich jedes hochseetaugliche Schiff über 40 Fuß mit Mittelcockpit. Alternativ auch gerne eine 14 Meter Reincke aus Aluminium. Auf der Ostsee bin ich mit meinen einhand gut zu bedienenden 28 Fuss aber sehr zufrieden. Mein Traumschiff würde daher nur zusammen mit der Erfüllung eines Langfahrttraumes Sinn machen.

Welches Revier befährst Du im Moment am liebsten?

Traumreviere gibt es so viele, das eine Auflistung hier keinen Sinn machen würde. Ich liebe die Herausforderung des Unbekannten, von daher hat für mich alles Neue einen großen Reiz. Die Schären habe ich 2014 sehr liebgewonnen und auch die Ostsee vor der Haustür ist für mich ein Traumrevier. Aber solange ich irgendwo segeln kann, ist mir jedes Revier recht.

Wenn Geld keine Rolle spielte, wie sähe Deine seglerische Zukunft aus?

Ganz einfach! Ein halbes Jahr Musik machen und produzieren, danach ein halbes Jahr Segeln und das Leben geniessen. Und dabei möglichst viel von der Welt kennenlernen. Grundsätzlich würde ich auch nicht gerne von  Hafen zu Hafen eilen, sondern bewusst länger in einem Land leben, um es wirklich kennenzulernen. Nur eben an Bord meines eigenen Bootes.

Welches ist Dein Lieblings Gegenstand am Boot oder welches Teil magst Du besonders und warum?

Mein Heckkorbgrill und der geliehene Spinnaker sind zur Zeit meine Favoriten.

Musiker, Filmemacher, Schriftsteller. Und Segler.


Während meiner 6-monatigen Reise habe ich an Bord 15 Songs in einem kleinen Studio komponiert und die Songs dann danach in Hamburg, mit 30 internationalen Musikern, aufwendig produziert. Die Single "Ich geh' segeln" lief diesen Sommer schon auf vielen Schiffen, und ich habe sogar einen Videocontest dazu veranstaltet. Die Musik der CD "Zeitmillionär" ist gleichzeitig der Soundtrack zu dem, ebenfalls während der Reise entstandenen, gleichnamigen Film. Der Film erzählt in 15 Kapiteln von den Phasen und Emotionen einer langen Auszeit. Wie Aufbruch, Trennung, Glück und Heimweh. Und von dem Gefühl einmal "Zeitmillionär" zu sein. Nach der Reise entstanden außerdem das Buch: "SchärenSegeln" mit vielen Informationen zu dem Revier, sowie das Lehrvideo "Allein an Bord" mit vielen Tipps zur Praxis des Einhandsegelns. Alle Infos dazu und die Links zu meinem Blog und YouTube Channel findet ihr unter www.luvgier.de

Claus Aktoprak live


Im Sommer 2017 plane ich viele Konzerte an der Küste zu spielen und dabei selber mit dem Segelboot unterwegs zu sein.
Die Termine findet ihr auf facebook und auf www.luvgier.de

Wer einmal in meine CD reinhören möchte kann das hier tun: iTunes

Welche Buchempfehlung kannst Du unseren Hörern mitgeben?

Ich mag die Seglergeschichten von den Pionieren des Tourensegelns wie Wilfried Erdmann und Rollo Gebhard:

Der Verlag millemari hat im letzten Jahr auch viele interessante Titel rund ums Segeln veröffentlicht: www.millemari.de

Welchen Fehler hast Du mal auf oder an dem Schiff gemacht und was war die wichtigste Lektion daraus?

Die falsche Wahl von Ankerplätzen hat mir gerade auf der ersten Charter schlaflose Nächte bereitet. Erst mit der Zeit habe ich hier das richtige Gespür für Ankerplatz, Kettenlänge und Landleinen aufgebracht. Anfangs habe ich auch stets zu spät gerefft, was dann immer zu viel Hektik an Bord geführt hatte. In den Schären ist es wichtig die Betonnungsrichtung im Auge zu behalten, da diese häufig wechselt und der Grund fast immer felsig ist. Hier haben sich für mich eine rote und eine grüne Wäscheklammer an der Sprayhood bewährt um mein Boot vor größeren Schäden zu schützen.

Was empfiehlst Du jemandem, der mit dem Segeln beginnen oder sich weiter entwickeln möchte?

Natürlich kann man sich nie genug Theorie aneignen, aber es geht nichts über die Praxis. Mein Tipp daher: aktiv bei Freunden oder Bekannten mitsegeln und fragen, fragen, fragen! Das theoretische Wissen des SBF reicht meiner Meinung nicht zum Tourensegeln, SKS sollte es schon sein. Auf Ausbildungstörns habe ich eigentlich nie viel gelernt; besser war da die Kojencharter in der Türkei, denn ich war der einzige Gast an Bord und somit immer gefordert.

Welchen „letzten Tipp“ kannst Du uns und unseren Zuhörern mit auf dem Weg geben?

Wenn du eine Reise planst, setze dir dafür einen Termin. Selbst wenn der erst in drei Jahren ist. Sag NIEMALS "Irgendwann", denn dann wird es nie etwas.

Wie kann man Dich erreichen, wenn man Fragen an Dich hat oder mit Dir in Kontakt kommen möchte?

Kontaktieren kann man mich per EMail unter:

c.aktoprak@yahoo.de

sowie über die facebook Accounts:

Oder direkt über meine Homepage

www.luvgier.de

 

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